Seite 5 von 7 ErsteErste 1234567 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 61

Thema: KenFm - Tagesdosis

  1. #41
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 31.8.2017 - AfD ojemine




    Ein Kommentar von Bernhard Loyen. Ja, natürlich, mit jedem Artikel über diese Partei, erhält sie automatisch mehr Aufmerksamkeit. Unabdingbare Tatsache ist mittlerweile. sie wird in dem nächsten deutschen Bundestag sitzen. Die Frage lautet jedoch, mit wie vielen Abgeordneten? Die Gesellschaft diskutiert auch heute über das AfD-Mitglied Alexander Gauland und seine Äußerung über die SPD-Integrationsbeauftragte Özguz[1]. Ich möchte nicht weiter auf seine verbale Entgleisung eingehen. Nur soviel: es war kein Versehen, es war schlichtes Kalkül. Es ist Wahlkampfzeit. Dies sollten die empörten Kritiker doch bitte beachten und vor allem argumentativ entsprechend einsetzten. Nun kann sich die Partei AfD sehr sicher sein, über die 5%-Hürde zu kommen. Die Frage, die sich vielen Bürgern stellt lautet: Kann diese Partei wirklich etwas verändern und vor allem verbessern in diesem Land? Die letzten Monate hat sie nur eines verändert: Die Stimmung gegenüber ihrem Leitthema - Ausländer, welcher Herkunft und Couleur auch immer. Auch hier muss man ihr unterstellen, klar forciertes Kalkül. Wahlkampfzeit. Welche Sorgen hat dieses Land, was bewegt seine Bürger? Wo drückt der Schuh? Was bereitet Magenschmerzen? Was treibt die Falte auf die Stirn? Der unsichere Job? Die Mieterhöhung? Der unsichere Kita-Platz? Die Krankenversicherung nicht bezahlt, aber Zahnschmerzen? Der Brief vom Finanzamt? Schulden? Ich habe heute Morgen die Seite der AfD studiert. Auf der Startseite begrüßen den Leser vier Haupt -Themenblöcke. Alice Weidel moniert: Teufelskreis der Migrationsanreize – 4 Mrd Euro ins Ausland überwiesen. Herr Poggenburg kritisiert: Wieder Rechtsbruch der Bundesregierung, Rückführungsstopp nach Ungarn ist unrechtmäßig. Frau Petry ist empört: Merkel möchte Deutschland offenbar mit ausländischen Pflege-Fachkräften bereichern (Das Wort Pflege-Fachkräfte ist dabei in Anführungszeichen gesetzt) und Herr Gauland weiß: Sogar der EU geht Merkels Asylchaos zu weit. Fällt Ihnen etwas auf? Anscheinend hat für die AfD, dieses Land und damit eben die Bürger, momentan keine anderen Sorgen. Ja, natürlich findet man Informationen zu den jeweiligen Landesverbänden und ihrer Arbeit, aber der erste Eindruck sind die Themen der Startseite. Was erhofft sich dadurch diese Partei? Stimmen. Was erreicht dadurch diese Partei? Eine wachsende dumpfe Stimmung in dieser Gesellschaft? Woraus resultierten doch gleich Anfang der 1990er Jahre Ereignisse, wie in Mölln[2], Solingen[3] und Rostock-Lichtenhagen[4]? Durch eine damals treibende Stimmungsmache von Seiten der Politik. Was damals CDU und Republikaner[5], sind heute die AfD und Teile der CDU. Die Dirigenten sind wieder mal gestellt. Wie das Orchester, die Bürger, mit den eindeutig falschen Noten umgeht, werden die nächsten Monate zeigen. Die Republikaner schafften es in den 90ern nicht in den Bundestag, aber in diverse Landesparlamente. Es wird sich zeigen, wie die AfD im Jahre 2017 mit ihrem Bürgermandat, die nächsten vier Jahre arbeiteten wird. Ob sie sich inhaltlich mit den wahren Nöten der Bürger beschäftigt und auseinandersetzt, oder ob sie wie die Republikaner, wie eine schlechte Tischrakete verpufft.

    LG

  2. #42
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 1.9.2017 - Die AfD kommt: Es wird rauer in Deutschland



    Ein Kommentar von Pedram Shahyar. In gut drei Wochen ist Bundestagswahl, und es kommt immer noch keine, nein gar keine Spannung auf. Merkel steht als Wahlsiegerin fest und die politische Farbenlehre in Deutschlands wird sich verändern, soviel ist sicher. Neben der FDP wird auch die AfD in den deutschen Bundestag einziehen und Teil des etablierten politischen Geschäfts werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik zieht eine Partei rechts der Unions-Fraktion in den Bundestag ein. Auf der einen Seite ist jeder weitere Pluralismus eigentlich gut für die Demokratie, auf der anderen aber droht das gesellschaftliche Klima in Deutschland nachhaltig beschädigt zu werden. Das einzige womit die AfD zu punkten scheint, ist die Ablehnung von Flüchtlingen und Islam als Teil der neuen deutschen Kultur. Dabei kommen gerade kaum noch Flüchtlinge nach Deutschland: Die Balkanroute ist geschlossen, das Mittelmeer ist immer schwieriger zu passieren, dazu entsteht immer mehr Europäische Kooperation mit den Nordafrikanischen Staaten oder was davon übrig geblieben ist, um die Fluchtwege bereits dort zu verunmöglichen. Was die islamische Bevölkerung angeht, ist Deutschland ein gutes Beispiel von einer schwierigen, aber im Vergleich erfolgreichen Integration von neuen Bevölkerungsgruppen. Sicher, wenn ein paar Millionen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen auf einmal in einem gemeinsamen sozialen Raum leben, gibt es immer Problemen mit der Identität. Was ist was mich ausmacht und ausgemacht hat, was wird mich in Zukunft ausmachen. Aber in Deutschland gibt es keine so abgeschotteten und perspektivlosen Ghettos wie in USA oder Frankreich, und die Stimmung unter der Mehrheit der Bevölkerung ist und bleibt positiv hinsichtlich der kulturellen Differenzen, die am Ende mehr als Bereicherung als ein Problem empfunden werden. Die CDU hat ihr Gesellschaftsbild geändert und akzeptiert den Multikulturalismus, denn gerade dieses Deutschland genießt als Gesellschaftsmodell weltweit recht gutes Ansehen und ist erfolgreich. Die AfD ist die kulturelle Revolte gegen das neue multikulturelle Deutschland und wird zu ihrer Gegenstimme im Bundestag. Sie ist als politische Kraft ein eindeutiges Elitenprojekt, das auf Machtverschiebung im Staat und andere Strategien der Herrschaft setzt. In den harten Sachfragen der Wirtschaft und Außenpolitik ist die AfD knallhart elitär ausgerichtet: sie wollen die schlagartige Zertrümmerung des Sozialstaats und die massive Aufrüstung und eine aggressive imperiale Souveränität Deutschlands. Doch weil so ein politisches Projekt nie mehrheitsfähig wäre, werden die unzufriedenen Teile in ihrem kulturellen Unbehagen angesprochen und mobilisiert. Dabei wird die AfD nie eine Kanzlerin stellen, zumindest nicht in naher Zukunft. Ihr praktische Rolle wird die des Mehrheitsbeschaffers für die CDU. Zusammen können sie, vielleicht auch noch mit der FDP, eine neue Welle des aggressiveren Abbau des Sozialstaates starten, diese dann mit kulturellen Fragen übertünchen: mit symbolischen Aktionen gegen Islam und Flüchtlinge bringt man auch einige Arbeitslose zum Jubeln, obwohl ihnen gerade die Arbeitslosenversicherung gestrichen wird....(weiterlesen auf unserer Homepage: https://kenfm.de/tagesdosis/)
    lg

  3. #43
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 2.9.2017 - Im globalen Finanzsystem ticken diverse Zeitbomben





    Ein Kommentar von Ernst Wolff. Zweimal hat das globale Finanzsystem bereits kurz vor dem Zusammenbruch gestanden – 1998 und 2008. 1998 verspekulierte sich der US-Hedgefonds Long Term Capital Management (LTCM) im internationalen Währungsgeschäft. Auf Grund von „Hebeleffekten“ überstieg der Schaden die Vermögenswerte des Fonds um mehr als das Hundertfache und drohte diverse Großbanken mit in den Abgrund zu reißen. Um ihren Bankrott zu verhindern, taten sich damals fünfzehn Geldhäuser zusammen und retteten nicht nur LTCM, sondern auch die eigene Haut. Dabei mussten sie einen Verlust von ca. 4 Mrd. US-Dollar hinnehmen. Obwohl nicht zu übersehen war, dass die Ursache für den Beinahe-Crash im Bereich der Derivate, also kaum regulierter Finanzprodukte, lag, wurden nach dem Vorfall keine Konsequenzen gezogen. Im Gegenteil: Es wurden sogar noch weitere Vorschriften gelockert, so dass die Finanzspekulation ungehindert zunehmen konnte. Die Risiken sind heute größer als vor der letzten Krise Insbesondere der Handel mit sogenannten „Verbriefungen“ explodierte. Diese seit den Siebziger Jahren erlaubte Umwandlung von Darlehen, Krediten und Hypotheken in handelbare Wertpapiere (im Grunde nicht anderes als die absurde Verwandlung von Schulden in Vermögenswerte) erwies sich als globale Zeitbombe: Als die amerikanischen Häuserpreise 2006 einbrachen, stellten Banken in aller Welt plötzlich fest, dass sich die Verbriefungen, die sie großen US-Banken abgekauft hatten, in wertloses Papier verwandelt hatten. Damit stand das globale Finanzsystem 2008 erneut vor dem Zusammenbruch. Diesmal aber war der entstandene Schaden so groß, dass er nicht mehr von einzelnen Banken aufgefangen werden konnte. Also griffen die Staaten ein und retteten eine Vielzahl gefährdeter Konzerne und Banken. Das wiederum riss riesige Löcher in die Staatshaushalte, die von nun an mit gewaltigen Schuldenbergen zu kämpfen hatten. Außerdem zögerten die Banken immer stärker bei der Vergabe neuer Kredite, was zu einer „Liquiditätskrise“ (einem „Austrocknen“ der Zahlungsströme) führte. Die Lösung, die international gefunden wurde, hieß: Gelddrucken und Zinsen senken. In den vergangenen zehn Jahren haben die Zentralbanken der Welt den Gegenwert von mehr als 18 Billionen US-Dollar aus dem Nichts geschaffen und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben. Obwohl offiziell behauptet wird, das Geld werde zur Ankurbelung der Wirtschaft vergeben, ist es fast ausschließlich in die Finanzspekulation gewandert und hat diesen Sektor weiter aufgebläht und damit noch anfälliger gemacht. Zehn Jahre nach der letzten Krise haben wir es mit einem globalen Finanzsystem zu tun, in dem die Risiken erheblich größer sind als vor dem Beinahe-Crash von 2008. Es drohen nicht nur wirtschaftliche Folgen... Auch die zunehmende Verzahnung des globalen Welthandels hat die Gefahren wachsen lassen. China als Welthandelsmacht Nr. 1 hat das größte Schattenbanksystem der Welt (als Schattenbanken gelten Finanzinstitute wie Hedgefonds oder Investmentfonds, die kaum reguliert werden und weitgehend intransparent sind). Allein die Unternehmensschulden in China betragen über 18 Billionen Dollar und machen fast 170 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus (der Summe der in einem Jahr produzierten Waren und erbrachten Dienstleistungen). Kommt es zu einem (mittlerweile nur durch staatliche Manipulation aufgeschobenen) Crash in China, wird die gesamte Weltwirtschaft die Schockwellen zu spüren bekommen. All diese Risiken und Krisenfaktoren haben dazu geführt, dass die zwischen den großen Wirtschaftsblöcken hinter den Kulissen geführten Handels- und Währungskriege an Schärfe zugenommen haben. Ein gutes Beispiel hierfür liefert der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea...(weiterlesen auf unserer Homepage: https://kenfm.de/tagesdosis/)
    LG

  4. #44
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 4.9.2017 - Die nächste Infusion…



    Ein Kommentar von Susan Bonath. Viele leugnen heute die Klassengesellschaft. Selbst für manchen Linken ist Marx »Schnee von gestern«. Dabei liefern die täglichen Nachrichten Zeugnis vom permanenten Klassenkampf von oben. Pure Grundbedürfnisse, wie wohnen, essen und Energie, werden immer teurer. Derweil malochen acht Millionen Menschen für weniger als zehn Euro pro Stunde – Tendenz steigend. Eine politische Lösung bietet keine der Parteien mit Aussicht auf den Einzug in den Bundestag am 24. September. Ein Begriff beherrscht die Schlagzeilen: Gentrifizierung. Gemeint ist die Vertreibung weniger Bemittelter mittels obszöner Anhebung der Mieten. In immer mehr Gegenden kann sich nur noch die »bessere Gesellschaft« das blanke Wohnen leisten. In Metropolen wie Berlin, Frankfurt und München sowieso. In Kreuzberg zum Beispiel. Dort wehren sich aktuell Dutzende Mieter gegen ihre Vertreibung. Die Durchschnittsmiete liegt in dem Bezirk bereits bei mehr als elf Euro kalt. Dem sollen die letzten Nischen angepasst werden. Wer als Lohnabhängiger nicht privilegiert ist, kann sich das nicht leisten. Alternativen gibt es kaum. Doch auch in der Provinz geht es zur Sache. Im sächsischen Freiberg will die städtische Wobau Plattenbauten sanieren und die Preise drastisch anziehen. Es trifft die Ärmeren. Davon leben dort viele. Das Fazit ist ernüchternd: Im Land, das kürzlich erneut Rekordüberschüsse im Export vermeldete, droht immer mehr Menschen die Obdachlosigkeit. Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe dürften bereits mehr als eine halbe Million Bürger betroffen sein. Doch nicht nur das: Auch andere Grundbedürfnisse werden teurer. Vor allem die Preise für Lebensmittel, Haushaltsenergie und Benzin sind erneut gestiegen. Nun ist das Streben nach Rendite die Antriebskraft im Kapitalismus schlechthin. Beherrscher globaler Märkte verleiben sich mittlerweile Konkurrenten im Tagesgeschäft ein oder schalten sie aus. Sie bestimmen über Angebot und Preis. Mit kalkulierter Verknappung befeuern sie ihren Profit. Zu ihren Gunsten deregulieren die Regierenden seit Jahren den Markt und öffnen Tür und Tor für weitere Schweinereien. Das ist die Zeit für hoch bezahlte »Ifologen«. Der Direktor des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest durfte am Wochenende im Focus dem frustrierten Volk die Ideen der Herrschenden unterbreiten. Die lassen sich knapp umreißen: Gewerbesteuer weg, ermäßigter Mehrwertsteuersatz weg, alle Preisbremsen weg, Arbeitsrechte weg, kostenlose Bildung weg, Ideen von Grundrente und Vermögenssteuer weg, weiter so beim Sozialabbau. Schuld an der Entwicklung sind keineswegs die Flüchtlinge, wie die AfD gerne behauptet. Sie sind nur ein Symptom der imperialen Hardcore-Außenpolitik zur Wohlstandswahrung der Besitzenden. Im krisenkranken Kapitalismus im Endstadium will Fuest – ebenso wie fast alle Parteien von rechtsaußen bis linksliberal – den »allheiligen« Wettbewerb befeuern. Das sagt er ganz klar. Übersetzt: Er will den Patienten mit allen Mitteln am Leben erhalten. Vermutlich notfalls auch mit Faschismus. Keine Frage: Natürlich spekuliert die Wirtschaft auf die Flüchtlinge als Billigarbeitskräfte. Auch der Gedanke, sie als Kanonenfutter bei Wirtschaftskriegen einzusetzen, bescherte unserer Kriegsministerin von der Leyen schon feuchte Augen. Irgendeinen Nutzen müssen die Kollateralschäden vergangener Raubzüge bringen. Union, AfD, FDP und sogar SPD reden längst darüber: Wenn schon Humankapital, dann bitte nützliches. Dabei teilen Flüchtlinge mehr mit einheimischen Outgesourcten, als die Quandts, Schaefflers, und Co. Beide Gruppen hat das globale System abgehängt. Mit oder ohne Asylbewerber: In einer Welt, in welcher der technologische Fortschritt die Produktionsverhältnisse längst überholt hat, während die letzten Ressourcen vor der Plünderung stehen, ist der Crash nicht aufzuhalten. Die imperialistischen Zentren werden die hausgemachten Probleme weder auf Dauer abschotten noch wegbomben können. Der Virus wütet seit Jahrzehnten im eigenen Land....(weiterlesen auf unserer Homepage: https://kenfm.de/tagesdosis/)
    LG

  5. #45
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 5.9.2017 - Das Comeback der Woche: Lügenbaron mit Software-Update



    Ein Kommentar von Mathias Bröckers. Es war absehbar, deutete sich schon vor einem Jahr an und jetzt rückt das Comeback immer näher: einer der Favoriten im politischen Schmierentheater des Landes, der Lügenbaron zu Guttenberg, Freiherr von Copy zu Paste und Doctor Sub Omni Canone ist wieder da. „Die Rückkehr der Guttenbergs“ brüllt „Bild“ auf der Titelseite und jubiliert, dass 80% der Leser den überführten Hochstapler nach einer Wahlkampfrede jetzt wieder für kanzlertauglich halten. Schon im Oktober 2015 war Guttenberg ja in Seehofers “Kompetenzteam” berufen worden und hatte erste Vorträge in Deutschland gehalten. Ohne Gel im Haar und mit “amerikanischer Lässigkeit” zieht er “das Publikum in seinen Bann”, freute sich die FAZ. Ganz der alte Blender bekannte sich der Ex-Minister “abgrundtief schuldig” für seine Verfehlungen, zeigte sich , so die Zeitung, “schuldbewusst, geläutert, gar gereift” und spielte – Zitat - auf dieser „Klaviatur…ungewohnt virtuos”. Wir merken: Gutti kann jetzt auch Demut. Als er freilich hinterherschob: “Ich habe lange gebraucht um meine Eitelkeit zu überwinden,” war es damit auch schon wieder vorbei. Denn wer wirklich bescheiden ist, kann derart eitles Selbstlob gar nicht vom Stapel lassen. Wie schon bei seiner Selbstverteidigungs-Rede 2011, mit der er als “oberfränkische Wettertanne” noch weiter am Amt klebte und den Vorwurf des Plagiats und der Titel-Erschleichung als „abstrus“ vom Tisch wischte, blieb auch sein “mea culpa” hohl – “wie das Grinsen ohne Katze leer in der Luft.” Er hatte auch in fünf Jahre Amerika nichts wirklich dazu gelernt, war aber beim bajuwarischen Publikum als charismatischer Hochstapler immer noch der Doppelmoralapostel der Herzen. Und insofern natürlich auch wieder minsitrabel und auch präsidiabel. Als der Freiherr von Copy zu Paste vor zwei Jahren vom CSU-Patriarchen Seehofer in sein “Kompetenzteam” berufen wurde munkelt es schon aus Bayern, dass es ihm bei der Resozialisierung Guttenbergs vor allem um den Aufbau eines Nachfolgers geht, weil er seinen Vize und Vollpfosten Markus Söder als Ministerpräsidenten verhindern will. Außerdem freilich schien im postfaktischen Zeitalter der Fake News jetzt offenbar auch das Alleinstellungsmerkmal gefragt, dass “Gutti” als pseudo-promovierter Fake-Experte ohne Frage mitbringt. Ich hatte die Doktorspiele des Lügenbarons seinerzeit nicht nur wegen der besonderen Dreistigkeit ausführlich beobachtet, mit der Guttenberg abgekupfert und zusammenkopiert hatte und sein Machwerk auch noch wochenlang verteidigte. Sondern auch weil ich weiß, wie viel Arbeit wirkliche Juristen in ihr Studium und eine echte “Summa Cum Laude”- Dissertation stecken müssen, während sich da ein Schnösel mit großzügigen Spenden an die CSU-Universität Buy-reuth ein Puddingexamen und einen Top-Doktortitel kaufte. Wäre es aber nicht doch an der Zeit, den nun mit einem Software-Update amerikanischer Think-Tanks ausgerüsteten Politik-Boliden wieder für den Verkehr zuzulassen und ihm ein öffentliches Amt anzuvertrauen? Wenn mit dem Wurst-Uli ein Millionenbetrüger beim FC Bayern wieder Präsident werden kann, sollte dann nicht auch Fake-Gutti eine zweite Chance bekommen ? Eher nicht, würde ich sagen. Denn anders als Uli Hoeneß, der seinen Fehltritt sofort zugab und mit Knast büßte, setzte sich der Lügenbaron in die USA ab und lies nur Gras über die Kleinigkeit wachsen, die dieser Betrug in seinen Augen war. Insofern würde ich dem geläuterten Uli sofort wieder die Vereinskasse anvertrauen; für den Blender Karl-Theodor aber gilt weiterhin: Wer einmal derart dreist lügt, dem sollte man auch später nur höchstens so weit trauen, wie man seine Waschmaschine werfen kann. Der Witz, mit dem er nach seinem jüngsten Auftritt gegen „Gazprom-Gerd“ Schröder austeilte und der überall in den Medien zitiert wurde, war denn auch wieder ein Plagiat, es war eine Überschrift aus der FAZ und gilt nicht nur für Putinfreunde sondern auch für Plagiatoren: „Alte Liebe rosneft nicht.“

    LG

  6. #46
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 6.9.2017 - Ministerpräsidentin Manuela Schwesig schickt ihr Kind in die Privatschule




    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz. Der Fokus schrieb am 5. September dieses Jahres, Zitat Anfang: „Ministerpräsidentin Manuela Schwesig schickt ihr Kind auf Privatschule. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) steht wegen der Entscheidung, ihr älteres Kind zum Schuljahresbeginn auf eine Privatschule zu schicken, in der Kritik. Nach Ansicht der Links-Opposition im Landtag offenbart der Schritt die Mängel und Lücken im staatlichen Schulsystem. Über Jahre hinweg seien die öffentlichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern kaputt gespart worden und Schulleistungen ans Gängelband gelegt worden. Wenn Schwesig nun ihr Kind zum Start der fünften Klasse auf eine Privatschule schicke, drücke dies auch mangelndes Vertrauen in das von ihr als Regierungschefin verantwor- tete staatliche System aus, sagte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg am Dienstag.“ Zitat Ende. Die Linken, gewohnt nicht weiter zu denken als in allem, was Mangel und Kapitalismus-Kritik betrifft, bemängeln zurecht, was die Ministerpräsidentin gerade vorhat. Sie bemängeln aber etwas, das auf eine gänzlich andere Art und Weise zu kritisieren wäre. Im nachfolgenden Text werden wir die Wunde etwas genauer untersuchen und sie schonungslos offenlegen, damit auch der letzte Linke versteht, worum es im Schulwesen eigentlich geht. Vielleicht findet sich dann der eine oder die andere Linke auch dazu bereit, dass nun folgende in ihr Denken und Handeln einfließen zu lassen. Kinder werden nicht freiwillig in deutsche Regelschulen geschickt, besser „eingeliefert“. Es herrscht Schulzwang, sprich Schulpflicht. Und wer da einmal etwas genauer nachforscht, dem wird ein Licht aufgehen, ein völlig tiefschwarzes Licht. Sinn in deutschen Schulen ist nicht etwa die Bildung im Sinne einer am Wachstum orientierten Bildung oder an freier Bildung, die sich an entwicklungsbiologische Grundsätze orientiert. Nein! Sinn von Schulbildung ist die Erziehung hin zu einem Staatsbürger. Das ist die primäre Aufgabe von Regelschulen. Private Schulen sind da etwas freier, aber in der Regel nicht freier als deren Gründer selbst. Wie wird ein kleiner Mensch in unserer Gesellschaft groß? Kinder werden geboren und kommen in der Regel dann zu Mami und Papi. Dort wird das Kind dann erzogen. Vati und Mutti ziehen ihre Kinder zu ihren Glaubenssätzen hin, zu ihren Gewohnheiten, ihren Regeln und zu ihren ganz individuellen Weltbildern hin. Das geschieht, sobald das Kind zu Hause ist. Schon Babys orientieren sich an dem, was Mami und Papi gefällt, was sie glücklich und zufrieden macht. So entsteht mit der Zeit ein Geflecht aus Anpassungen, Konditionierungen und Abgleich dessen, was das Kind dann immer fester daran glauben lässt, dass es gewollt, wertgeschätzt und geliebt wird. Diese drei Grundnahrungsmittel für die Psyche sind aber Tarnungen und Täuschungen. In den ersten drei Jahren machen Kleinstkinder in der Regel hier bei uns folgende Erfahrungen: Ich werde geliebt, wenn ich tue, was Mami und Papi gefällt. Wenn ich tue, was ihnen gefällt, dann mögen mich beide. Die, auf die es ankommt, sind Mami und Papi. Mache ich sie glücklich mit dem, was sie von mir erwarten, dann werde ich geliebt und bin glücklich. Ein fataler Glaube! Das geschieht komplett unbewusst und wird durch eine Anpassung an das empathische System in unseren Kindergehirnen in der Art festgezurrt, dass so gut wie jeder lerne, etwas ganz Entscheidenes komplett von sich abzukoppeln: sein empathischer Selbst- und Fremdbezug! Hier beginnt die ganze menschliche Tragödie in einer selbst aufopfernden Overtüre schon vorwegzunehmen, was aus seinem Leben letztlich wird. Jetzt folgt der erste Akt...(weiterlesen auf unserer Homepage: https://kenfm.de/tagesdosis/)
    lg

  7. #47
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 7.9.2017 - Wuthasen und Angstbürger



    Ein Kommentar von Bernhard Loyen. Wuthasen und Angstbürger, oder doch lieber Wutbürger und Angsthasen? Eigentlich gehobst, wie gesprungen. Beide Gruppierungen bestimmen momentan das gesellschaftliche Spiegelbild. Die etablierte Politik ist irritiert. Ein zunehmend wachsender Prozentsatz in diesem Land, sieht sich durch die regierenden Parteien nicht mehr vertreten. Die Volksvertreter verstehen ihr Volk nicht mehr. Das Volk versteht sehr wohl die Arbeit der herrschenden Klasse. Die Angst vor dem, was noch kommen wird, wird eindeutig formuliert und ausgesprochen. Der Unmut, die Wut über die Ignoranz, äußert sich durch eine zunehmend aggressivere Stimmung im Alltagsgeschehen. Anstatt sich den Sorgen und Nöten der Bürger zu stellen, duckt sich die Politik weg. Die Stadt Nürnberg will aus Sorge um ihren guten Ruf eine Wahlveranstaltung der AfD am kommenden Samstag platzen lassen[1]. Die Ratsherren machen sich darum Sorgen, dass Herr Gauland etwaig nicht die richtigen Worte spricht und kündigt den Mietvertrag des Veranstalters. Was haben die Inhalte von Herrn Gauland mit der Stadt Nürnberg zu tun? Gar nichts. Wutbürger trifft auf Angsthasen. Es wäre doch interessant einer weiteren Rede von Herrn Gauland zu lauschen. Nur so kommt die Gedankenwelt der AfD noch weiter an die Oberfläche und mündige Bürger können für sich entscheiden, wie sie damit umgehen. Unterstützen, oder bekämpfen. Verbote sind dann doch schlicht kontraproduktiv. Die Tage bei einer Fersehtalkshow bölkte ein Politiker der CSU auf Frau Weidel von der AfD ein. Sie möge doch mal klare Kante gegen Herrn Gauland und Herrn Höcke zeigen. Sie verließ daraufhin die Sendung[2]. Wutbürger trifft auf Angsthasen? Sie hätte sich der Frage stellen müssen, wollte aber keine Aussage treffen. Ein aufschlussreicher Rückzieher. Auch hier wird der mündige Bürger für sich die Situation entsprechend interpretieren. Es sind nur noch wenige Wochen bis zur Bundestagswahl. Nochmal, die AfD wird im nächsten deutschen Bundestag sitzen. Die regierende Politik hat es in den letzten Jahren mutwillig verpasst, die Ängste der Bürger Ernst zu nehmen und vor allem der sinkenden Wählerschaft glaubhaft zu vermitteln, an gemeinsamen Lösungen interessiert zu sein. Dem war nicht so! Einzig dadurch hat sie einer Partei, wie der AfD, den Boden bereitet. Durch einen narkotischen inhaltsleeren Wahlkampf, wird die Politikverdrossenheit neue Höhen erreichen. Auf den letzten Metern sich jetzt auch noch zu ducken, zeigt die Erbärmlichkeit der aktuell Regierenden. Die Auswirkungen sehen wir am 24. September 2017.

    LG

  8. #48
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 9.9.2017 - Wahlkampf-Endspurt 2017: Wer hat eigentlich die Macht in unserem Land?



    Ein Kommentar von Ernst Wolff. Der Wahlkampf in Deutschland ist in seine Endphase getreten. Obwohl ihn bisher kaum jemand bemerkt hat, geben sich die Mainstream-Medien derzeit alle Mühe, unsere Aufmerksamkeit darauf zu lenken und uns ihre Botschaft einzutrichtern: Ihr – das Volk – entscheidet als Souverän über die Politik der kommenden vier Jahre. Ihr legt mit Hilfe des Wahlzettels die Politik fest, die euer Leben in den kommenden vier Jahren bestimmt. Ist das tatsächlich so? Fragen wir uns doch einfach einmal, was für unser Leben wirklich von entscheidender Bedeutung ist. Doch wohl, dass wir eine gute Ausbildung genießen können, dass wir Arbeit haben, im Krankheitsfall versorgt werden, im Alter abgesichert sind und dass wir vor allem in Frieden leben und von Kriegen verschont bleiben. Die Bilanz ist ernüchternd Fragen wir uns jetzt einmal, was die Politik in den vergangenen Jahren zur Erreichung dieser Ziele beigetragen hat. Die Ausbildungssituation in unserem Land ist durch marode Schulen, Unterrichtsausfälle, unterbezahlte und überforderte Lehrkräfte gekennzeichnet, das Arbeitsleben wird von befristeten Arbeitsverträgen und einem ausufernden Niedriglohnsektor bestimmt, im Krankheitsfall werden immer höhere Zuzahlungen fällig, alten Menschen werden durch Niedrigzinsen die Ersparnisse weggefressen, der soziale Frieden im Lande wird durch die explodierende soziale Ungleichheit zunehmend gefährdet und die Kriegsgefahr wächst – unter aktiver Mitwirkung unserer Regierung, die sich an internationalen Kriegseinsätzen beteiligt und die Gefahr so selbst mit anheizt. Was nützt uns also unser Parlament? Was nützt es uns, dass wir alle vier Jahre mit darüber entscheiden dürfen, wer darin als Abgeordneter Platz nehmen darf, wenn das Ergebnis derart ungünstig ausfällt? Die Antwort lautet: Nichts, gar nichts. Dafür aber nützt die Wahl denjenigen, die gewählt werden: Sie werden hohe Diäten kassieren, Rentenansprüche erwerben, Vergünstigungen genießen, ihren Job zum Teil als Sprungbrett für lukrative Jobs in der Wirtschaft benutzen und dabei weiterhin in nicht-öffentlichen Ausschüssen Entscheidungen treffen, die dem widersprechen, was sie uns im Wahlkampf versprochen haben. In wessen Interesse werden wir regiert? Wie kann es sein, dass sich dieses immer wieder gleich ablaufende Schauspiel alle vier Jahre wiederholt? Aus einem sehr einfachen Grund: Weil dahinter mächtige Interessen stehen und weil Politiker und Parlamente in unserer Gesellschaft eine überaus wichtige Funktion erfüllen. Sie sollen uns alle glauben lassen, dass sie ihr Geschäft in unserem Namen und in unserem Interesse betreiben. Das aber ist schon deshalb ein Trugschluss, weil die wahre Macht in unserem Land weder vom Parlament, noch von der Regierung ausgeht, sondern in den Händen einer winzigen Finanzelite liegt, deren Vermögen so groß ist, dass sie sich alles und jeden kaufen kann. Diese Finanzelite achtet sehr sorgfältig darauf, unerkannt im Hintergrund zu bleiben und ihr Geschäft im Wesentlichen von zwei verschiedenen Gruppen erledigen zu lassen: Zum einen von hochbezahlten Managern in Hedgefonds, Großbanken und multinationalen Konzernen, die dafür sorgen, dass sich das Vermögen der Ultrareichen ungeachtet aller sozialen Folgen rasant vermehrt. Und zum anderen von ihren politischen Günstlingen, die im Gegenzug für ihnen gewährte Privilegien eine für die Finanzelite sehr wichtige Funktion ausüben: Dem Volk die Interessen des großen Geldes als die eigenen zu verkaufen und die Herrschaft der Finanzelite nach Kräften zu verschleiern, damit nur ja niemand auf die Idee kommt, sich gegen sie aufzulehnen. Die große Ausrede Zu diesem Zweck greifen Politiker, sobald man sie wegen der – für uns alle ungünstigen - Ergebnisse ihrer Arbeit kritisiert, immer wieder zur gleichen Ausrede: Sie verweisen auf die „Finanzmärkte“, von denen nach ihrer Aussage Sachzwänge ausgehen, denen sie unterliegen und die es ihnen unmöglich machen, all das durchzusetzen, was sie doch eigentlich zu unser aller Gunsten gern durchsetzen würden ...(weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/)

    lg

  9. #49
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    6.098
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    41 Post(s)
    Renommee: 137954

    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 11.9.2017 - Irma und Co: Die Ärmsten leiden am schlimmsten



    Ein Kommentar von Susan Bonath. Auf den Tag genau 16 Jahre nach 9/11 beherrschen nicht die Angriffe auf die Twin Towers mit Tausenden Todesopfern die Schlagzeilen. Man weiß ohnehin zumindest eins: Die offizielle Version von islamistischen Flugzeugentführern – die unvermeidliche »Bild« konnte es nicht lassen, sie erneut zu wiederholen – , gehört ins Reich der Mythen, Märchen und Propaganda. Es ist der Wirbelsturm »Irma«, der die Titelseiten füllt. Weite Teile der Karibik hat die Naturkatastrophe in Schutt und Asche gelegt. Ausgestanden ist das längst nicht. Der nächste Hurrikan mit dem Namen »José« ist bereits im Anmarsch. Kaum verwunderlich: Die Berichte im Mainstream konzentrieren sich auf den »Sunshine State« der USA: Ein Teil Floridas, Reich der Reichen und Schönen, ist verwüstet und überschwemmt. Luxushotels wurden evakuiert. Fotos zeigen Bewohner auf der Flucht auf verstopften Straßen. Was weit weniger Schlagzeilen wert ist: Der laut Meteorologen mit bis zu 300 Stundenkilometern stärkste Hurrikan, der seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen wurde, war zuvor über weit ärmere Karibikinseln hinweggefegt. Die Bewohner der kolonial zwischen Frankreich und den Niederlanden aufgeteilten Insel Saint Martin hat es besonders schwer erwischt. Fast die gesamte Infrastruktur inklusive Gebäude soll zerstört sein. Riesige Schäden verzeichnen die Behörden auch auf Barbuda und an der Nordküste Kubas. Im bettelarmen Haiti und in der Dominikanischen Republik hinterließ »Irma« glücklicherweise geringere Schäden, als befürchtet. Egal, ob in Florida, Kuba, Barbuda oder Saint Martin: Es sind die Armen, die sich nicht in Hotels ihrer Wahl retten können. Hunderttausende von ihnen dürften vor den Trümmern ihrer ohnehin kläglichen Existenz stehen. Unser globales Wirtschaftssystem, welches das Ausplündern unseres Planeten und das Verursachen von materiellem Elend zynisch privatisiert, hat keine gesellschaftliche Antwort für sie parat. Statt dessen nutzt die Journallie die Katastrophen für moralistisch abwertende Beigaben. Auf Saint Martin seien Plünderer unterwegs, heißt es. Mit Militär und Polizei will die französische Regierung gegenhalten. Die Lösung ist das kaum: Wo Menschen nichts haben als ihr nacktes Leben, bleiben Plünderer nicht aus. Vom »kommunistischen Kuba« ist die Rede. Hier täte ein Seminar zur kubanischen Geschichte – vom Sturz des brutalen Unterdrückers Batista bis bis hin zu den westlichen Embargos gegen den Inselstaat – außerhalb staatstragender Indoktrinationsanstalten gut. Ja, wer versucht, sich dem Markt zu entziehen, bekommt die antikommunistische Keule. Mal abgesehen davon, dass »Kommunismus« per Definition inmitten des globalen Kapitalismus nicht möglich ist und auch von Kuba nicht praktiziert werden kann. Hohn und Spott kippt der zur Mediengruppe RTL gehörende Sender n-tv über Boliviens Präsidenten Evo Morales aus. »Der Sozialist« vertrete »eine ganz besondere These«, heißt es. Gebe er doch »dem Kapitalismus und insbesondere den Treibhausgasausstößen der USA« die Schuld. Wie kann er nur, dieser Sozialist, der, mehr oder weniger erfolgreich, ein besseres Leben für 80 Prozent der bolivianischen Bevölkerung anstrebt. Man kann darüber diskutieren, inwieweit aktuelle klimatische Veränderungen natürlich oder durch Menschen gemacht sind. Fakt ist: Private Unternehmen haben sich bei ihrer Jagd nach Profiten noch niemals um Umwelt und Opfer geschert. Dass sie für Verwüstungen ganzer Gebiete verantwortlich sind, ist so unbestritten, wie die Tatsache, dass systemimmanentes ewiges Wachstum in unseren Tagen an seine Grenzen stößt. Der Regenwald schwindet, jedes Jahr wird ein Prozent der Ackerflächen zur Wüste, in vielen Städten wird die Luft immer »dicker«. Das kann man auch ohne Studium wissen. Wo Profite Überlebenszweck der Privatwirtschaft sind, spielen für Apostel heutiger Produktionsverhältnisse die Auswirkungen des Raubbaus auf das Klima keine Rolle. Nur die Flüchtlinge sollen bitteschön draußen bleiben und dort verelenden, wo sich die wahren Plünderungen am heftigsten auswirken. Man baut die Mauern einfach höher, macht weiter wie gehabt. Und die herrschende Klasse prostet sich zu: Ein Hoch auf die Armeen, die ihre Sicherheitspaläste in den Imperien vor Eindringlingen verteidigen. Menschen können erschossen werden, Wirbelstürme wie »Harvey«, »Irma« und »José«, nicht.

    LG

  10. #50
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    15.987
    Blog-Einträge
    126
    Mentioned
    179 Post(s)
    Renommee: 192118

    Tagesdosis 12.9.2017 - Zum internationalen Tag der Verschwörungstheorie



    Ein Kommentar von Mathias Bröckers. Es jährt sich wieder der 11. September, ein Tag der seit nunmehr 16 Jahren in das Weltgedächtnis eingebrannt ist - mit der Erinnerung an 3.000 Tote, mit den pulverisierten Wahrzeichen der Weltmacht USA und mit den Folgen, die als „War On Terror“ bis heute wirksam und spürbar sind. Neben dem Gedenken an diesen Schrecken ist der 11. September mittlerweile aber auch so etwas wie der „Internationale Tag der Verschwörungstheorie“ geworden. “Hüten wir uns vor Verschwörungstheorien, die mit frevelhaften Lügen von den wahren Schuldigen ablenken”, hat George W. Bush nach den Anschlägen in einer Rede vor den „Vereinten Nationen“ verkündet – um aber dann darauf zu verzichten, eine offizielle Untersuchungskommission einzusetzen, die das Verbrechen aufklärt und die „wahren Schuldigen“ ermittelt. Begründung: Man müsse jetzt alle Kapazitäten nutzen um künftige Terroranschläge zu verhindern und könne diesen deshalb jetzt nicht aufklären. Erst nach massiven Protesten von Familien, die Angehörige im World Trade Center verloren hatten, lies sich 15 Monate später die Regierung herab, den Massenmord untersuchen zu lassen. Und richtete eine Kommission ein, die „Set to fail“ war - zum Scheitern verurteilt, wie der Titel des Buchs lautete, das die beiden Kommissionsvorsitzenden später veröffentlichten. Sie verfügten nur über einen Bruchteil des Budgets, das zwei Jahre vorher zur Aufklärung von Bill Clintons Affäre mit einer Praktikantin aufgewendet wurde, sie konnten keine Zeugen gerichtlich vorladen und durften den wichtigsten Kronzeugen, den in Guantanamo einsitzenden Khalid Scheich Mohamed, nicht einmal sprechen. Dieser war dort 182 Mal der Folter durch Waterboarding unterzogen worden und seine so gewonnenen Aussagen wanderten 1:1 in den Abschlussbericht der Kommission, als wichtigste Quelle für den harten Kern der Legende: dass nämlich der Chefterrorist Osama Bin Laden aus der Höhle Tora Bora tatsächlich 19 “Hijacker” entsandte, die dann ganz allein und nur dank ihrer magischen Teppichmesser mit zwei Flugzeugen drei Türme pulverisierten. Wenn die Historiker der Zukunft irgendwann den Beginn des „postfaktischen Zeitalters“ rekonstruieren und feststellen, dass 2004 ein welterschütternder Massenmord durch einen auf Foltergeständnissen basierenden Untersuchungsbericht „aufgeklärt“ wurde und dieses Märchen von Medien und Politik als Realität verkauft werden konnte, dann markiert das Datum 9/11 einen entscheidenden Wendepunkt. Nicht für das Projekt des seit Mitte des 20. Jahrhunderts expandierenden amerikanischen Imperiums, das mit den Anschlägen nur einen weiteren Push für neue Feindbilder und Eroberungen erhielt, sondern für das seit über 200 Jahren laufende Projekt Aufklärung, den Austritt des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit. Unabdingbar für dieses einst von Kant definierte Projekt war eine kritische Öffentlichkeit, die nach den Regeln der Vernunft über Wahres und Falsches entscheidet. Keine ex cathedra von Päpsten und Kaisern verkündeten Fiktionen, sondern vernunftgeprüfte Fakten, kein Glauben, sondern Wissen, sollten den aufgeklärten Diskurs bestimmen – und eine freie Presse den Autoritäten und der Macht auf die Finger schauen. Soweit die Theorie – in der Praxis jedoch wurde die Nichtaufklärung des Jahrhundertverbrechens und die auf Folter basierende offizielle 9/11-Legende von der Presse klaglos hingenommen und verbreitet. Die „wahren Schuldigen“ standen von Tag eins an fest; jegliche Zweifel, Skepsis und kritische Nachfragen wurden als „frevelhafte Verschwörungstheorien“ der ewigen Verdammnis anheim gegeben. (weiterlesen auf unserer Homepage: https://kenfm.de/tagesdosis/)
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •