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Thema: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

  1. #51
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    AW: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

    Nahost: Russlands neue Allianzen lassen den Westen alt aussehen

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten, Ronald Barazon | Veröffentlicht: Uhr

    Russlands Präsident Putin hat mit dem Iran, der Türkei und Israel drei Schlüsselnationen in ein Zweck-Bündnis eingebunden. Sein strategisches Kalkül: Mit diesen Partnern soll ein Übergreifen des islamistischen Chaos auf Russland verhindert werden.


    Der russische Präsident Putin (Mitte) mit dem türkischen Präsidenten Erdogan während der Einweihung der Moskauer Zentralmoschee im September 2015. (Foto: dpa)

    Die erstaunliche Harmonie zwischen dem schiitischen Iran und der sunnitischen Türkei hat einen nachvollziehbaren Grund: Für beide ist der Islamische Staat eine Bedrohung, die beseitigt werden muss, wobei die russische Luftwaffe besonders aktiv im Einsatz ist. Dass auch die NATO und die USA den IS bombardieren, wird als Unterstützung gerne angenommen, doch ändert dieser Umstand nichts an den Beschimpfungen des Westens und der aktuellen Orientierung nach Moskau.
    Ob das Dreieck Moskau-Teheran-Ankara nach einem Sieg über den IS bestehen kann, bleibt abzuwarten. Auch stellt sich die Frage, wie die USA und die NATO auf die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten reagieren werden. Vorerst fügt sich auch die Innen- und Außenpolitik der Türkei nach dem Putsch vom 15. Juli in die neue Ordnung im Nahen Osten ein.
    Putin schätzt offenkundig seine weltpolitische Präsenz. Reizvoll ist für den russischen Präsidenten auch die Möglichkeit, dass die Türkei im Zuge der aktuellen Ablehnung des Westens die Mitgliedschaft bei der NATO beenden könnte. Schließlich wird die NATO nicht müde, Russland wegen der „Annexion der Krim“ zu kritisieren.
    Putin agiert als heimlicher Kalif im Nahen Osten und nutzt auch das derzeit gespannte Verhältnis zwischen Israel und den USA, um Russland als besseren Partner Israels zu präsentieren.

    Die Türkei muss auf ihre Expansionspläne verzichten und sich neu orientieren

    Die Türkei ist seit 1952 Mitglied der NATO und bildet somit seit über sechzig Jahren einen Vorposten des Westens in der Region. Diese Position wurde auch durch die Bemühungen des Landes um den Beitritt zu EU unterstrichen. In der jüngsten Vergangenheit kam es allerdings zu Spannungen, weil sich die Türkei unter Präsident Erdogan nicht mehr als laizistische Demokratie, sondern als islamische Republik versteht und zudem eine dominierende Rolle im islamischen Raum spielen will. Längere Zeit schien allerdings das diplomatische Kunststück zu gelingen, gleichzeitig als Partner des Westens, als islamische Macht und als Freund Russlands akzeptiert zu sein.

    Derzeit steht die Annäherung an Moskau im Vordergrund. Nachdem im November 2015 die türkische Armee ein russisches Flugzeug abgeschossen hatte, herrschte zwischen Moskau und Ankara Eiszeit. Nun hat sich Erdogan entschuldigt, zwei vermeintlich Schuldige an dem Abschuss bestraft und US-amerikanische Drahtzieher beschuldigt. Die russisch-türkische Freundschaft funktioniert wieder, man spricht von Zusammenarbeit, die am 8. August bei einem Treffen Erdogan-Putin vertieft werden soll.
    Diese Neuorientierung erfolgt nicht zufällig. Moskau ist seit längerem ein ausgewiesener Partner des Iran und pflegt mit der schiitischen Macht politische, militärische und wirtschaftliche Kooperationen. Der Iran ist der entscheidende Konkurrent der Türkei um die Vorherrschaft in der Region und hat eine bessere Ausgangsposition: Die Regierung im Irak ist schiitisch dominiert, Syriens Präsident Assad ist ein Partner des Iran, die im Libanon starke Hisbollah anerkennt den geistlichen Führer des Iran, Khamenei, auch als ihren Führer.
    Bis vor kurzem hat die Türkei den Islamischen Staat in der Erwartung unterstützt, dass diese ebenfalls sunnitische Organisation türkischen Expansionsbestrebungen im Irak nützlich sein werde. Seit einigen Monaten ist aber der IS auf Konfrontationskurs gegangen und verübt auch in der Türkei Terroranschläge.

    Außerdem half die Türkei den in Syrien als Dschihadisten gegen die Regierungstruppen kämpfenden Söldnern in der Hoffnung, dass Präsident Assad fallen würde und die Türkei ihre Position in dem südlichen Nachbarland ausbauen könnte. Mit russischer Unterstützung gelingt es aber der syrischen Regierung, die Aufständischen zurückzudrängen. Nun hat die Türkei ihre Hilfe eingestellt und die syrischen Regierungstruppen sind dabei, die besetzte Stadt Aleppo zurück zu erobern.
    Die Aussicht, nach Süden in den Irak und nach Syrien vorzudringen, ist für die Türkei derzeit versperrt. Vorerst muss also Präsident Erdogan vom Traum der Wiedererrichtung des osmanischen Reichs Abschied nehmen und die starke Position des Iran akzeptieren.

    Die Notwendigkeit, nach dem Putsch von Mitte Juli die Herrschaft über das Land abzusichern, bietet jetzt die Gelegenheit, durch die Entmachtung der Opposition und der Militärs das Konzept einer islamischen Republik unter der Dominanz eines allmächtigen Präsidenten zu realisieren. Auf diese Weise entspricht die Türkei den Vorstellungen, die auch die Basis des iranischen Staates bilden.
    Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten: Bereits am 18. Juli telefonierte Irans Präsident Hassan Rohani mit Erdogan, gratulierte ihm zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung und teilte den Inhalt des Gesprächs über Twitter mit. Der geistliche Führer Irans, Ali Khamenei, kann sich offenbar von der traditionellen Ablehnung der sunnitischen Türkei nicht ganz verabschieden, rang sich aber am 1. August zu einem Tweet durch, in dem er der Türkei nicht den Islam, aber „islamic approaches“ attestierte und man daher das Land gegen die USA verteidigen solle.

    Die türkische Regierung kann nicht sicher sein, dass die bisher getroffenen Maßnahmen ausreichen, um einen weiteren Putsch oder ein Erstarken oppositioneller Kräfte zu verhindern. Eine Expansion nach Süden in den Irak oder nach Syrien ist in absehbarer Zeit nicht möglich. Das Verhältnis zur EU hat sich trotz des Abkommens über die Aufnahme von Flüchtlingen deutlich verschlechtert, weil die Türkei nicht bereit ist die Menschenrechtskonvention umzusetzen. Wie sich nach der Neuorientierung in Richtung Moskau das Verhältnis zur NATO entwickeln wird, ist unklar. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Position der Türkei auf der weltpolitischen Bühne deutlich verschlechtert. Somit ist die Perspektive als islamischer Staat unter islamischen Staaten eine Rolle zu spielen, im Moment für die Türkei die nächstliegende Option.

    Das Interesse Moskaus an einer Neuordnung im Nahen Osten

    Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin ergibt sich eine erfreuliche Perspektive.
    – Mit einem Sieg über die Söldnertruppen im Syrien kann er sich als verlässlicher Partner in Krisensituationen präsentieren.
    – Mit einem Sieg über den IS zeigt er die weltpolitische Rolle Russlands, wobei er in dieser Frage sogar auf die Kooperation der russischen und der US-amerikanischen Luftwaffe verweisen kann, während in Europa durch die Auseinandersetzung über die Krim die Zusammenarbeit mit dem Westen nicht funktioniert.

    – Der muslimischen Welt signalisiert Putin, dass er die Interessen des schiitischen Iran und der sunnitischen Türkei vertritt.
    – In Russland profiliert sich Putin als Freund der friedlichen Muslime und schöpft aus dieser Position die Rechtfertigung, mit aller Härte gegen islamische Extremisten im Süden Russlands und insbesondere in Tschetschenien vorzugehen.
    Schon in der Sowjetunion bedeutete die Haltung vieler Muslime eine Bedrohung für die Einheit des Landes. Bereits 1978 machte die französische Journalistin und Historikerin Hélène Carrère in ihrem Buch „L’empire éclaté“ (auf deutsch „Risse im roten Imperium“) auf das Problem aufmerksam.
    Heute gilt die Formulierung von Premierminister Dimitri Medwedjew vom Februar 2016: „Russland ist nicht nur ein christliches, sondern auch ein islamisches Land und wir leben mit unseren islamischen Brüdern in Frieden. Diese Koexistenz ist normal und ruhig.“
    In das Bild passt die Errichtung der größten europäischen Moschee in Moskau, die mit einer prominenten Goldkuppel demonstrativ den christlichen Kirchen Konkurrenz macht. Die Eröffnung erfolgte im September 2015 durch Putin in Anwesenheit von Erdogan und dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Die Anlage bietet 10.000 Gläubigen gleichzeitig die Gelegenheit zum Gebet und wurde von islamischen Geldgebern finanziert.

    Israels erstaunliche neue Freunde : Die Türkei und Russland


    Die Neuordnung im Nahen Osten betrifft in erster Linie die Türkei und den Iran als Mächte, die die Region dominieren wollen, sowie die Krisen-Länder Irak, Syrien und Libanon und den Islamischen Staat, der Teile Syriens und des Iraks erobert hat. Israel ist nicht primär betroffen. Dennoch hat sich in den vergangenen Monaten auch die israelische Situation geändert.
    Der türkische Präsident Erdogan hat nicht nur die Spannungen mit Moskau beseitigt, sondern auch die Versöhnung mit Israel vorgenommen.
    Die ursprünglich engen Beziehungen zwischen der Türkei und Israel gerieten unter Druck, als die Türkei sich als islamische Republik zu profilieren begann und die anti-israelische Rhetorik übernahm. Vollends zum Krach kam es im Mai 2010. Ein türkisches Schiff versuchte die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Bei den Kämpfen wurden zehn türkische Aktivisten getötet. Israel zahlt nun den Hinterbliebenen eine Entschädigung von 20 Millionen Dollar. Die beiden Länder vereinbarten eine Normalisierung der Beziehungen.

    Dieser Schritt scheint nicht in das Bild der neuen Harmonie zwischen der Türkei und dem Iran zu passen, da Khamenei keinen Tag vergehen lässt ohne die Vernichtung Israels zu fordern. Die Lösung findet sich in den Details der Vereinbarung zwischen der Türkei und Israel: Die Türkei ist zwar nicht berechtigt, Waffen an die Hamas im Gazastreifen zu liefern, aber Hilfsgüter. Zudem soll die Türkei ein Kraftwerk und eine Meerwasserentsalzungsanlage bauen.
    Erneut kommt die von Präsident Rohani angewendete Strategie zur Beruhigung der fundamentalistischen Führung des Iran zum Einsatz: Man schließt Vereinbarungen mit dem Westen, die als Vorteil für die islamischen Interessen und letztlich als Nachteil für den „Satan“ dargestellt werden können.
    Dieses Muster wurde auch bei der Beendigung der Sanktionen gegen den Iran angewendet. Man eroberte die Zustimmung zur Nutzung der Kernkraft für die Stromgewinnung, versprach keine Atombomben zu bauen und erhielt die Zusicherung umfangreicher Investitionen. Sofort nach der Unterzeichnung durch Rohani verurteilte Khamenei die Vereinbarung, beschimpfte die USA erneut als Satan und kritisierte Iraner, die mit dem Westen verhandeln. Rohani schien in Ungnade zu sein. Rohani ist immer noch Präsident, lobte zuletzt am Dienstag das Atom-Abkommen, während gleichzeitig Khomeini auf Twitter die USA beschimpfte.

    Nicht nur die Türkei pflegt derzeit freundschaftliche Beziehungen mit Israel. In den vergangenen Monaten kam es zu einer Annäherung zwischen Russland und Israel. Moskau nützt die Spannungen zwischen US-Präsident Barack Obama und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu um sich als besserer Partner zu präsentieren und auch in diesem Bereich die Position des Westens zu schwächen. Netanjahu war nun bereits mehrmals in Moskau um die Details einer engeren Kooperation zu besprechen.
    Netanjahus Begeisterung für Moskau ist schwer nachvollziehbar. Der Streit mit Obama entstand, weil das Atom-Abkommen mit dem Iran, die Beendigung der Sanktionen und die Aussicht auf Investitionen gleichbedeutend mit der Stärkung jenes muslimischen Landes ist, das mit besonderem Eifer die Vernichtung Israels verlangt. Als der geistliche Führer des Iran prompt nach dem Abschluss des Abkommens den Westen heftig beschimpfte und die USA wieder einmal als „Satan“ bezeichnete, stieg man in Washington auf die Bremse und behindert nun zum Ärger des Iran die in Aussicht gestellten wirtschaftlichen Kooperationen.

    Demgegenüber agiert Russland offen als Freund und Partner des Iran, sodass eine Achse Moskau-Jerusalem kaum im Interesse Israels sein kann.
    Allerdings präsentiert sich Putin als Moderator einer Neuordnung im Nahen Osten, bei der die Existenz Israels nicht in Frage gestellt werde. Mehr noch, Israel hat starke russische Wurzeln, die neuerdings in Moskau betont werden: Fast alle Gründungspersönlichkeiten Israels waren Emigranten, die Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts vor dem mörderischen Antisemitismus im russischen Kaiserreich geflohen sind. Im späten 20. Jahrhundert kamen in den siebziger Jahren noch aus der Sowjetunion und in den neunziger Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hunderttausende jüdische Russen nach Israel. Wenn auch viele noch russisch sprechen und gelegentlich eine gewisse Nostalgie für die frühere Heimat empfinden, so dominieren doch die Erinnerung an die brutalen Verfolgungen und das Bekenntnis zu Israel.
    Putin wird also nicht leicht Israel als gleichsam russisches Land reklamieren können, hat aber in Aussicht gestellt, dass Pensionsansprüche, die Emigranten noch in Russland haben, erfüllt werden.

    Der Westen braucht dringend ein außenpolitisches Konzept

    Die innerhalb kürzester Zeit geänderten Verhältnisse im Nahen Osten zeigen die Schwäche der westlichen Außen- und Verteidigungspolitik.
    In Europa hält man an den ohnehin wirkungslosen Wirtschaftssanktionen gegen Russland fest, während Moskau nicht an die Aufgabe der Krim denkt, sondern die Halbinsel kürzlich sogar noch stärker in den russischen Staatsverband eingegliedert hat. Die NATO wiederholt wirkungslose Proteste gegen die Annexion der Krim.

    Im Nahen Osten ist der Westen im Begriff die Türkei als Vorposten zu verlieren, hat den Verbündeten Israel verärgert und muss sich vom Iran als Satan beschimpfen lassen, obwohl der Atom-Vertrag eine neue Ära einleiten sollte.
    Der dritte Partner des Westens in der Region, Saudi-Arabien, ist ein erklärter Gegner des Iran und untersagt sogar den iranischen Muslimen den traditionellen Hadsch nach Mekka. In Riad wird jede Begünstigung des Iran und somit auch das Atom-Abkommen strikt abgelehnt. Zudem ist die autoritäre Monarchie, in der ständig Hinrichtungen stattfinden, wohl kaum der ideale Partner für Länder, die die Menschenrechte als unverzichtbare Basis ihrer Existenz betrachten.
    LG

  2. #52
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    AW: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

    US-Außenminister Tillerson in Moskau: US-amerikanisch-russische Beziehungen sind auf dem Tiefpunkt

    Die russisch-amerikanischen Beziehungen sind nach Darstellung von US-Außenminister Rex Tillerson wegen des Syrien-Streits auf einem Tiefpunkt angelangt. Es gebe nur wenig Vertrauen, beklagte Tillerson am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem Kollegen Sergej Lawrow in Moskau.

    Allerdings betonte Tillerson, dass dies sich ändern müsste. Die zwei wichtigsten Atommächte der Welt könnten nicht auf dieser Basis miteinander umgehen.Dazu habe man laut Tillerson vereinbart, eine Arbeitsgruppe einzurichten, in der wichtige Probleme behandelt werden. Ziel des Gremiums sei, die Beziehungen zu stabilisieren.

    Der russische Außenminister Lawrow sagte, es seien kleinere Fortschritte erzielt worden. So sei Präsident Wladimir Putin bereit, eine Vereinbarung mit den USA über die Sicherheit im syrischen Luftraum wieder in Kraft zu setzen. Damit sollen Konflikte zwischen russischen und amerikanischen Kampfflugzeugen vermieden werden.



    Mehr lesen:Putin empfängt doch US-Außenminister Tillerson in Moskau

    Auch im Streit um die Rolle des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wurde die Kluft zwischen Moskau und Washington sichtbar.
    Unsere Sicht ist klar, dass die Herrschaft der Assad-Familie zu Ende geht. Russland als enger Verbündeter Syriens hat eine besondere Rolle darin, dies der Assad-Familie klarzumachen, so Tillerson auf der Pressekonferenz.
    Lawrow erteilte dem eine klare Absage:
    Experimente solcher Art, die irgendeinen Diktator, totalitären oder autokratischen Führer stürzen wollen, kennen wir schon. An positive Beispiele, bei denen ein Diktator gestürzt wurde und alles wie am Schnürchen lief, kann ich mich nicht erinnern.



    Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind auch nach Darstellung Moskaus auf einem Tiefpunkt. Seit Trumps Amtsantritt habe sich das Verhältnis zwischen Moskau und Washington nach den Worten von Kremlchef Putin drastisch verschlechtert.
    Man kann sagen, dass das Vertrauensniveau auf Arbeitsebene nicht besser geworden ist, sondern eher schlechter, vor allem auf militärischer Ebene, sagte Putin dem Fernsehsender Mir.
    Auch Tillerson erklärte nach seinem rund zweistündigen Treffen mit Putin, die amerikanisch-russischen Beziehungen seien derzeit auf einem Tiefpunkt angelangt. Dies müsse geändert werden.
    Bei allen Problemen, das ist mein persönlicher Eindruck, gibt es nicht wenige Perspektiven zum Dialog. Wir sind Realisten, wir verstehen, dass ernsthafte Anstrengungen für eine Überwindung dieser Barrieren nötig sind, so Lawrow.
    Hintergrund des Streits ist der mutmaßliche Giftgasangriff auf ein syrisches Rebellengebiet in der vergangenen Woche. Die USA machen dafür die Regierung in Damaskus verantwortlich und haben als Vergeltung einen syrischen Fliegerhorst angegriffen. Die Aktion ist in Russland und außerhalb der westlichen Hemisphäre auf scharfe Kritik gestoßen. Die Regierungen in Moskau und Damaskus haben die Vorwürfe des Westens zurückgewiesen.
    Lawrow: Gewisse Kräfte wollen Konfrontation zwischen Russland und USA verschärfen

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat auf Versuche gewisser Kräfte hingewiesen, die Kooperation zwischen Moskau und Washington zu behindern und die Konfrontation zwischen beiden Ländern zu verschärfen. „Diese Position ist kurzsichtig“, sagte er am Mittwoch in Moskau bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson.weiter: https://de.sputniknews.com/politik/2...z-kooperation/
    Russland blockiert Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat


    Russland hat am Mittwoch den Entwurf einer Syrien-Resolution mit Veto belegt. Das Dokument war zuvor von Großbritannien, Frankreich und den USA im UN-Sicherheitsrat eingebracht worden.


    In der Resolution wird die syrische Regierung für eine Giftgasattacke am 4. April in der Provinz Idlib mit 80 Toten und rund 200 Verletzten verantwortlich gemacht. Damaskus weist die Anschuldigungen entschieden zurück und macht die Terroristen und ihre Gönner für das Unglück verantwortlich.

    Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums wurde bei dem Luftangriff am 4. April ein Chemiewaffendepot der Terroristen zerbombt. Bekanntlich waren alle syrischen Kampfstoffe unschädlich gemacht worden, was auch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) bestätigt hatte.



    Als Antwort auf die mutmaßliche Giftgasattacke griffen die USA eine syrische Luftwaffenbasis mit 59 Marschflugkörpern an. Russlands Präsident Wladimir Putin schloss auch eine Provokation nicht aus, ohne die Schuldigen zu nennen. Moskau bezeichnet den Angriff als einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

    Putin zu Giftgas-Angriff in Idlib: Moskau beantragt Ermittlung in Den Haag
    weiter: https://de.sputniknews.com/politik/2...heitsrat-veto/
    So eine Erklärung des Syrienkonfliktes sollten man in unseren MSM veröffentliche werden! Wenn nicht Freiwillig,
    dann
    als Bezahlte Anzeigen! Syrien: Vier Karten zum Interessenkonflikt

    /

    Lawrow bleibt diplomatisch optimistisch und auch bei Vorwürfen gegen Russland sind seinen Einwänden Gelasses, Sachlich und Ruhig! Tillerson ist nur wenig vom Trump Standpunkt abgewichen! Die Erklärungen von Tillerson der Cyberspionage: US Spionage ist gute Spionage, alles andere ist böse Spionage! Der Vorwurf der Wahlbeeinflussung ist auch wieder mal aufgewärmt worden!
    Was hinter verschlossenen Türen besprochen wurde ist nicht Durchgesickert!

    LG

  3. #53
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    AW: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

    So eine Erklärung des Syrienkonfliktes sollten man in unseren MSM veröffentliche werden! Wenn nicht Freiwillig,
    dann
    als Bezahlte Anzeigen! Syrien: Vier Karten zum Interessenkonflikt

    Weiter: https://de.sputniknews.com/politik/2...ressenkonflikt
    Die Karten könnt Ihr knicken, es ist viel einfacher!

    Nur, wenn man lauter und/oder öfter schreit, muss es nicht richtig sein!
    Die Mainstream-Presse lügt uns schon seit Jahrzehnten an! Warum sollte sich jetzt was ändern?

    Man hat in den Köpfen der Menschen etwas installiert, den Glauben an den weltweiten Ölkrieg!
    Es scheint wie die Faust aufs Auge zu passen, aber ... ich werde nicht müde es zu wiederholen: Es geht nicht ums Öl!!!

    Es geht um die Vernichtung der letzten souveränen Staaten für den Plan des Weltstaates (NWO), für den man bei Erwähnung sofort als Verschwörungstheoretiker verteufelt wird! Warum nur?

    Denkt darüber nach!

    LG
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  4. #54
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    AW: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

    @AreWe?, da gebe ich Dir recht und lege dich nicht in die VT Schublade! Doch das Öl und die Pipeline sind auch ein wesentlicher Grund!

    ... ich werde nicht müde es zu wiederholen: Es geht nicht ums Öl!!!

    Es geht um die Vernichtung der letzten souveränen Staaten für den Plan des Weltstaates (NWO), für den man bei Erwähnung sofort als Verschwörungstheoretiker verteufelt wird! Warum nur?

    Denkt darüber nach!
    Souveräne Staaten gibt es noch sehr viele, und an deren Destabilisierung wird auch fest gearbeitet!
    Doch auch immer mehr Staaten, die schon im System eingegliedert sind, sie kämpfen wieder um ihre Souveränität!
    Auch mit dem Ausrutscher Trump, der im Moment die Seiten gewechselt hat, vielleicht auch schon immer auf dieser Seit war!
    Sie werden und dürfen es auf keinesfalls schaffen!
    Das selbe Spiel mit der Massiven Bargeldeinschränkung! Mit welchen Recht umgeht die Finanz ein Recht das im BGB verankert ist und auch nicht Abgeschafft oder geändert wurde einfach zu Umgehen???
    Es wird Zeit dafür auf die Barrikaden zu gehen!

    LG

  5. #55
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    AW: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

    Zitat Zitat von green energy Beitrag anzeigen
    @AreWe?, da gebe ich Dir recht und lege dich nicht in die VT Schublade! Doch das Öl und die Pipeline sind auch ein wesentlicher Grund!

    Souveräne Staaten gibt es noch sehr viele, und an deren Destabilisierung wird auch fest gearbeitet!
    Doch auch immer mehr Staaten, die schon im System eingegliedert sind, sie kämpfen wieder um ihre Souveränität!
    Auch mit dem Ausrutscher Trump, der im Moment die Seiten gewechselt hat, vielleicht auch schon immer auf dieser Seit war!
    Sie werden und dürfen es auf keinesfalls schaffen!
    Das selbe Spiel mit der Massiven Bargeldeinschränkung! Mit welchen Recht umgeht die Finanz ein Recht das im BGB verankert ist und auch nicht Abgeschafft oder geändert wurde einfach zu Umgehen???
    Es wird Zeit dafür auf die Barrikaden zu gehen!

    LG
    Dann haben die Medien bei Dir voll gewirkt!
    Das Öl ist gar kein Grund! Nur so oft in der Lügenpresse veröffentlicht, dass alle es glauben.

    Mit Souveränität meinte ich nicht den Standard-Lexikonbegriff! Das hat überwiegend mit der Abhängigkeit vom Dollar, bzw. bestimmten Institutionen, wie IWF, Weltbank, etc. zu tun. Die Steuerung erfolgt über das weltweite Geldsystem.
    Es geht (ging) um die Staaten die den Zielen der NWO im weg sind (waren)!
    (Libyen), Syrien, Iran, Nordkorea, Russland, China sehe ich mit Fragezeichen und, wie Du schreibst, einige andere, die anfangen sich zu wehren.
    Der dicke Brocken ist Russland! Wenn der komplett umzingelt ist, dann .......

    LG
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    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
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  6. #56
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    AW: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

    Meinungsverschiedenheiten innerhalb des antiimperialistischen Lagers

    von Thierry Meyssan

    Als sein Land von den Dschihadisten in 2011 angegriffen wurde, reagierte Präsident Bachar Al-Assad gegen die Strömung: statt die Befugnisse der Sicherheitsdienste zu stärken, hat er sie geschwächt. Sechs Jahre später geht sein Land aus dem wichtigsten Krieg seit dem von Vietnam als Sieger hervor. Die gleiche Art von Aggression findet jetzt in Lateinamerika statt, wo sie eine viel klassischere Reaktion hervorruft. Thierry Meyssan entwickelt hier die unterschiedliche Analyse und Strategie von den Präsidenten Assad einerseits und Maduro und Morales andererseits. Es soll diese Staatsmänner nicht in einen Wettstreit setzen, sondern sie aufrufen, sich von den politischen Katechismen zu befreien und die Erfahrungen der letzten Kriege zu berücksichtigen


    Im Mai 2017 erklärte Thierry Meyssan auf Russia Today, warum die südamerikanischen Eliten angesichts des US-Imperialismus einen falschen Weg einschlagen. Er bestand auf den Paradigmenwechsel der heutigen bewaffneten Konflikte und die Notwendigkeit, radikal neu zu überdenken, wie man die Heimat verteidigt. Die Destabilisierung-Operation von Venezuela geht weiter voran. Zunächst haben gewalttätige Gruppen, die gegen die Regierung demonstrierten, Passanten, wenn nicht auch Bürger, die sich ihnen angeschlossen hatten, getötet. Dann inszenierten die großen Lebensmittel-Händler einen Mangel in den Supermärkten. Einige Mitglieder der Sicherheitskräfte griffen darauf zwei Ministerien an, riefen zum Aufstand auf und gingen in den Untergrund.

    Die internationale Presse lastet andauernd die Toten der Proteste dem "Regime" an, während viele Videos bezeugen, dass sie absichtlich von den Demonstranten selbst ermordet wurden. Auf Grund dieser falschen Nachrichten nennt sie Präsident Nicolas Maduro einen "Diktator", wie sie es vor sechs Jahren mit Muammar Gaddafi und Baschar Al-Assad gemacht hat.
    Die Vereinigten Staaten verwendeten die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) gegen Präsident Maduro, so wie sie einst die Arabische Liga gegen Präsident Al–Assad verwendet haben. Caracas, ohne seinen Ausschluss aus der Organisation abzuwarten, hat die Methode angeprangert und verließ sie aus eigenem Willen.

    Die Maduro-Regierung hat jedoch zwei Misserfolge:
    ein großer Teil seiner Wähler hat sich während der Parlamentswahlen vom Dezember 2015 nicht zu den Urnen begeben, wodurch die Opposition die Mehrheit im Parlament gewonnen hat.
    er hat sich von der Nahrungsmittelkrise überraschen lassen, obwohl sie schon in der Vergangenheit in Chile gegen Allende und in Venezuela gegen Chavez organisiert worden war. Es dauerte mehrere Wochen, um neue Versorgungswege einzurichten.

    Aller Voraussicht nach wird der Konflikt, der in Venezuela beginnt, nicht innerhalb seiner Grenzen einhalten. Er wird den ganzen Nordwesten des südamerikanischen Kontinents und die Karibik anstecken.
    Ein weiterer Schritt wurde mit militärischen Vorbereitungen gegen Venezuela, Bolivien und Ecuador unternommen, ausgehend von Mexiko, Kolumbien und Britisch-Guayana. Diese Koordination erfolgt durch das Team des ehemaligen strategischen Büros für globale Demokratie (Office of Global Democracy Strategy); eine von Präsident Bill Clinton erstellte Einheit, die dann von Vizepräsident Dick Cheney und seiner Tochter Liz weiterbetrieben wurde. Ihre Existenz wurde von Mike Pompeo, dem derzeitigen Direktor der CIA bestätigt. Was in der Presse und dann durch Präsident Trump zu der Erwähnung einer US-militärischen Option führte.

    Um sein Land zu retten, hat sich das Team von Präsident Maduro geweigert, dem Beispiel von Präsident Al-Assad zu folgen. Ihm zufolge sind die Situationen völlig anders. Die Vereinigten Staaten, die führende kapitalistische Macht, würde sich an Venezuela vergreifen, um das Öl zu stehlen, gemäß einem in der Vergangenheit auf drei Kontinenten oft wiederholten Beispiel. Diese Ansicht wurde gerade in einer Rede von Evo Morales, Präsident von Bolivien, bekräftigt.
    Wir dürfen nicht vergessen, dass im Jahr 2003 und 2011, Präsident Saddam Hussein, der Führer Muammar Gaddafi, und viele Berater von Präsident Assad ganz gleich argumentierten. Ihnen zufolge haben die Vereinigten Staaten hintereinander Afghanistan, den Irak, dann Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien nur deswegen angegriffen, um die Regime zu stürzen, die ihrem Imperialismus widerstanden und um die Öl-Reserven im Erweiterten Nahen Osten zu kontrollieren. Viele anti-imperialistische Autoren machen noch heute dieselbe Analyse, z. B. indem sie versuchen, den Krieg gegen Syrien durch die Unterbrechung des katarischen Gas-Pipeline-Projektes zu erklären.

    Aber diese Argumentation hat sich als falsch erwiesen. Die Vereinigten Staaten suchten weder progressistische Regierungen (Libyen und Syrien) zu stürzen, noch Öl und Gas aus der Region zu stehlen, sondern wollen Staaten zerstören, um Bevölkerungen in die Steinzeit zurückzuwerfen, in eine Zeit, als "der Mensch noch ein Wolf für den Menschen war."

    Der Sturz von Saddam Hussein und Muammar Gaddafi hat keinen Frieden wieder hergestellt. Die Kriege haben angehalten, trotz der Installierungen einer Besatzungsregierung in Irak, dann auch von Regierungen in der Region, die Kollaborateure des Imperialismus gegen die nationale Unabhängigkeit einschlossen. Die Kriege gehen weiter, und zeigen, dass Washington und London nicht Regime stürzen, oder Demokratien verteidigen wollen, sondern um Völker zu vernichten. Es ist eine grundlegende Erkenntnis, die unser Verständnis des modernen Imperialismus erschüttert.
    Diese radikal neue Strategie wurde von Thomas P. M. Barnett schon seit dem 11. September 2001 gelehrt. Sie wurde öffentlich aufgedeckt und im März 2003 vorgestellt - also kurz vor dem Krieg gegen den Irak - in einem Esquire Artikel, dann auch in dem gleichnamigen Buch The Pentagon’s New Map, aber sie erscheint als so grausam, dass niemand gedacht hat, dass sie umgesetzt werden kann.

    Für den Imperialismus gilt, die Welt in zwei zu teilen: auf der einen Seite eine stabile Zone, die vom System profitiert, auf der anderen, ein schreckliches Chaos, wo niemand mehr daran denkt zu widerstehen, sondern nur um zu überleben; eine Zone, aus der die multinationalen Unternehmen Rohstoffe gewinnen können, die sie brauchen, ohne niemandem Rechenschaft zu schulden.


    Laut dieser, einer Power-Point entnommenen Karte von Thomas P. M. Barnett auf einer Konferenz im Pentagon im Jahr 2003, müssen alle Staaten der rosaroten Zone zerstört werden. Dieses Projekt hat nichts mit dem Klassenkampf auf nationaler Ebene zu tun, noch mit der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Nach dem Erweiterten Nahen Osten bereiten sich nun die US-Strategen vor, das nordwestliche Lateinamerika in Schutt und Asche zu legen.

    Seit dem siebzehnten Jahrhundert und dem englischen Bürgerkrieg entwickelte sich der Westen in der Angst vor dem Chaos. Thomas Hobbes lehrte uns, eher die “Raison d‘état“ auszuhalten, als zu riskieren, solche Qualen wieder zu erleben. Der Begriff des Chaos kam uns erst wieder mit Leo Strauss, nach dem zweiten Weltkrieg. Dieser Philosoph, der persönlich viele Beamten des Pentagons geschult hat, wollte eine neue Form von Macht aufbauen, indem ein Teil der Welt in die Hölle gestürzt würde.

    Die Erfahrung des Dschihadismus im Erweiterten Nahen Osten hat uns gezeigt, was Chaos ist.

    Selbst wenn er auf die Ereignisse von Deraa (März-April 2011) wie von ihm erwartet reagiert hatte, indem er die Armee gegen die Dschihadisten der Moschee al-Omari schickte, war Präsident Al -Assad der erste der verstand, worum es ging. Statt die von außen kommende Aggression durch die Ordnungskräfte zu unterdrücken, schränkte er die Befugnisse der Sicherheitskräfte ein, und gab dem Volk die Mittel, um das Land zu verteidigen.
    Zu allererst hob er den Ausnahmezustand auf, löste die Sondergerichte auf, befreite die Internet-Kommunikationen und verbot den Streitkräften ihre Waffen zu verwenden, wenn unschuldige Menschen damit gefährdet werden könnten.

    Diese gegenströmigen Entschlüsse hatten schwere Folgen. Beispielsweise bei einem Angriff auf einen Militärkonvoi in Banias haben die Soldaten beschlossen, von ihren Waffen zur Selbstverteidigung nicht Gebrauch zu machen. Sie zogen vor, durch die Bomben der Angreifer verletzt zu werden und manchmal zu sterben, anstatt auf die Einwohner, die sie ohne einzugreifen beobachteten, zu schießen.

    Wie viele Leute dachte auch ich zu diesem Zeitpunkt, dass er ein schwacher Präsident war, welcher zu treue Soldaten hatte, und dass Syrien zermalmt werden würde. Jedoch haben Baschar Al-Assad und die syrischen Armeen sechs Jahre später ihre Wette gewonnen. Wenn auch zunächst die Soldaten nur alleine gegen die ausländische Aggression kämpften, hat sich langsam jeder Bürger mitbeteiligt, jeder auf seinem Posten, um das Land zu verteidigen. Diejenigen, die nicht konnten oder nicht widerstehen wollten, gingen ins Exil. Sicherlich haben die Syrer viel gelitten, aber Syrien war der einzige Staat der Welt, seit dem Krieg in Vietnam, der dem Imperialismus die Stirne bot, bis dieser müde war und aufgab.
    Zweitens, angesichts der Invasion vieler Dschihadisten von allen muslimischen Völkern, von Marokko bis China, hat Präsident Assad beschlossen, einen Teil des Territoriums aufzugeben, um seine Bevölkerung zu retten.

    Die syrische arabische Armee zog sich in das "nützliche Syrien" zurück, d.h. in die Städte und überließ das Land und die Wüsten den Angreifern. Dagegen achtete Damaskus ununterbrochen auf die Nahrungsversorgung in allen unter ihrer Kontrolle stehenden Gebieten. Im Gegensatz zu einem im Westen gängigen Missverständnis gab es Hungersnot in den durch die Dschihadisten kontrollierten Gebieten und in einigen von ihnen belagerten Städten; die "ausländischen Rebellen" (verzeihen Sie das Oxymoron), von den Verbänden des "humanitären" Westens beliefert, benutzten die Verteilung von Lebensmittelpaketen, um die Bevölkerung, die sie aushungerten, zu unterjochen.

    Das syrische Volk hat von selbst festgestellt, dass nur die Republik, und nicht die Muslim-Bruderschaft und ihre Dschihadisten, es ernährte und schützte.
    Drittens hat Präsident Assad in einer Rede am 12. Dezember 2012 erklärt, wie er die politische Einheit des Landes erneuern würde. Er bemerkte die Notwendigkeit, eine neue Verfassung auszuarbeiten und für ihre Annahme eine qualifizierte Mehrheit des Volkes braucht, und dass er dann mit der demokratischen Wahl der gesamten institutionellen Beamten, einschließlich des Präsidenten natürlich, vorgehen würde.
    Damals belächelten die Westler den Willen von Präsident Assad, Wahlen mitten im Krieg zu organisieren. Heute unterstützen jedoch alle an der Lösung des Konflikts beteiligten Diplomaten, einschließlich jener der Vereinten Nationen, den Assad-Plan.

    Obwohl die Dschihadisten Kommandos im ganzen Land verweilten, besonders in Damaskus, und Politiker in ihren Häusern mit ihren Familien ermordeten, hat Präsident Assad nationale Gegner ermutigt, das Wort zu ergreifen. Er hat dem liberalen Hassan el-Nuri und dem marxistischen Maher el-Hajjar Sicherheit garantiert, damit auch sie das Risiko der Präsidentschaftswahlen vom Juni 2014 eingehen. Trotz der Forderung der Muslim-Bruderschaft und der westlichen Regierungen nach einem Boykott, trotz des dschihadistischen Terrors, trotz des Exils von Millionen Staatsbürgern im Ausland, reagierten 73,42 % der Wähler präsent

    Ebenso schuf er seit dem Anfang des Krieges ein Ministerium der nationalen Aussöhnung, was man noch nie in einem Land im Krieg gesehen hatte. Er vertraute es dem Präsidenten einer Alliierten Partei an, der SSNP von Ali Haidar. Dieser hat mehr als eintausend Vereinbarungen ausgehandelt und geschlossen, die die Amnestie von Bürgern, die Waffen gegen die Republik ergriffen hatten, aber dann der syrischen arabischen Armee beigetreten sind, bescheinigte.

    Während dieses Krieges hat Präsident Assad niemals Gewalt gegen sein eigenes Volk verübt, egal was jene sagen, die ihn grundlos massiver Folter beschuldigen. So hat er auch noch immer keine allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Es ist für einen jungen Mann immer noch möglich, seinen Militärdienst zu verweigern. Administrative Schritte gestatten jedem männlichen Bürger dem Wehrdienst zu entgehen, wenn er nicht sein Land mit der Waffe in der Hand verteidigen will. Nur die Ausgewanderten, die nicht die Gelegenheit hatten diese Schritte einzuleiten, können sich im Widerspruch zu diesen Gesetzen befinden.

    Sechs Jahre lang hat Präsident Assad nicht angehalten, einerseits an sein Volk zu appellieren, ihm Aufgaben anzuvertrauen, und andererseits zu versuchen, es zu ernähren und zu beschützen, soweit es möglich war. Er ist immer das Risiko eingegangen, vorerst zu geben und dann erst zu erhalten. Das ist der Grund, warum er heute das Vertrauen seines Volkes hat und auf aktive Unterstützung zählen kann.

    Die südamerikanischen Eliten irren sich, wenn sie die Schlachten der vergangenen Jahrzehnte für eine gerechtere Verteilung des Reichtums fortsetzen. Der wichtigste Kampf ist nicht mehr zwischen der Mehrheit des Volkes und einer kleinen Klasse von Privilegierten. Die Wahl, die sich den Völkern des Erweiterten Nahen Osten gestellt hat und die nun auch die Südamerikaner ihrerseits treffen müssen, ist das Vaterland zu verteidigen oder zu sterben.
    Die Tatsachen beweisen es: der zeitgenössische Imperialismus zielt nicht mehr nur auf den Raub der natürlichen Reserven ab. Er dominiert die Welt und plündert ohne Skrupel. Auch zielt er von nun an darauf ab, Völker zu vernichten und Gesellschaften von Regionen zu zerstören, deren Bodenschätze er bereits ausbeutet.

    In diesem Zeitalter des Eisens, allein die Assad Strategie gestattet aufrecht und frei zu bleiben.
    quelle:http://www.voltairenet.org/article197487.html

    LG

  7. #57
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    AW: Ukraine/Syrien: Geopolitik dominiert alles!

    Geopolitischer Wettkampf Russland-USA droht schon in Militärkonflikt auszuwachsen


    Während die syrische Regierungsarmee sich für Kämpfe mit den Kurden in Deir ez-Zor rüstet, droht der geopolitische Wettkampf Russlands und der USA im Nahen Osten in einen militärischen Konflikt überzugehen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.


    Eine erfolgreiche Erstürmung der Stadt Deir ez-Zor mit Unterstützung durch russische Fliegerkräfte und Spezialeinheiten ist von strategischer Bedeutung. Allerdings droht der bewaffnete Kampf gegen IS-Extremisten, den die Regierungskräfte und die US-geführte Koalition im Osten Syriens führen, in Kampfhandlungen zwischen Syrien und Russland einerseits sowie kurdischen Einheiten und Pentagon-Militärs andererseits überzugehen.
    Arabische Medien berichteten am Sonntag, dass der stellvertretende Kommandant der US-Koalition im Nahen Osten, Generalmajor Robert Jones, mitteilte, dass er die syrischen Regierungstruppen daran hindern werde, den Euphrat zu überqueren, um nach Deir ez-Zor gelangen.

    Jones drohte angeblich mit der Vernichtung der Einheiten der Freien Syrischen Armee im Falle des Versuchs der Überquerung des Flusses. Es gab keine offiziellen Meldungen zu diesem Thema. Allerdings kann man diesen Informationen wohl vertrauen, weil die Logik der Handlungen der Assad-Truppen und der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die von den USA unterstützt werden, die Befreiung von ein und demselben Territorium vorsieht.

    Damaskus erklärte bereits eine baldige Säuberung von Deir ez-Zor von den Terroristen und das weitere Vorrücken in der südöstlichen Richtung, wo die wichtigsten Ölfelder der Provinz liegen. In diese Gebiete drängen wohl auch Amerikaner, die mithilfe der SDF-Einheiten die Islamisten östlich und nördlich des Euphrats vertreiben wollen. Kurdische Medien berichten, dass die SDF-Truppen nicht in den Kampf gegen die Freie Syrische Armee ziehen wollen. Doch falls es einen entsprechenden Bedarf geben würde, seien sie bereit, mit Feuer zu antworten.

    Die Kurden von den SDF-Einheiten werden mit Unterstützung der USA de facto immer aggressiver. Damaskus ist zu Gegenmaßnahmen bereit. Russland bezog bislang keine Position dazu. Laut dem Militärexperten Juri Netkatschew ist das mit den weitreichenden Zielen Washingtons verbunden. Falls die Kurden es schaffen sollten, die Freie Syrische Armee einzuholen und einen großen Teil der Provinz Deir ez-Zor zu befreien, würde das eine faktische Errichtung der Kontrolle der USA über die öl- und gasreiche Region bedeuten.

    Zudem würde das den Kurden die Möglichkeit geben, die wirtschaftliche Grundlage für die Abtrennung vom Hauptterritorium Syriens zu schaffen, womit sich jetzt das irakische Kurdistan befasst. Zudem könnten die USA mit der Einnahme von Deir ez-Zor einen bedeutenden Teil der Terroristen, die aus GUS-Ländern kommen, beeinflussen, die jetzt sich massenhaft den Kurden ergeben. Ihre Rückkehr in die Heimat – den Kaukasus, Region Wolga, Zentralasien — könne zur Destabilisierung der Lage in diesen Regionen führen, so Netkatschew.

    Laut dem Experten kann eine erfolgreiche Offensive der Kurden in Deir ez-Zor durch mehrere Faktoren verhindert werden. Der größte davon ist damit verbunden, dass die Freie Syrische Armee jetzt stärker als SDF ist, obwohl die SDF von den USA unterstützt wird.

    „Die Handlungen der USA in Syrien sind illegitim. Assad-Truppen können auf dem eigenen Territorium wo sie wollen vorrücken. Falls die Amerikaner dabei stören werden, droht dies mit internationalen Skandalen. Zudem damit, dass Russland, das Damaskus unterstützt, ebenfalls hart antworten kann“, so der Experte.

    Zugleich unternehmen die USA auch andere Schritte, darunter nichtmilitärische, um die Macht Assads zu schwächen. Wie arabische Medien mitteilen, bereiten sich syrische Kurden mit Unterstützung durch die USA darauf vor, am 22. September Kommunalwahlen abzuhalten. Bereits für Januar 2018 sind auf ihrer Grundlage Regionalwahlen der Abgeordneten des autonomen Parlaments der syrischen Kurden geplant. Bislang ist eine völlige Abtrennung von Syrien nicht geplant, doch dass diese Wahlen ohne Abstimmung mit Damaskus stattfinden, wirft Fragen auf.
    QUELLE:https://de.sputniknews.com/zeitungen...-auszuwachsen/
    LG

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