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Thema: KenFm - Tagesdosis

  1. #21
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    Tagesdosis 8.8.2017 - Kauft nicht beim Russen!



    Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

    Nach dem US-Kongress hat nun auch der Senat mit großer Mehrheit neue Sanktionen gegen Russland beschlossen – nur zwei Senatoren stimmten dagegen, der libertäre Rand Paul und Bernie Sanders. Es scheinen die beiden letzten im Senat verbliebenen Vertreter zu sein, die ihren ökonomischen Verstand noch nicht völlig verloren haben. Denn, so hat es der keineswegs russland-freundliche Wirtschaftsdienst „Bloomberg“ unlängst vorgerechnet: schon die bisherigen Sanktionen haben Russland eher genutzt als geschadet. Trotz des niedrigen Ölpreises und der Sanktionen wird für 2017 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 % erwartet und die Zustimmungsraten für Präsident Putin lagen im Juli bei 81 % - weder der russischen Wirtschaft noch der Beliebtheit des Kreml-Chefs konnten die Handelsbeschränkungen also wirklich schaden. Warum also nun ein weitere Sanktionen?

    Die Antwort liefert ein großes Schiff, das zum selben Zeitpunkt in Großbritannien anlandete, als Donald Trump zum G-20-Gipfel in Europa weilte: der erste Transport von Fracking-Gas aus den USA. Mit der ökologisch bedenklichen und ökonomisch aufwändigen Gewinnung von Erdgas durch Fracking, bei dem Wasser und Chemikalien mit hohem Druck in die Tiefe gepumpt werden, wollen die Vereinigten Staaten künftig Energieexporteur werden. Und Europa, wo die Schiefergas-Förderung nach einem kurzen Hype als gefährlich und unrentabel schon wieder ad acta gelegt wurde, soll den Amerikanern ihren Stoff abkaufen. Was die rohstoffarmen EU-Länder aber nun kaum tun wrrden, wenn sie sich preiswert und zuverlässig quasi aus der Nachbarschaft versorgen könnten. Wie über eine zweite Erdgas-Pipeline durch die Ostsee, Nord Stream 2, deren Bau und Finanzierung fünf europäische Konzerne im Juni beschlossen haben. Das vitale Interesse der westeuropäischen Industrieländer, allen voran Deutschland, an zuverlässiger Energieversorgung – und des Rohstoffriesen Russland, diese Nachfrage kostengünstig zu gewährleisten - macht „Nord Stream 2“ zu einer Win-Win-Situation für beide Seiten. Direkt durch die Ostsee statt auf dem Landweg, wo Anrainer mit Transitgebühren die Hand aufhalten, oder, wie die Ukraine, den Stoff illegal gleich selbst abzapfen.

    Dass Kanzlerin Merkel und ihr Vize Gabriel wegen der amerikanischen Kritik an der zweiten Ostseeröhre schon im Juni in Richtung Washington relativ lautstark protestierten, zeigt wie essentiell die Sache für den Industriestandort Deutschland ist.
    Warum ist ein partnerschaftliches Verhältnis von USA, EU und Russland so schwer möglich ? Die Antwort auf diese Frage lautet: “Dass die energiehungrige EU aus Regionen versorgt wird, die sich nicht dem Diktat des US-Imperiums beugen, läuft der Doktrin der “Full Spectrum Dominance” zu wider und wird von Washington als feindseliger Akt betrachtet.”

    So einfach ist das: “Kauft nicht beim Russen!” lautet die Parole, kauft beim Kopf-Ab-Saudi und den wahabitischen Wickelmützen oder - noch besser - lasst euch direkt von uns versorgen: mit Fracking-Gas per Schiff – aber keinesfalls direkt und kostengünstig von eurem Ostsee-Nachbarn Russland. Es kann und darf zwischen Europa und Asien, zwischen Deutschland und Russland, keinen friedlichen Handel und “Wandel durch Annäherung” (Willy Brandt) geben, weil dieses kontinentale Zusammenwachsen im ost-mitteleuropäischen “Herzland” – wie es einst der britische Geo-Stratege Mackinder nannte und sein jetzt verstorbener Schüler Zbig Brzeziński in „Die einzige Weltmacht“ fortschrieb – die unipolare Vormachtstellung der Vereinigten Staaten verhindert.

    Es geht also bei diesen Sanktionen in erster Linie um Geopolitik und nicht um Ökonomie. Dass die westeuropäischen Regierungen, allen voran die deutsche, sich diesem Diktat massiv verweigern müssen, ist klar, denn sie schneiden sich damit nur selbst ins eigene Fleisch. Russland kann sein Erdgas jederzeit nach China und ganz Asien verkaufen, für Deutschland und die EU aber sind Energie-Importe absolut essentiell. Sich von der ökonomisch wie ökologisch schwachsinnigen Frackingas-Verschiffung aus den USA abhängig zu machen käme einem Selbstmord des Industriestandorts Westeuropa gleich.
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  2. #22
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    Tagesdosis 9.8.2017 - Trump, Schulz und Wulff treffen Merkel



    Eine WC-Raum-Prélude in Es-Dur

    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

    Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wofür wir Politiker eigentlich brauchen?

    Sie stehen morgens auf, steigen in ihre Puschen und gehen im Halbschlaf in ihr Badezimmer. Sie putzen sich die Zähne, steigen in die Dusche, waschen sich, trocknen sich ab, machen Frühstück. Ihre Kinder wachen gerade auf, sie bereiten das Frühstück vor. Ihre Familie sitzt und isst ein wenig. Dann fahren sie die Kinder zur Schule und anschließend selbst zur Arbeit, steuern eine Fertigungsstraße oder verwalten ihren Dienst. Sie machen eine Frühstücks- und eine Mittagspause, zwei drei Zigarettenpausen, wenn sie rauchen und fahren anschließend wieder nach Hause. Kontrollieren die Hausaufgaben ihrer Kinder, machen das Abendessen. Unternehmen vielleicht noch mit der ganzen Familie etwas oder allein mit den Kindern und lesen ein Buch oder schauen Fernehen, zappen im Internet oder bei Netflix vorbei. Dann gehen sie in ihr Badezimmer und machen sich bettfertig. Gehen schlafen, haben vielleicht zuvor Sex oder lassen den Tag angenehm mit Musik oder spaßigen Gesprächen beenden.

    Und jetzt kommt der Aha-Effekt! Der kommt übrigens nicht gleich bei jedem und sofort.

    Sie haben das alles getan, ohne einen Politiker danach zu fragen, ob sie es so oder so hätten machen sollen. Sie haben das alles ganz allein bewältigt.

    Sie haben, vermutlich wie ich auch, ihr Radio angeschaltet, während sie sich am frühen Morgen für den Tag frisch gemacht haben. Was hörten Sie? Vermutlich das Gleiche wie ich: „Martin Schulz will sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen“, es strömten Schweißperlen ihrer Stirn hinunter bis zum Kinn, „Schulz will SPD-Partei-Chef bleiben, egal ob er die Wahl gewinnt oder nicht“. Während sie sich mit einem Kleenextuch den Schweiß abwischten erklang in ihrem Badezimmer, gleich ungebetener Geister, eine Stimme aus dem Radio und sprach: „Christian Wulff, Bundespräsident a.D. arbeitet für eine türkische Modefirma Yargici. Wulff weist jegliche Vorwürfe, einen Nebenjob zu haben, entschieden zurück!“

    Sie kennen sich und wissen, Obacht gebend, sonst würden sie auf ihrer Badematte ausrutschen und unsanft auf die Fliesen fallen. Da erschallt es fanfarenhaft weiter aus dem Radio oder in ihrem Hirn, sie wissen es nicht mehr, die Gesiterstimme: „US-Präsident Donald Trump droht Nordkorea mit militärischer Macht. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, so der US-Präsident Donald Trump, „werde dieser mit Feuer, Zorn und Macht begegnet werden, wie sie die Welt so noch nicht gesehen hat!“

    Sie können sich den Schrei nicht verkneifen, während ihre Zahnbürste noch dabei ist, ihre rechten Backenzähne, die sich nun in ihrem Oberkiefer bebend der Bürste entgegen stemmen, da fliegen Speichel mit verschäumter Zahnpasta schon gegen den Spiegel. Ihre Frau kommt mit aufgerissenen Augen, den Türgriff heftig nach unten reißend in die Tür, und fragt erschrocken: „Was ist los!?“ Sie erwidern nur: „Nichts. Alles ist in Ordnung. Trump will nicht mehr mit den Chinesen spielen. Er will Nordkorea mit seiner Schippe kräftig auf den Kopf hauen.“

    Im selben Atemzug erinnern sie sich an ihre Kinder, als die noch sehr klein waren und im Sandkasten ihre ersten Erfahrungen mit Wut und Zorn und Macht und Feuer im Kopf erlebten. Wie oft sie schlichten und beruhigen mussten, das wissen sie schon gar nicht mehr.

    Nun das Schlussthema.

    Interne Gespräche mit vorgehaltener Hand im Ministerium des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil SPD. Sie wissen schon, Regierungskrise in Hannover, weil die Grünen-Abgeordnete Elke Twesten zur CDU emigrierte. Ministerpräsident Weil weiß, dass die vorgezogenen Wahlen im Oktober nicht zu gewinnen sinn. Und was macht ein Ministerpräsident in so einem Fall? Er muss zusehen, dass seine Schäfchen im Trocknen landen. Heißt, er muss jetzt seinen Günstlingen in der SPD einen Job besorgen. Das macht man so, wenn man nicht mehr regiert. Man lobt seine Beamte irgendwo hin, Hauptsache aufwärts. Dabei erfinden sie auch häufig irgendeine Stelle, nur um sie mit Karriere zu füllen. Beamte kann man schließlich nicht kündigen, nur weil der Arbeitsbereich nicht mehr da ist...weiterlesen auf unserer Homepage: www.kenfm.de)
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  3. #23
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    Tagesdosis 10.8.2017 - Säbelrasseln im USA - Nordkorea Konflikt



    Ein Kommentar von Bernhard Loyen. Der Volksmund nennt es Säbelrasseln. Eine sehr harmlose Umschreibung eines sich anbahnenden Waffenkonflikts, der heute Morgen die erste Tagesdosis Kaffee nicht wirklich schmecken ließ. Spiegel Online fasst zusammen: Trotz Warnungen vor einer militärischen Eskalation des Konflikts setzen die USA und Nordkorea ihre Kriegsrhetorik fort. US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Pjöngjang, vor allen "Aktivitäten, die zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen würden". Nordkorea erklärte, US-Präsident Donald Trump verstehe nur "absolute Stärke" und präzisierte die Pläne für einen Raketenangriff nahe dem US-Außenposten Guam im Pazifik[1]. Laut CNN von diesem Morgen, gäbe es trotz beidseitiger Kriegsrhetorik, keinerlei Anzeichen eines Erstschlags von Seiten der USA[2]. Die New York Times beschwichtigt Trumps Satz: Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen mit Feuer, Wut und Macht begegnet, wie die Welt es so noch nicht gesehen habe, - dieser Satz wäre schlicht improvisiert gewesen[3]. Das beruhigt nicht wirklich. Erste Anzeichen für einen sich anbahnenden Konflikt in dieser Region gibt es seit April diesen Jahres[4]. Nordkorea droht nun mit einem Angriff auf die Pazifikinsel Guam. Warum? Es gibt dort einen US-Stützpunkt. Die Pazifikinsel ist also von großer militärischer Bedeutung. Guam ist eine Art Drehkreuz für die US-amerikanische Luftwaffe. Von dort brachen die Verbände bereits in seiner Vergangenheit in verschiedene Konflikte auf: nach Korea und Vietnam. Die Luftwaffenbasis Andersen ist eine der größten Basen, die Washington außerhalb des amerikanischen Festlandes unterhält - und die gleichwohl - auf US-Territorium liegt[5]. Die Bewohner der Insel sind seit 1898 amerikanische Staatsbürger, haben bei Präsidentschaftswahlen aber kein Stimmrecht. Man fühlt sich wiedermals hilflos. Mein erster Gedanke nach Betrachten der Meldungen war: Wo ist die US Friedensbewegung bzw. wann wird sie aktiv? Die Bürgerbewegung, die besorgten Künstler und Intellektuellen nach Trumps Wahlerfolg? Die tausende Demonstranten mit rosa Mützen? Geschichte kann sich wiederholen. Ich habe folgenden Text aus dem Jahre 2010 gefunden: „Die Anti-Vietnam Bewegung in den USA“[6]. Nachfolgend Auszüge aus dem Text: „Der Vietnamkrieg begann 1946 mit dem Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft. 1954 wurde das Land in einen kommunistischen, von der Sowjetunion unterstützten Norden und den dem westlichen Block sich zurechnenden Süden geteilt. In der Folge kam es zu einem Bürgerkrieg im Süden. Die USA griffen 1965 offiziell in den Krieg ein, nachdem sie im August 1964 einen Angriff nordvietnamesischer Schiffe auf eines ihrer Kriegsschiffe im Golf von Tonkin vortäuschten, um eine innenpolitische Legitimation für den Kriegseintritt zu haben. (Dies wurde dann durch die von Daniel Ellsberg veröffentlichten Pentagon-Papiere 1971 bekannt.) Der Krieg weitete sich auch auf die Nachbarstaaten Laos und Kambodscha aus. 1973 zogen die USA ihre Truppen ab, und der Krieg, der etwa drei Millionen Menschen das Leben kostete, endete 1975 mit der Einnahme der südvietnamesischen Hauptstadt Saigons; Nordvietnam übernahm die Kontrolle über das gesamte Land...(weiterlesen auf unserer Homepage: www.kenfm.de)
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  4. #24
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    Tagesdosis 11.8.2017 - Danke Martin Schulz! Für den langweiligsten Wahlkampf



    Ein Kommentar von Pedram Shahyar. Erinnert sich irgendjemand an einen Wahlkampf, der noch langweiliger war als der der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2017? In 6 Wochen wird gewählt. Und man merkt nichts, aber gar nichts, von einer politischen Spannung. Nur ein paar lausige Plakate an den Säulen, entworfen von mittelmäßigen Werbeagenturen, erinnern daran, dass irgendwann bald irgendwas gewählt wird. Sicher, die meisten werden zur Wahl gehen, weil das noch ein bisschen demokratische Mitbestimmung verspricht. Aber irgendwie spürt die gesamte Bevölkerung, dass sich nichts, aber auch gar nichts verändern wird. Was waren das für Monate in den USA vor den Wahlen? Die große politische Schlacht in den Vorwahlen, wo die Außenseiter Sanders und Trump das Establishment der großen Parteien vor sich her trieben. Sanders Wahlkampf-Kundgebungen zogen Hundertausende, meist junge Menschen an. Trump polterte und alle redeten darüber. In Frankreich ebenso Hochspannung: die alten großen Parteien schmolzen dahin. Macron schoss wie der Phoenix aus der Asche und mobilisierte viele Franzosen in seine neue Partei. Der rechtsradikale Front National wuchs immer weiter bedrohlich an und die neue Linke um Melenchon verpasste es nur knapp, die Machtfrage von links zu stellen. In England überraschte der Altsozialist und Friedensaktivist Corbyn mit der Übernahme der Labour-Party. Es kam zu einer riesigen Mobilisierung in kürzester Zeit und zu einer spannenden und knappen Wahl. Obwohl die Konservativen sich schon als sichere Sieger gesehen hatten, wurden sie zur „Koalition des Chaos“ und Labour steht bereit für die Machtübernahme und verspricht einen scharfen Politikwechsel in der Sozial-und Außenpolitik. Überall Hochspannung. Die Zukunft der jeweiligen Länder lag offen vor der Wahl und man wusste nicht welche Richtung die Politik gehen wird. Dass es in Deutschland vor der Wahl schon vollkommen klar ist, wer die nächste Kanzlerin ist und die Politik genauso weiter gehen wird wie vorher, hat einen zentralen Grund: Die marode SPD mit Martin Schulz an ihrer Spitze. Die SPD hat seit der Regierung Schröder und ihr Hauptprojekt der Agenda 2010 ihre soziale Substanz und damit jegliche reale Option auf die Kanzlerschaft verloren. Dabei sehen wir überall, wie groß die Sehnsucht nach einer sozialen Wende ist, wie Sanders, Melenchon und Corbyn Millionen elektrisieren und mobilisieren. Schulz hat für einen kurzen Moment diese Illusion bedient, die SPD könnte eine soziale Wende herbeiführen. Doch dieser medialer Hype war so sehr von der Realität der SPD entfernt, dass es nicht mehr als ein Strohfeuer sein konnte. Die SPD ist bis ins Mark von neoliberalen Karrieristen besetzt und ohne einen kompletten Systemwechsel der Partei werden keine große Massen hier wieder Hoffnung schöpfen können. Als ob das nicht schon alles schlimm genug wäre, entdeckt Schulz 2 Monaten vor der Wahl ein neues Thema: Die Angst vor Flüchtlingen! Wer noch einen Beweis gesucht hat, wie realitätsfern und Politikunfähig die SPD-Führung geworden ist, hat es hier geliefert bekommen. Als ob Menschen wegen der Angst vor Flüchtlingsströme die SPD wählen würden! An Strategie und Kopflosigkeit ist dieser Zug nicht zu überbieten. Und das ausgerechnet in einer Zeit, nachdem die Balkan-Route geschlossen, der dreckige Deal mit Erdogan vereinbart, das Mittelmeer zunehmend militarisiert, und Tausende Flüchtlinge in KZ-ähnlichen Lagern in Libyen versklavt werden. Soll irgendwer glauben, dass die SPD hier die Fluchtursachen wirklich bekämpft? Die SPD, die unter ihrem Außenministerium Jahrzehnte lang die Waffenexporte in den Nahen Osten genehmigt hat? Nein, das können die oberen Karrieristen im Willy-Brand-Haus Martin Schulz zuflüstern, die Menschen im Lande lassen sich davon nicht groß beeindrucken. Das Schüren der Ängste wird der SPD nichts bringen, könnte aber die AfD zum Oppositionsführer im neuen Bundestag gegen die nächste große Koalition machen. Bravo Martin Schulz!
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  5. #25
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 12.8.2017 - Hiroshima, Nagasaki... Pjöngjang?




    Veröffentlicht am 12.08.2017
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.

    Während sich der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea in dieser Woche zuspitzte, jährte sich am Montag zum 72. Mal ein Ereignis, das in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung ist – der Abwurf einer Atombombe auf die japanische Hafenstadt Nagasaki.

    Drei Tage nach der Zerstörung Hiroshimas, bei der bereits mehr als siebzigtausend unschuldige Zivilisten getötet worden waren, warf die US-Army am 9. August 1945 eine weitere Atombombe auf Nagasaki ab und tötete und verstümmelte mehr als vierzigtausend nichtsahnende Menschen.

    Eiskaltes Kalkül

    Hintergrund beider Massenmorde sind der nach dem ersten Weltkrieg begonnene unaufhaltsame Aufstieg der USA und die von der US-Regierung verfolgte Politik der systematischen Destabilisierung des Rests der Welt.

    Nachdem die Banken der Wall Street den Aufstieg Adolf Hitlers kräftig mitfinanziert hatten, beteiligten sich amerikanische Konzerne wie Ford, General Motors und Standard Oil in den dreißiger Jahren auch an den deutschen Kriegsvorbereitungen - nicht etwa aus Sympathie zu den Nationalsozialisten, sondern um den Konflikt zwischen den Rivalen Deutschland und Großbritannien zu schüren und so den Machtzuwachs der USA zu begünstigen.

    Als sich 1941 abzeichnete, dass Deutschland möglicherweise als Sieger aus dem Krieg hervorgehen könnte, änderten die USA ihre Strategie: Sie provozierten Japan so lange, bis es die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor überfiel und nahmen den Angriff zum Anlass, um selbst in den Krieg einzutreten.

    Von der Welt unbemerkt, lief im Hintergrund das „Manhattan-Projekt“ – die Entwicklung der Atombombe, deren erster Einsatz eigentlich gegen Deutschland geplant war. Da Deutschland aber noch vor der Fertigstellung der Vernichtungswaffe kapitulierte, entschieden sich die USA, die neue Waffe gegen Japan einzusetzen.

    Präsident Trumans Rechtfertigung des Massenmordes – die Aktion habe geholfen, den Krieg vorzeitig zu beenden und weitere Opfer zu vermeiden – ist nicht nur zynisch, sondern auch historisch unhaltbar. Hinter dem Abwurf der Atombomben stand das eiskalte Kalkül, der Welt (insbesondere der zweiten Supermacht Sowjetunion) zu zeigen, dass die USA neben der wirtschaftlichen und finanziellen Dominanz, von nun an auch die militärische Weltherrschaft für sich beanspruchten.

    Nordkorea wurde schon einmal dem Erdboden gleichgemacht

    Angesichts des Grauens, das die Bilder der Atombombenopfer auch heute noch auslösen, ist ein weiterer, noch viel größerer Massenmord der USA fast in Vergessenheit geraten – der Koreakrieg.

    Nach der Gründung Nordkoreas 1948 und der Ausrufung der Volksrepublik China 1949 wurde in beiden Ländern eine Planwirtschaft eingeführt, die den in alle Welt exportierenden USA nach der Sowjetunion und dem Ostblock weitere Märkte entzog.

    Um dieser Entwicklung und dem möglichen Verlust zusätzlicher Absatzmöglichkeiten für US-Waren vorzubeugen, setzten die USA in Südkorea ein ihnen ergebenes diktatorisches Regime ein, das den nördlichen Nachbarn so lange provozierte, bis er sich zu einer militärischen Auseinandersetzung hinreißen ließ.

    Dieser Angriff wurde zum Anlass genommen, einen Krieg zu beginnen, der an Grausamkeit kaum zu übertreffen war, Nordkorea komplett zerstörte und innerhalb von drei Jahren vier Millionen Menschenleben kostete. Machthaber in Pjöngjang war damals Kim Il Sung, der Großvater des heutigen Staats- und Parteichefs Kim Jong-un.

    Die Gefahren sind heute noch größer

    Wurde die Politik Washingtons in den Jahren des Koreakrieges bereits weitgehend vom industriell-militärischen Komplex bestimmt, so gibt es gegenüber heute einen bedeutenden Unterschied: Die USA erlebten damals einen kometenhaften Aufstieg, ihre Wirtschaft boomte und es gab keine Nation, die ihnen wirtschaftlich oder militärisch das Wasser reichen konnte...(weiterlesen auf unserer Homepage www.kenfm.de)

    +++

    KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    +++

    Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage www.kenfm.de
    LG

  6. #26
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 14.8.2017 - Frieden für wen?




    Ein Kommentar von Susan Bonath.

    Die Bundestagswahl rückt näher. An den Berliner Fressnapf strebt auch die AfD. Mit acht Prozent in aktuellen Umfragen ist sie kaum zufrieden. Sie will mehr. Sie gebärdet sich nicht nur als »Partei für den kleinen Mann«. Ihr Ziel sind auch die von anderen Parteien vergessenen Russlanddeutschen – und Friedensfreunde. Auf ihrem Russland-Kongress in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg fasste die AfD am Wochenende beide Wahlkampfthemen zur Parole »Frieden mit Russland« zusammen.

    Mit dumpf-moralistischen Plattitüden, die auch »Antideutsche« gern ins Feld führen, berichtete Springers Welt über den Kongress. Die AfD habe dort rabiaten Antiamerikanismus mit Fremdenhass, Chemtrail-Verschwörungstheorie und Antiimperialismus verbunden, fabuliert das Blatt in seinem kläglichen Versuch, die »etablierten« Parteien oben zu halten und zu suggerieren, dass die AfD so anders sei.

    Mitnichten ist sie das. Die AfD ist eine kapitalistische Partei wie CDU, CSU, SPD, FDP und die Grünen. Sie posaunt nur ihren Rassismus lauter heraus als die Union mit ihren Abschiebeknästen für die ganze Familie. Ein Blick ins Programm genügt: Die AfD fordert mehr Mitsprache für die BRD in der NATO. Sie will Atom- statt Ökostrom. Polizei und Militär will sie aufrüsten, reichen Erben und Vermögenden die Steuern erlassen und Hartz-IV-Bezieher weiter sanktionieren, wenn die sich nicht willig zu jedem Preis vermarkten lassen.

    Kurz: Die AfD will ein mächtiges Deutschland, das unabhängig von den USA Kriege führen kann. Die BRD-Elite möge künftig selbstbestimmt ihren Wohlstand aus der Peripherie importieren und herbei bombardieren. Ohne Hilfe aus dem Osten geht das nicht. Das ist der Grund, warum der legitime Wunsch nach Frieden mit Putins Reich in nationalistischen und faschistischen Lagern großen Anklang findet.

    Das ist kein Plädoyer für die US-Machthaber. Zweifelsohne sind die Vereinigten Staaten der aggressivste imperialistische Block vor der EU und den aufstrebenden asiatischen Mächten. Niemand kann wollen, dass sie weiterhin die Welt mit Krieg überziehen und mit Sanktionen gegen ihren Lieblingsfeind zündeln.

    Simple Antworten helfen hier nicht. Schauen wir genauer hin: Historisch gesehen ist die AfD hervorgegangen aus dem Gerangel zwischen den globalen Machtblöcken und den Kapitalfraktionen innerhalb der BRD. In einer Welt, in der Ressourcen und Märkte weitgehend vergeben sind, herrscht der Verteilungskampf nicht nur unten. So ähnlich war es vor dem Zweiten Weltkrieg.

    Auf der deutschen Kapitalseite stehen sich verschiedene Interessen gegenüber: Die einen bandeln und verschmelzen mit Konzernen westlich des großen Teiches. Andere streben gen Osten. Die dritte Fraktion ist national und innerhalb der Europäischen Union verquickt. Der Staat soll ihre Kapitalinteressen unter einen Hut bringen. Wenn Merkels Truppe jedoch Gesetze nur für die einen schreibt, erzeugt das Unmut bei den anderen. Sie wollen wieder selbst mitmischen. Dafür brauchte es eine neue Partei: Die AfD.

    Wer die herrschende Klasse im eigenen Nationalstaat stärken will, muss nicht lange warten. Die faschistischen Kräfte und sonstige, die autoritäre Lösungen im Gepäck haben, kommen von alleine. Dies hatte schon AfD-Mitgründer Bernd Lucke zum Austritt bewogen. Es bestimmt den parteiinternen Streit...(weiterlesen auf unserer Homepage: http://kenfm.de/tagesdosis/)

    lg

  7. #27
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    Tagesdosis 15.8.2017 - Wenn Vertrauen fehlt...



    Ein Kommentar von Sara Box. Wie heute bekannt wurde hat China mit der Umsetzung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea begonnen. Damit zeigt China seinen guten Willen im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea schlichtend einzuwirken und die Lage nicht noch weiter zu eskalieren. Ab sofort sind Importe von Eisenerz, Blei, Kohle und Meeresfrüchten aus Nordkorea verboten. Auch, wenn dies sich negativ für die betroffenen Händler im Fischereihandel auswirken wird, ist der Handel mit Nordkorea für die gesamte chinesische Volkswirtschaft als unbedeutend zu bewerten. Nordkorea wird mit der Umsetzung der Sanktionen hingegen zu kämpfen haben, denn fast der gesamte Handel des Landes wird über China abgewickelt. Nordkoreanische Exporte in Höhe von einer Milliarde US-Dollar sollen mit der Strafmaßnahme getroffen werden. Die Öl-Lieferungen aus China, die in Nordkorea für die landwirtschaftliche und militärische Nutzung von Fahrzeugen essentiell sind, werden von den Sanktionen nicht berührt. Dennoch stellt sich die Frage, wer bei solchen politisch beschlossenen Maßnahmen wie Sanktionen, am Ende die Leidtragenden sein werden: wohl kaum die zum Erzfeind stilisierten Machthaber diktatorischer Regime persönlich. Ihr Reichtum und nicht selten ihre enge Vernetzung mit Eliten in anderen Ländern ,wird sie voraussichtlich vor Hunger und Elend bewahren. Vielmehr ist es die zivile Bevölkerung, die unter dieser Art des Machtgebarens politischer Vertreter zu leiden hat. Nachdem US-Präsdent Trump mit seiner „Feuer und Wut“-Rede der letzten Woche für Furore gesorgt hatte und tagsdarauf mit seinem Tweet „Military solutions are now fully in place,locked and loaded,should North Korea act unwisely. Hopefully Kim Jong Un will find another path!“ nochmal nachlegte, konterte Pjöngjang mit der Drohung Raketen in Richtung Guam abzufeuern. Diese würden 30 bis 40 Kilometer vor der Insel im Meer niedergehen. Bis Mitte August solle ein entsprechender Einsatzplan zum Abfeuern von vier Mittelstreckenraketen des Typs „Hwasong 12“ fertig gestellt sein. Guam ist ein US-Außengebiet im Westpazifik. Auf der Insel unterhalten die USA einen Luftwaffenstützpunkt mit derzeit 6000 Soldaten, der als strategisch bedeutsam für die Vereinigten Staaten zu betrachten ist. Wie heute von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA gemeldet wird, wurde der nordkoreanische Präsident bei einem Gespräch mit führenden Militärs über die Pläne eines möglichen Raketenstart Richtung Guam informiert. Zudem zitierte die Nachrichtenagentur, werde er die Handlungen der USA noch weiter beobachten, bevor er eine Entscheidung treffen werde. Die USA müssten durch Taten beweisen, „dass sie die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abbauen und eine gefährliche militärische Konfrontation vermeiden wollten.“ Kim Jung Un forderte zudem eine sofortige Beendigung der „arroganten Provokationen“ und der „einseitigen Forderungen“. Von allen Seiten ertönt nun die Forderung nach Besonnenheit im Konflikt. So erklärte Angela Merkel, dass sie „keine militärische Lösung“ sehe und „eine Eskalation der Sprache“ für „die falsche Antwort“ halte. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow beklagte, nach Angaben der Agentur Interfax, die ausufernde Rhetorik in Washington und Pjöngjang, wodurch das Risiko einer militärischen Konfrontation sehr hoch sei. Er mahnte beide Länder zum Einlenken: „derjenige, der stärker und schlauer ist“ solle „den ersten Schritt weg von der gefährlichen Linie machen“. Er hoffe „dass der gesunde Menschenverstand siegen wird.“ Dieser Hoffnung kann man sich als Bewohner dieses Planeten nur bedingungslos anschließen...(weiterlesen auf unserer Homepage: www.kenfm.de/tagesdosis/)
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    Tagesdosis 16.8.2017 - Im Schatten des US-Nordkorea-Disputs




    Veröffentlicht am 16.08.2017


    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

    Wenn wir Erfahrungen in Erkenntnisse umwandeln wollen, dann ist es wichtig, das erkannte nach Mustern abzusuchen. Strukturen, die wir dabei wahrnehmen, werden durch unsere Sinne dann gefiltert und nach Überlebensnotwendigem oder nach Nützlichem abgesucht. Wenn diese Erfahrungen dann dauerhaft sind, werden sie in den Teil unseres Gehirns abgespeichert, der für unsere Persönlichkeit da ist. Ein Backup wird erstellt und mit den anderen relevanten Erfahrungen in einen Kontext gebracht.

    Was ist dabei wichtig? Die meisten Menschen mögen Tomaten. Wissen Sie noch, wann Sie ihre erste Tomate gegessen haben? Die meisten Menschen antworten nun mit einem Nein. Wissen Sie noch, wann Sie ihre 268-ste Tomate gegessen haben? Auch hier ist die Antwort ein klares Nein. Das ist auch irrelevant für unser Gehirn, für unser Überleben. Wichtig ist nur eines: Tomaten sind lecker und gesund.

    Auf diese Weise ist unser Verstand auf Leben und Überleben programmiert. Wer davon abweicht und jede Tomate zählt, ihre äußere und innere Beschaffenheit sich merkt, der belastet die grauen Zellen mit unnötigem Ballast und schadet damit auf Dauer sich selbst.

    Warum dieser kleine Exkurs? Nun, die meisten Menschen zählen die Tomaten und speichern ihre Beschaffenheit in ihren Hirnen ab, um möglichst „up to date“ zu sein. Mitreden zu können ist zu einem intellektuellen Sport geworden, bei dem jeder sich mit dem Wissen des Anderen messen kann.

    Zur Zeit ist das der US-Nordkorea-Disput, bei dem jeder noch ein Informatiönchen mehr als der andere beisteuern will. Obwohl es doch um Krieg geht. Und dieser, der Krieg, spielt sich seit fast sechstausend Jahren immer gleich ab.

    Worum geht es beim Zerfetzen von Weichzielen? Es geht um Rohstoffe. Aber es geht um noch etwas. Was wird denn aus den Rohstoffen gemacht? Sie werden in Waren umgewandelt oder zu Waren zusammengefügt, wie beispielsweise das Coltan, das in fast jedem Smartphone oder Tablet vorhanden ist. Was aber ist der Sinn von Waren oder dem Warenverkehr? Ich rede jetzt nicht von Marx, sondern vom Krieg, also dem Flickkoffer des Kapitals.

    Warenverkehr durch erbeutete Kriegsgüter sind Zwangsprodukte eines kranken Kapitalverkehrs. Sie sind der Eiter des Problems, der dem Kapitalismus immanent ist. Das wissen heute sehr viele, daher ist es banal. Rohstoffverwertung dient, im Sinne von Kriegsgütern wie beispielsweise dem Öl, einem Wettbewerbsvorteil: der Währung. Auch Währungen stehen im Wettbewerb, auch dann, wenn die Leitwährung der Dollar ist. Doch der Dollar ist auch Reservewährung für die anderen Währungen. Daher ist es ungeheuer wichtig, den Dollar möglichst stabil zu halten. Verkürzt gesagt: Ist der Dollar stabil, dann ist das sich daran anschließende Weltbild stabil.

    In diesem Sinne ist nicht etwa stabil, was tatsächlich stabil ist. Sondern stabil ist eine Währung erst dann, wenn wir glauben, dass sie stabil ist. Es spielt daher keine Rolle, wie instabil der Dollar oder der Euro wirklich sind. Einzig der Glaube zählt. Und der ist sehr stabil!...(weiterlesen auf unserer Homepage https://kenfm.de/tagesdosis/)
    LG

  9. #29
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    Tagesdosis 17.8.2017 - Sommerskandale



    Ein Kommentar von Alexander Knöller. Und wieder ist es soweit. Ein weiterer Lebensmittelskandal überschattet die Idylle der spätsommerlichen Ruhe in Deutschland. Diesmal: Todbringende Eier! Verseucht mit dem Reinigungsmittel Fipronil durch niederträchtige Niederländer. Und jeder hat sich jetzt die Frage zu stellen: Kann ich noch Eier essen oder wäre das mein Niedergang? Nachrichtenagenturen stürzten sich auf jedes bisschen Information, um den mündigen Bürger alles über diesen weltverändernden Skandal zu berichten: Leib und Seele der Deutschen Nation sind in Gefahr. Das Land der Dichter und Denker dahingerafft durch toxische Eier des Nachbarn. Glaubt man den tagesaktuellen Nachrichten ist niemand gefeit vor schwersten gesundheitlichen Folgen beim Verzehr von Eierspeisen. Von „Gift-Eiern“, die zu Millionen nach Deutschland gelangt sind, ist die Rede. Nun gilt es wachsam sein und sämtliches Gefahrengut der Güteklasse „NL“ zu meiden, melden und zu warnen! Wichtig ist zu warnen. Cut! Kommt nur mir dieser Fall irgendwie bekannt vor? Waren es nicht noch letztens H5N8 Viren verseuchte Zugvögel aus Russland? Und davor die Pferdefleischlasagnen? Und davor EHEC-Gurken aus Griechenland? Und davor Influenza A Viren verseuchte Hühner aus Asien? Und davor Maul-und Klauenverseuchte Rinder im Wahn mit BSE? Doch wie viel ist von dem heute noch relevant? Damals dominierende Themen in allen Zeitungen und heute kaum noch im Gedächtnis der Bevölkerung. Dabei hätte es sicher Themen gegeben, die damals von gewisser Wichtigkeit gewesen wären. Die allerdings verdrängt wurden durch die Auflage und Quoten steigernden Skandalmeldungen. Bei aller Brisanz: Die Gewichtung muss stimmen. Bei den Fipronilverseuchten Eiern zum Beispiel wurde der Wert von 0,009 Milligramm Fipronil pro Kilogramm Körpergewicht als Grenzwert definiert. Legt man den bis dato gemessenen Höchstwert von 1,2 Milligram Fipronil pro Kilogram Ei zugrunde, könnte ein Erwachsener Mensch mit 80 Kilogram Körpergewicht etwa 8 ½ Eier innerhalb 24 Stunden essen ohne den Grenzwert zu überschreiten, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Wie wichtig ist dieser Skandal also wirklich? - Denn das BfR sagt weiter „Eine Überschreitung der Referenzdosis (ARfD) bedeutet aber nicht zwangsläufig eine konkrete Gesundheitsgefährdung“. Im Gegensatz dazu sterben laut dem ECDC (Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten) in Europa etwa 250 Menschen an Infektionen, die sie sich in Krankenhäusern zugezogen haben, pro Tag. Stand 2016. Die Rede ist von multiresistenten Krankenhauskeime. Ähnlich wenig Beachtung finden Studien des BfR, wonach sich allein in Deutschland jährlich rund 200.000 Menschen an verseuchten Lebensmitteln mit Bakterien wie Salmonellen oder E. coli infizieren. Europaweit sterben so jährlich etwa 5.000 Menschen. Noch bis vor einer Woche durften homosexuelle Männer aus Angst vor AIDS kein Blut spenden. Mittlerweile ist es ihnen gestattet, so sie den Nachweis erbringen keinen Sex für 1 Jahr gehabt zu haben. Zurecht spricht der LSVD (Lesben und Schwulenverband Deutschlands) von einer Diskriminierung. Wir sehen also Skandale gäbe es genug. Doch müssen diese immer zu einem Monstrum aufgeblasen werden? Würde es nicht stattdessen reichen die Menschen zu informieren, sie auf dem laufenden zu halten ohne permanent ein subtiles Gefühl der Unsicherheit hervor zu rufen? Denn eines ist klar- auch wenn Nachrichtenagenturen und Zeitungen vom Sommerloch sprechen- auf der Welt passiert genug. Es muss nicht Raumfüllend ausschließlich von „tödlichen Gurken aus Griechenland“, „Seuchen einschleppenden Zugvögeln aus Russland“ oder eben „belasteten Fiprolin Eiern aus den Niederlanden“ berichten werden. Der Nachrichtengehalt ist wichtig, keine Frage. Welchen es ganz klar zu melden gilt. Dem man unbedingt auf den Grund gehen muss, der aber häufig einen Grad der Sonderberichterstattung bekommt, den er eigentlich nicht verdient. Der mehr für Angst als für Aufklärung sorgt. Belassen wir also solche Nachrichten bei dem was Sie sind: Skandale.
    Liebe Grüße
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  10. #30
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    Tagesdosis 18.8.2017 - Christian Lindner und das Ende der Politik



    Ein Kommentar von Pedram Shahyar. Im langweiligsten Wahlkampf aller Zeiten wird in den hippen Medien ein Phänomen gefeiert: Christian Lindner und seine FDP. „Party Crasher“ so titeln Mode-Journalien über den jungen adretten Mann, der die verweste Leiche der FDP wieder zum Leben erweckt hat. Tatsächlich hat Lindner ein sympathisches Image: Er spricht sehr ruhig, aber entschieden, in seiner Sache, ist motiviert bleibt aber sehr sachlich, scheint immer dem Gegenüber zuzuhören und aufgeschlossen zu sein, geradezu um Konsens bemüht und wirklich motiviert Deutschland zu modernisieren und erfolgreicher zu machen. „Ungeduld ist auch eine Tugend“, ja der Herr Lindner kann es gar nicht abwarten, die Ärmel hochzukrempeln und für Deutschland und uns Alle sein Bestes zu geben. So das Image, oder genauer, die Image-Kampagne. Nun schreiben schon die ersten Kommentatoren, diese Kampagne zeige die Zukunft der Wahlkämpfe, gerade weil sie bei jungen Leuten besonders gut ankommt und hier Lindner besonders zu punkten scheint. Wenn dem wirklich so ist und die FDP wieder erstarkt bei der Jugend in den Bundestag zieht, dann spielt sich vor unseren Augen in besonderer Schärfe das ab, was man als „Postpolitik“ oder „Postdemokratie“ bezeichnet. „Post“ im Sinne von darüber hinaus oder dahinter, denn mit Politik und Demokratie haben diese Phänomene nichts mehr zu tun. Eines der besonderen Merkmale der Postdemokratie ist die Kurzlebigkeit und Vergesslichkeit der öffentlichen Meinung. Erinnern wir uns: Die FDP war als die Partei der brutalsten und korruptesten Industrie und Konzernlobbys so verschrien, dass sie zum ersten Mal in der bundesrepublikanischen Geschichte den Sprung in den Bundestag verpasst hat. Die FDP ist im Grunde gar keine Partei, sondern eine direkte Lobbyorganisation der mächtigsten Wirtschaftsorgane des Landes. Neben den mächtigsten Finanzinstituten, Auto- und Energiekonzernen und der Pharmaindustrie, scheuen sie sich nicht mal vor der mafiösen Geldautomaten-Wirtschaft: Auch diese findet in der FDP immer einen guten Ansprechpartner, um schärfere Gesetze zu verhindern. Die offene Lobbyfunktion der FDP und ihr sozialer Zynismus waren so ekelerregend, dass diese, in einer sozial bewussten Bevölkerung wie Deutschland, nicht mehr angesagt war und so ihren schnellen Weg in den Mülleimer der Geschichte angetreten hatte. Doch nun sieht es so aus, als ob sie bald wieder mit Ministern an der nächsten Regierung beteiligt ist. Das besondere hierbei ist, wie eine Image-Kampagne die Inhalte und Substanz der Partei ersetzt. Es ist völlig klar: Diese Partei vertritt nur die Interessen der oberen 5%, erscheint aber als eine sympathische neue politische Kraft. Werbeagenturen haben hier ganze Arbeit geleistet: Die reale Funktion und Interessenslage der Partei wird völlig übertüncht von der Person Lindner, ein Typ mit dem man gerne bei einem Cocktail in einer Bar in Düsseldorf über Politik sinnieren würde. „Inhalte überwinden“ plakatierte „Die Partei“, ein Slogan über den man gerne gelacht hat, doch er ist leider wahr, bitter wahr, wenn man sich den Hype um die FDP genauer vor Augen führt. Diese postpolitische Konstellation findet ihre Ursache darin, dass eigentlich keine wirkliche Wahl stattfindet, dass letztlich die großen Parteien der Mitte alle dieselbe Politik mit kleinen Unterschieden machen. Mit der FDP in der Regierung wird sich auch nicht viel, aber etwas verändern: der Zugriff der Konzernchefs und Finanzlobbys in die Gesetzgebung der Bundesrepublik wird noch direkter, die Gewerkschaftschefs müssen länger auf Termine im Kanzleramt warten, die Energiemonopole werden die Verbraucher direkter erpressen können, die Pharmaindustrie wird leichter alternative Medizin und Praktiken verhindern, die Finanzmärkte brauchen gar keine Regulierung zu fürchten und noch mehr Geldautomaten werden die kleinen Gehälter der sozial und kulturell abgehängten auffressen. Aber das alles spielt keine Rolle: Der Lindner ist wirklich so nett und so gerne würden wir mit ihm einen Cocktail trinken gehen.
    Liebe Grüße
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