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Thema: KenFm - Tagesdosis

  1. #1
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    KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 17.7.2017 - Schulz, Merkel und die Zukunft



    Wahlkampfgetöse: SPD zaubert Zehn-Punkte-Plan aus der Tasche. CDU und CSU scheint das nicht zu jucken. Hauptsache die Wirtschaft wächst weiter.

    von Susan Bonath.

    G20 ist vorbei, der Feind im undefinierten linksautonomen »schwarzen Block« verortet, schon läutet die SPD die letzte Runde im Bundestagswahlkampf ein. Ihr Kanzlerkandidat Martin Schulz steht am Montagmorgen im Zentrum der medialen Berichterstattung. In der SPD-Zentrale, dem Willy-Brandt-Haus in Berlin, hatte dieser ein »Zehn-Punkte-Programm« hervorgeholt. Damit will die SPD Deutschlands »Zukunft gestalten«.

    Wie Spiegel online schreibt, stehen im Zentrum des Papiers »mehr Geld für Infrastruktur, weniger befristete Jobs und keine Hilfe für störrische EU-Partner«. Der Staat, so findet Schulz, solle mehr investieren. In schnelle Internetverbindungen zum Beispiel, in Straßen, Schienen, erneuerbare Energien und Bildung.

    »Neben der Schuldenbremse brauchen wir eine Mindestdrehzahl an Investitionen«, zitiert das Blatt den Kanzlerkandidaten. Kurz: Der Staat soll keine neuen Schulden aufnehmen und zugleich Firmen, die sich in strukturschwachen Regionen ansiedeln, mit höheren Fördermitteln beglücken.

    Mit Industrie und Handwerk will Schulz eine »Investitionsallianz« schmieden. Die Unternehmen sollen »die Herausforderungen der Digitalisierung« besser meistern können. Den Behörden will er Arbeit abnehmen. In fünf Jahren, so heißt es, solle der brave Bürger über ein sogenanntes Deutschlandportal »Formalitäten leicht und unbürokratisch abwickeln«.

    Mit einem »Pakt für anständige Löhne« will die SPD die Wirtschaft motivieren, den Boom prekärer Jobs zu dämpfen. Schon »in den ersten 50 Tagen nach meinem Amtsantritt« will der erwartungsfrohe Kandidat das ewig währende SPD-Versprechen von »kostenfreier Bildung von der Kita bis zur Hochschule« angehen. Auch für die Älteren beschwört Martin Schulz gute Zeiten herauf: Seine Partei plane, das Rentenniveau bis 2030 auf dem jetzigen Stand von 48 Prozent zu »stabilisieren«.

    Mit EU-Staaten, die nicht genügend Flüchtlinge aufnehmen, kennt die Schulz´ Partei kein Pardon mehr. Diese sollen künftig weniger Geld aus den Töpfen der Europäischen Finanzplanung erhalten. Obwohl durch SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit vorangetrieben, beteuern die Sozialdemokraten, das erklärte NATO-Ziel abzulehnen. Danach hat sich Deutschland verpflichtet, den Militäretat bis 2024 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes – 62 Milliarden Euro – fast zu verdoppeln.

    Kaum ist die neue Katze aus dem Sack, schielt die Presse auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Was die CDU-Frau an der Spitze wohl dazu sagt? »Nichts«, konstatiert der Tagesspiegel nach ihrem Interview am Sonntagabend mit der ARD. »Merkel verweigert den Wahlkampf«, titelt das Blatt lustlos.

    Betrachtet man Angela Merkel ganz unemotional als Mitglied der regierenden Union, ist das natürlich Blödsinn. Seit Wochen tönen CDU und CSU mit künftiger »Vollbeschäftigung in Deutschland«. So nennen die Verwalter des kapitalistischen Systems eine Arbeitslosenquote von unter drei Prozent.

    Sind die Statistikfälscher weiterhin so fleißig, erscheint das erklärte Ziel von CDU und CSU durchaus erreichbar. Monat für Monat bejubelt die Bundesagentur für Arbeit sinkende Arbeitslosenzahlen. Dahinter stecken zahlreiche Tricks: Hartz-IV-aufstockende Niedriglöhner, krankgemeldete Erwerbslose und solche,die in Maßnahmen und Ein-Euro-Jobs geparkt sind, werden einfach weg definiert. Fast 2,8 Millionen der 4,43 Millionen erwachsenen Hartz-IV-Bezieher zählen darum nicht als »arbeitslos«. Mitten im angeblichen »Jobwunder« klettert ihre Zahl seit Monaten. Inklusive Kindern leben 6,4 Millionen Menschen von Hartz IV.

    Kurz gesagt: Die Lohnabhängigen sollen weitere Opfer bringen für das deutsche Wirtschaftswunder. Es wirkt bereits: Glaubt man dem heutigen Bericht von Springers Welt online, prognostiziert die Industrie für 2017 ein Rekord-Wachstum von 2,3 Prozent. Diesen Weg der Unionsparteien trägt die SPD seit 2013 mit.

    Angesichts der Wahlumfragen stehen alle Zeichen auf Fortsetzung der Großen Koalition. Erfahrungsgemäß landet mehr als die Hälfte alles Gesagten nach der Wahl ohnehin unterm Tisch. Kapitalismus im Endstadium ist halt alternativlos.
    Liebe Grüße
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  2. #2
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    Tagesdosis 18.7.2017 - „Auch das noch – Autonome zünden Reichstag an!“



    „Auch das noch – Autonome zünden Reichstag an!“ titelte die „Titanic“ und lieferte damit den besten Kommentar zu der völlig überzogenen Hysterie nach den Ausschreitungen bei der G-20 Demo in Hamburg. Ganz vorneweg in „Stürmer“-Manier mal wieder die „Bild“-Zeitung, die zur Hetzjagd auf „Linksterroristen“ blies wie nach dem Reichstagbrand der „Führer“ zur Jagd auf Kommunisten und Juden.

    Als „Bürgerkrieg“ und „Terrorismus“ wurde die Hamburger Randale bezeichnet – was alle Opfer verhöhnt, die tatsächlich von Krieg und Terror betroffen sind – und es wurde vor der Gefahr gewarnt, die linken Gewalttäter zu „verharmlosen“. Bei diesem Unisono von Politikern und Kommentatoren konnte man den Eindruck gewinnen, dass sie fast dankbar waren endlich mal wieder den „richtigen“ Gegner gefunden zu haben - die Linke - nachdem in Deutschland jahrelang nahezu ausschließlich rechte Gewalt gegen Asylheime und Flüchtlinge zu beklagen war. Hamburgs Bürgermeister Scholz sprach gar von „Mordbrennern“, denen man nun „mit der ganzen Härte des Gesetzes“ begegnen müsse.

    Tatsächlich ist in Hamburg niemand ums Leben gekommen, von den angeblich 200 verletzten Polizisten meldeten sich 95% am nächsten Tag wieder gesund, schwer verletzt wurde kein einziger. Mit „Mord“, „Terrorismus“ oder gar „Bürgerkrieg“ hatte das Spektakel rein gar nichts zu tun. Die Strategie, aus dem der sogenannte schwarze Block seine moralische Berechtigung zum Krawall zieht - “Menschen sterben und ihr schweigt, Scheiben klirren und ihr schreit” ist aufgegangen. Statt über die fatale Politik der G-20 Staaten und die von ihnen veranstalteten Massenmorde in Afghanistan, Libyen, Syrien, Yemen zu reden, sind kaputte Fensterscheiben und ein brennender Twingo das Thema. Etwas Besseres als ein paar kleine Steineschmeißer konnten sich die großen Bombenwerfer also gar nicht wünschen. Ihr täglich praktizierter Terror überall auf der Welt geht weiter und wir jagen wütende Kleinkriminelle und erlebnisorientierte Halbstarke als „Terroristen“. Geht’s eigentlich noch....?
    Liebe Grüße
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  3. #3
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    Tagesdosis 19.7.2017 - Merkel verurteilt die Verhaftung des Menschenrechtlers Steudtner



    Es ist wieder so weit. „Der Irre aus dem Bosporus" schlägt zu. Unter anderem soll der Menschenrechtsaktivist und Trainer für Menschenrechte, Peter Steudtner in der Türkei ein „möglicher“ Putschist sein, so der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

    Erdoğan braucht wieder Merkels Aufmerksamkeit und will verhätschelt werden. Sein stetes Motto: Nur Bares ist Wahres.

    Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man in schallendes Gelächter verfallen. Und das in zweierlei Hinsicht. Denn, nicht nur dass die Anschuldigungen vom türkischen Präsidenten und dem hiesigen Staatsanwalt, der ihm die Unterstützung einer „bewaffneten Terrororganisation“ vorwirft, unglaubhaft scheinen. Nein! Sogar Kanzlerin Merkel setzt sich nun persönlich für seine Freilassung ein. Was bedeutet das? Stichwort: NATO-Angriffskriege.

    Deutschland lieferte 2015 die Milan-Panzerabwehrrakete, nach der sogar kurdische Babys benannt wurden. O-Ton der Kanzlerin 2015 dazu: „Wir haben dann dieses Panzerabwehrsystem geliefert. Und es hat mich dann sehr berührt, als mir ein Vertreter der Kurden im Nordirak erzählt hat, dass das Wort Milan jetzt ein Vorname für Babys ist, für männliche Babys, weil die so entzückt sind von der Wirkung dieser Waffe…“ 1)

    Menschenrechte? Bei dieser Frau? Fehlanzeige.

    Zurück zum Fall Peter Steudtner.

    Wenn das mal nicht, alter türkischen Präsidententradition voran geschickt, nach einer Erpressung riecht. Denn schon zuvor hat es ähnliche Fälle von Deutschen in der Türkei gegeben, die durch an den Haaren herbei gezogenen „Delikten“ in türkischen Gefängnissen landeten, um dann gegen horrende Summen wieder frei gelassen zu werden.

    Wer traut heute dem türkischen Präsidenten Erdoğan denn nicht auch so einen Kuhhandel, für seine Privatwirtschaft zu? Ja, Erdoğan für einen mafiösen Paten zu halten fällt wahrlich nicht schwer.

    Angela Dorothea Merkel hingegen, die lebendige Teflonschutzheilige aus Hamburg (Hamburger! Bleibt wie ihr seid, sie war nur ein Ausrutscher.), die überall die Menschenrechte anprangert, hält sich selbst ja ganz und gar nicht an die UN-Menschenrechtscharta. Eigentlich sollte gerade die UN Merkel oder Erdoğan verhindern, dass solche Personen an Machtpositionen gelangen.

    Unter ihr ist Deutschland an so vielen Kriegen beteiligt, verkauft als Bronzemedaillengewinner weltweit so viel Rüstungs- und Tötungshilfsgerät, dass ich ihr ihr Menschenrechtsgefasel nur schwer, ja sehr schwer abnehmen kann. Eigentlich gar nicht.

    Sie kennt die Dealerregeln ganz genau, nach denen Erdoğan seit Jahren verfährt: „Du brauchst mich, das kostet was!“ Eben Kriminelle untereinander nach ihren eigenen Regeln sich umschmeichelnd. So läuft das. Wir kennen es. Wir erdulden es. Die ganze Geschichte ist ihre Geschichte. Die Geschichte der kriminellsten aller Kriminellen, vor denen selbst ein Hannibal Lektor oder ein Dexter Morgan neidvoll erblassen.

    22 Deutsche sollen in Haft sein. Da hat Erdoğan einen langen Atem in petto und kann Forderungen stellen, die die gesamten Jahresgehälter eines Vorstandes der Deutschen Bank im Nu erblassen lassen. Ja, die Weltpolitik. Sie ist das dreckigste aller dreckigen Geschäfte überhaupt. Und wer bezahlt die Rechnung? Der Steuerzahler. Steuergelder sind das beste aller Bankgeschäfte weltweit.

    Murat Kurnaz, wer weiß noch von ihm?

    Heute Bundespräsident, damals im auswärtigen Amt, lehnte Frank Walter Steinmeier das amerikanische Angebot zur Auslieferung nach Deutschland ab - und versaute Kurnaz sein Menschenrecht auf Unversehrtheit von Leib und Seele fast komplett. Menschenrechte überall. Jedoch immer und immer wieder mit politischen Füßen getreten.

    Welcher Fußabdruck wäre wohl größer auf diesem Planeten. Der der Wahrung und Einhaltung der Menschenrechte oder der, der sie missachtet?

    So weit die allgemeine politische Moral, wenn es um Menschenrechte hier in diesem Land oder in anderen Ländern geht. In anderen Ländern, ja, da gilt es stets seine Verletzung ganz ausdrücklich und mit ordentlicher Power anzuprangern, so wie regelmäßig in China. Doch hier? In Deutschland? Da gibt es keine Menschenrechtsverletzungen. Punkt.

    Wir erinnern uns: Edward Snowden sitzt in Moskau - wegen der Menschenrechte, die im Westen für so jemanden nicht zählen. Die Liste ist lang, sehr lang, für die Snowdens dieser Welt, die der Westen in Akkordarbeit selbst produziert. Aber lassen wir auch das. (...weiterlesen auf unserer Homepage: www.kenfm.de)
    Liebe Grüße
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    Tagesdosis 20.7.2017 - Der süße Duft des Adels



    Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

    Es hatte schon etwas von Symbolcharakter. Gegen 1:00 Uhr des jungen Morgens schüttelte sich für eine knappe Stunde unsere Himmelsdecke über Berlin. Donnerwetter.

    Lag es an dem süßlichen Duft der seit den Mittagsstunden des Vortages über der Stadt hing? Prinz William und Gattin Kate waren am Mittag gelandet[1]. Die Stadt im Adelsrausch- vermeintlich.

    Ja, auch Politiker wollen mal auf der sonnigen Seite ihres Berufes stehen. Sie haben es nicht immer leicht in hiesigen Zeiten. Mal nicht Krieg und Sozialabbau erklären müssen. Mal nicht, inhaltsleer und verklausuliert, Interesse an der Bevölkerung heucheln.

    Bescheiden wie sie sind, empfingen sie die britischen Gäste in ihren bescheidenen Arbeitsräumen. Die Kanzlerin auf der Terrasse vom Kanzleramt. Schöne Bilder. Unser Bundespräsident, ganz der Gentleman, lud zur Tea Time in seinen kleinen Garten Bellevue. Es gab Streuselkuchen. Schöne Bilder. Der Berliner Bürgermeister Müller musste auf Wunsch von den beiden Gästen, in ein Kinder – und Jugendhaus in Marzahn. Er hätte ihnen sicherlich gerne auch seinen Balkon gezeigt, waren dann aber auch schöne Bilder. Der Berliner Tagesspiegel, mental schon almost stoned vom süßlichen Duft der Adelswelt- unter einem Live Blog ging es nicht[2]. Die Hauptstadtpresse weiß, dieser Besuch begeisterte Berlin.

    Zu dem Programm gehörte auch ein Mittagessen, an einem unbekannten Ort in Berlin Mitte. Bedauerlicher Weise, hat eine Bekannte von mir dort ihr kleines Geschäft. Stunden davor und dabei komplette Absperrungen des Bürgersteigs und der Umgebung. Dieses bedeutete für sie keinerlei Umsatz. Warten.

    Warten, wird da ein Besucher, ein Adels-Fan am Brandenburger Tor rufen? Hab ick ooch. Stunden in die Sonne. Füan Selfie, vastehste. Der Müller ooch wieder dabei. Der hats jut.

    Streichelzoo unter Aufsicht, also mit Security. Die Berliner Zoos suchen übrigens ehrenamtliche Security, also Aufpasser für ihre Streichelzoos[3]. Die Problematik liegt vermeintlich bei den sog. Tollpatsch Kindern, nicht bei den Eltern, die nicht erklären wollen. Diese sind wahrscheinlich gerade am Smartphone auf der Instagram Seite von Kate und William[4]. Bestimmt schöne Bilder.
    Liebe Grüße
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 21.7.2017 - Das Ende der Politik im Wahljahr 2017



    Veröffentlicht am 21.07.2017
    Ein Kommentar von Pedram Shahyar.

    Schaut man sich die Schlagzeilen der Nachrichten dieser Woche an, fällt eines auf: In Deutschland findet in diesen Tagen Innenpolitik quasi nicht statt. Warum auch? In 2 Monaten stehen ja Bundestagswahlen an, eine Richtungsentscheidung wie das Führungsland der Europäischen Union in den nächsten 4 Jahren regiert wird. Wir lesen über Tote in Venezuela, über nie endenden Konflikte in Trumps Regierung und natürlich immer wieder, die neuen Spannungen mit Erdogans Regierung in der Türkei. Kurz gab es einen Schulz Hype, medial hochgezogen und wieder fallen gelassen. Es sieht so aus, als ob Politik in Deutschland kalt gestellt ist. Alles läuft einfach so weiter und es gibt keine Optionen auf eine Veränderung der Richtung, die politisch das Land genommen hat.

    Politik im klassischen Sinne lebt aber von Konflikt, von verschiedenen Optionen, die von verschiedenen Lagern vertreten werden und zwischen diesen man sich entscheiden kann. Konflikt muss nicht automatisch aggressiv oder kriegerisch sein. Konflikte können auch mit Kompromissen oder Konsens gelöst werden. Vertreter verschiedener Positionen müssen sich nicht als Feinde aufstellen, die sich vernichten wollen, sondern können als Gegner agieren, die zwar um die eigene Position ringen, aber die der anderen Seite respektieren.

    In Deutschland 2017 findet quasi keine Politik statt. Es ist klar, dass die CDU die nächste Regierung anführen wird- die Frage ist nur: mit wem? Dabei ist es eigentlich auch egal. Nichts deutet daraufhin, dass die nächste Koalition- wer immer auch dabei ist- eine andere Richtung einschlägt. Mit der SPD gibt es ein Genauso -weiter. Mit den Grünen ein bisschen mehr Förderung für ökologische Konzerne und vielleicht ein paar neue Quoten. Mit der FDP etwas mehr für Finanzlobbys und härter gegen die Gewerkschaften und die Arbeiterschaft. Die Ränder ringen um die Unzufriedenen. Die Linken sollen isoliert werden, da ihnen die Randale einiger hundert Hooligans am Rande einer Großdemonstration in die Schuhe geschoben wird. Und die AfD hat ihren bürgerlichen Lack fast ganz verloren und wird noch deutlicher als rechtsextrem gebrandmarkt.

    Dabei hat Deutschland viele Potenziale, um sich und die Welt in eine bessere Richtung zu führen. Der Reichtum in diesem Land ist enorm, und der Wunsch nach einer gerechten Verteilung wird von breiten Schichten der Bevölkerung getragen. Die starke ökonomische Basis Deutschlands bietet die besten Chancen für einen zukunftsfähigen Sozialstaat, ein Modell für Europa und Welt. Eine bedingungslose Grundsicherung, um die großen Ängste zu zerstreuen: Die Angst vor der Altersarmut, um den Frieden und Solidarität zwischen den Generationen zu sichern; die Angst vor der Automatisierung der Produktion, um diese mit einem großen Schub nach vorne zu bringen. Die Kassen sind voll und die starke Produktivität kann die Basis sein für eine öffentliche Infrastruktur, für Bildung, Gesundheit und Mobilität, um die Weichen zu stellen für eine ökologisch nachhaltige Gesellschaft. Und geopolitisch ist Deutschland dringend gefragt, um eine alternative Weltordnung zum niedergehenden Pax Amerikana durchzusetzen:

    Die Demokratisierung und soziale Sicherung in der Europäischen Union, die Verbindung der europäischen Produktivität mit den russischen Ressourcen und den neuen gigantischen Produktionsstätten und Märkten in Asien. Die eurasische Verbindung wurde systematisch seitens der USA verrhindert, doch die isolationistische Politik der Trump-Regierung bietet nun die einmalige Chance, eine neue geopolitische Architektur durchzusetzen.

    Das sind Notwendigkeiten für eine friedliche und nachhaltige Zukunft Deutschlands. Vielleicht wird die nächste Regierung sogar einzelne Aspekte aus technokratischen Überlegungen heraus angehen. Doch die Potenziale, die hier schlummern, werden in einem „Weiter so“ verschlafen. Dafür braucht es einen Aufbruch, eine positive, optimistische Energie für eine neue Zukunft. Darum lohnt es sich zu streiten und das heißt- zurück zur Politik-: die Zukunft wieder zu einem offenen Gegenstand der gesellschaftlichen Diskussion zu machen.
    LG

  6. #6
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    AW: KenFm - Me, Myself and Media 36

    Me, Myself and Media 36 - History statt Hysterie: G20 im nationalen Gedächtnis



    Veröffentlicht am 21.07.2017
    Wenn heute zwei Menschen in Deutschland über den G20 Gipfel sprechen und dabei ihren Standpunkt austauschen, ist ihnen nur selten bewusst, dass sie dabei auf Bilder zurückgreifen, die von den Konzernmedien verbreitet wurden. Diese Medien sind nicht neutral, denn sie müssen als DAS Sprachrohr derer dekodiert werden, die zum G20 geladen haben.

    Die Massenmedien sind der zwölfte Mann in einer Fussballmannschaft, nur dass dieser NICHT als neutraler Schiedsrichter aufläuft. Wie ein solches Spiel ausgeht, liegt auf der Hand.

    Historische Ereignisse lassen sich durch die Auswahl der Bilder, mit denen sie in das Gedächtnis der Nation eingehen, schwer manipulieren und diese Technik wurde auch in Hamburg exzessiv angewendet. Die meisten von uns haben, wenn sie über den G20 Gipfel in Hamburg sprechen, Bilder von randalierenden schwarz vermummten Personen im Kopf, während kaum noch jemand über die 76.000 friedlichen Protestierenden spricht, die den Gipfel in Hamburg eröffnet hatten.

    Wer entscheidet über die Gewichtung der Bilder und welche politische Botschaft soll hier subtil unters Volk gebracht werden?

    Erstaunlich ist, dass ausgerechnet diejenigen, die sonst pauschal von "Lügenpresse" sprechen, wenn sie Spiegel, FAZ, Süddeutsche Zeitung oder ARD & ZDF meinen, eben diese Presseerzeugnisse zitieren, wenn dort sämtliche Gewalttäter des G20 als linke Extremisten bezeichnet werden.

    Diese Reaktion wurde von den Bildgestaltern des G20 kalkuliert und funktioniert so zuverlässig, wie der Pawlow'sche Reflex. Zeig einem politischen Lager dessen Feindbild und du kannst es beliebig manipulieren. Exakt das geschieht aktuell.

    Konservative und Linke schlagen sich gegenseitig die Schädel ein und die Eliten, die allein durch Auswahl, Gewichtung und Montage eben diesen Effekt herbeigeführt haben, machen so weiter wie gehabt.

    Das ist der eigentliche Gipfel.

    In der aktuellen Ausgaben von MMM 36 geht es darum, die ewig gleiche Technik des Einseifens der Massen en detail aufzuzeigen und damit die mediale Hysterie zu entschärfen.

    Nichts an Hamburg war neu. Im Gegenteil. Die Geschichte ist voll von gewalttätigen Aktionen gegen die Machthaber, nur wird es Zeit, endlich Lehren aus dieser Geschichte zu ziehen. Ein Gang ins Archiv ist hier dringend zu empfehlen.
    +++
    Eine Inhaltsübersicht und Quellenhinweise findet ihr auf unserer Homepage.

    +++

    Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

    LG

  7. #7
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    Tagesdosis 22.7.2017 - Wahlkampf 2017: Scheingefechte statt Informationen



    Ein Kommentar von Ernst Wolff.

    Am Sonntag trennen uns noch zwei Monate von der nächsten Bundestagswahl. Zwei Monate, in denen Politiker sich Auseinandersetzungen liefern werden, die sich vor allem durch eines auszeichnen: Sie werden die brennenden Probleme unserer Zeit sorgfältig ignorieren.

    In endlosen Talkshow-Runden werden die Kontrahenten in den Mainstream-Medien aufeinander losgehen, sich in Szene setzen und dabei peinlich genau darauf achten, die drei größten Gefahren von heute nicht anzusprechen:

    die Explosion der sozialen Ungleichheit,
    die Gefahr eines Crashs
    die Bedrohung der Welt durch einen Krieg.
    Wir werden nicht hören, dass das Gefälle zwischen Arm und Reich noch nie so stark zugenommen hat wie seit der letzten Wahl. Dass das gegenwärtige globale Finanzsystem nur noch künstlich am Leben erhalten wird und dass die Finanzspekulation, die zur Krise von 2007/2008 geführt hat, inzwischen ein weitaus größeres und gefährlicheres Ausmaß angenommen hat als vor zehn Jahren.

    Kein Wort wird darüber fallen, dass die Bargeldabschaffung rasant voranschreitet, dass die Niedrig- und Nullzinspolitik eine unaufhaltsame Lawine der Altersarmut in Gang gesetzt hat und dass derzeit ein internationaler Rüstungswettlauf stattfindet, zu dem Deutschland 2016 als drittgrößter Waffenexporteur der Welt erheblich beigetragen hat.

    Nichts von alledem werden die Wahlkämpfer in den kommenden zwei Monaten ansprechen. Stattdessen werden sie sich in Nebensächlichkeiten ergehen und einander medienwirksam inszenierte Scheingefechte liefern.

    Warum?

    Weil es eine stillschweigende Rollenverteilung zwischen ihnen und der Finanzelite gibt: Die Rolle der Politik besteht darin, der Finanzelite den Rücken freizuhalten, indem sie dem Volk deren Interessen als die eigenen verkauft und die öffentliche Aufmerksamkeit, wenn nötig, auf Nebenschauplätze lenkt. Zum Lohn dafür erhalten Politiker Vergünstigungen und Privilegien, die von hohen Diäten über großzügige Altersversorgungen bis hin zu lukrativen Jobs in den Führungsetagen von Großkonzernen reichen.

    Damit diese Arbeitsteilung auch in Zukunft gut funktioniert, müssen sich die Politiker allerdings auch diesmal wieder hart ins Zeug legen. Schließlich gilt es, um jeden Preis zu verhindern, dass wir sie und das sie begünstigende System in Frage stellen und möglicherweise erkennen,

    dass die wirklichen Entscheidungen über unsere Zukunft gar nicht von ihnen, sondern in den Vorstandsetagen von Hedgefonds, Großbanken und globalen Konzernen getroffen werden
    und dass sie als Politiker kein Teil der Lösung, sondern Teil des Systems und deshalb ein ganz entscheidender Teil des Problems sind.
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    Tagesdosis 24.7.2017 - Die da rufen nach Lynchjustiz



    Ein Kommentar von Susan Bonath.

    Ein Sturm der Entrüstung tobt durch die Medien: Die 16jährige Linda W. aus Sachsen wird im Irak verhaftet. In ihrer Heimat hatte sie sich unbemerkt radikalisiert. Vor einem Jahr war sie über die Türkei nach Mossul eingereist – allein – um den mörderischen »Dschihad« zu unterstützen. Sie heiratete einen IS-Terroristen, wurde in den Trümmern verwundet. Nun, sagt das gefangene Mädchen einem Reporter, wolle sie nur noch nach Hause, weg vom Krieg, vom Elend, von der Zerstörung.

    Was Linda W. selbst getan hat, ist unklar. Niemand weiß, warum sie, mitten im vermeintlichen Hort der Demokratie, das Verlangen fühlte, den IS-Terror zu unterstützen. Was verleitet eine 15jährige dazu, ihr Leben für eine mörderische Vision aufs Spiel zu setzen? Was läuft schief, wenn sich Kinder wie sie einem Mordkommando anschließen?

    Das will der Mob gar nicht wissen. Er verlangt Rache. Er will lynchen. Das Mädchen nach Deutschland ausliefern und hier verurteilen? Dem Mädchen helfen, einen sinnvollen Weg in ihr Leben zu finden, das kaum begonnen hat? Nein!, ruft es in den Onlineforen. Selbst schuld sei sie. Und wenn sie im Irak zum Tode verurteilt werden sollte, sei das völlig in Ordnung. Dem Lynchmob reichen die Opfer des IS nicht. Er will mehr. Er schreit nach Autorität, nach härtesten Strafen. Er verlangt Tribut statt Aufarbeitung, Hilfe und Resozialisierung. Auch wenn er keine Ahnung von den Umständen hat.

    Dass sich schon Kinder einer hoch militarisierten, raubenden, unterdrückenden, wie ein Konzern operierenden Todesarmee anschließen, ist ein Drama. Genauso fassungslos macht die Aggression, mit welcher sich moralisch erhaben Fühlende nach Vergeltung brüllen. Hängt sie alle!, schreien sie.

    Eine ähnlich aggressive Stimmung beherrscht seit zwei Wochen die Berichterstattung zu den G20-Krawallen. Die Bild startet einen Fahndungsaufruf. Der Mob jubelt dem Springer-Blatt enthusiastisch zu. Würde da jemand selbst gern mit einer Kalaschnikow losziehen, um vermeintlich Erkannte zu richten?

    Obwohl niemand weiß, wer die vermummten Zerstörer waren – immerhin haben bereits mehrere neofaschistische Gruppen ihre Teilnahme bekundet – ist der Feind erkannt: Linksextremisten. Die Antifa. Mit letzterer sei, schreibt ein Kommentator auf Facebook, »wie mit dem IS zu verfahren: Alle Anhänger sind zu vernichten«. Seit Tagen steht der Mordaufruf im Netz. Der Facebook-Konzern löscht lieber nackte Frauenbrüste.

    Frei von aggressiven Gewaltfantasien sind auch Teile des Staatsapparats nicht. In Hamburg waren sie es nicht. Allein die Zahl der Polizeiangriffe auf Journalisten ist so groß, dass man nicht von Einzelfällen sprechen kann. Selbst ein Chefreporter der Bild zeigte sich schockiert darüber, wie Beamte Reporter massiv attackierten. Einem drohte ein Polizist: »Hau ab oder ins Krankenhaus!«

    Die Liste ist lang: Ein Wassewerferstrahl zerstörte zwei Kameras von Stern-Reporter Jürgen Burkard; der Fahrer habe »herzlich gelacht«. Ein Berliner Fotograf, der seine Presseakkreditierung zeigte, bekam zur Antwort: »Ist mir scheißegal.« Dann trat der Polizist zu. Beamte bedrohten Medienvertreter mit vorgehaltener Waffe. So taten sie es übrigens auch mit Sanitätern, die Verletzte versorgen wollten.

    Die Videos im Netz sprechen für sich: Ein Polizist beugt sich über einen am Boden Liegenden und schlägt zu, sieben mal mit der Faust ins Gesicht. Ein Beamter nimmt Anlauf und tritt einem Sitzenden ohne ersichtlichen Grund gegen den Kopf. Polizisten prügeln mit Schlagstöcken auf einen Wehrlosen ein, der sich vor Schmerzen am Boden windet, einen anderen bearbeiteten sie fortgesetzt mit Stiefeltritten. Und so weiter.

    Die massive Staatsgewalt ist bewiesen, selbst wenn sie Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz stoisch abstreitet. Doch sie stört offensichtlich wenige. Hysterisch sprechen die, die den Strick für eine 16jährige als gerecht empfinden, die Prügeljustiz des Staats auf der Straße heilig. Bayern hat dem Verlangen nach »voller Härte« stattgegeben: Gesetzliche Präventivhaft für potentielle Gefährder. Im Klartext: Unendliche Haft für jemanden, der noch gar nichts getan hat. Die Nazis nannten das in den frühen 30ern »Schutzhaft«. Mit diesem Ansinnen verschleppten sie Kommunisten und Sozialisten ins KZ Dachau, später nach Buchenwald...(weiterlesen auf unserer Homepage).
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    Tagesdosis 25.7.2017 - Sag mir wo die Fliegen sind




    Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

    Unlängst fuhren mein Bruder und ich mit dem Auto bei hochsommerlichem Wetter von Frankfurt am Main nach Bad Godesberg am Rhein. Auf dem Hinweg hatten wir die Autobahn genommen und waren in kaum zwei Stunden da, auf dem Rückweg fuhren wir gemütlich die Landstraßen am Rhein entlang und nur das letzte Stück auf der Autobahn. Bei der Ankunft zeigte ich auf die Windschutzscheibe: “Fällt dir was auf ?” fragte ich. “Erinnerst du dich, wie wir früher im Sommer bei jedem Stopp die Scheibe sauber machen mußten, weil sie voll war mit den Resten von Insekten. Die harten Schwämme dafür gab es an jeder Tankstelle.” Mein Bruder nickte. Die Scheibe war bis auf drei oder vier winzige schwarze Punkte, die vielleicht einmal Fruchtfliegen gewesen waren, absolut sauber – nach 400 Kilometern, ohne dass wir ein einziges Mal den Scheibenwischer bedient hatten. Mir war das Fehlen von Insektenleichen auf der Windschutzscheibe schon aufgefallen, als ich ein paar Wochen zuvor im Umland von Berlin unterwegs war, ebenfalls bei herrlichem Sommerwetter – und jetzt bei der Fahrt am Rhein, durch den Westerwald und den Taunus dasselbe. Wo sind all die Fliegen, Mücken, Schnaken, Wespen, Hummeln, Käfer geblieben? Ich wusste zwar, dass ein großes Bienensterben im Gange ist, aber dass diese Vernichtung offenbar auch all die anderen Insekten betrifft, die seit Jahrzehnten an Windschutzscheiben verunfallten, war mir neu.

    Als ich dann die FAZ-Meldung las ”Schleichende Katatstrophe: Bis zu 80% weniger Insekten in Deutschland” fand ich zwar meine Befürchtungen bestätigt – denn nach den Insekten sterben auch die Vögel und damit wären wir einmal mehr bei Rachel Carsons “Silent Spring”, dem Buch das 1962 erstmals auf die katastrophalen Folgen von DDT und anderen Pestiziden aufmerksam machte – doch wurde dann gleich wieder beruhigt: “Deutsche Leitmedien fallen auf weitgehend grundlagenlose Wahlkampfbehauptung der Grünen herein” schrieb Telepolis und behauptete, dass die Zahl von 80% weniger Insekten zweifelhaft sei, weil ihre keine bundesweite Studie zugrunde läge, sondern nur eine Erhebung von “Freizeitforschern” aus dem Krefelder Raum.
    Tatsächlich hatte es deren Forschung, die seit Jahrzehnten die Insektenbestände ermittelt, im Mai 2017 in das renommierte Fachblatt “Science” gebracht, dem sich nur schwerlich “Wahlkampfbehauptungen” nachsagen lassen. Doch das wird in dem Telepolis-Artikel nicht erwähnt. Stattdessen wird ein “Agrarbiologe” zitiert, der die makellosen Windschutzscheiben im Sommer mit der “besseren Aerodynamik” heutiger Autos erklärt. Ja sauber. Ein zehn Jahre alte VW-Golf ist also so viel aerodynamischer als seine Vorgänger, dass er keiner Fliege mehr etwas zu Leide tut – das ist in Zeiten des Dieselbetrugs ja endlich mal eine positive Nachricht aus der Autobranche!

    Ich halte sie aber für Fake News, denn die Ergebnisse meiner Freizeitforschung im Rheinhessischen und Brandenburgischen sprechen eine eindeutige Sprache – und die hat mit Sicherheit sehr wenig mit “Aerodynamik” und sehr viel mit “Terrakontamination” zu tun.

    Das zeigt auch die erschreckende Bilanz, die das Bundesamt für Naturschutz in seinem jüngsten Agrareport zieht: nicht nur Insekten, sondern nahezu alle Tier- und Pflanzenarten in den Agrarlandschaften sind im Schwinden begriffen. Die Zahl der Wildkräuter im Inneren von Ackerflächen sind bereits um mehr als 70 Prozent geschrumpft – Bienen, Hummeln & Co. finden nichts mehr zu fressen und gehen ein. Und nach den Insekten, die fast alle unserer Obst-und Gemüsepflanzen bestäuben müssen, folgen die Vögel...und dann bald auch die Menschen. Und selbst eine um 100% optimierte „Aerodynamik“ wird daran nichts ändern.
    Liebe Grüße
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    Tagesdosis 26.7.2017 – Goldene Merkel: Kanzlerin legt Wow-Auftritt hin!



    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

    Ob Regen oder Sonnenschein: Goldene Kanzlerin legt Wow-Auftritt hin! Na wenn das mal keine Sonderberichterstattung in den Mainstreammedien wert ist. Unsere Goldkanzlerin hat Glück, denn sie hat bekommen, was sie wollte. Sie wollte und will weiterhin Deutschland dienen und damit gedenkt sie auch in den nächsten vier Jahren nicht aufzuhören. Merkel dient aus freien Stücken, sie dient freiwillig. Achja? Wirklich?

    Ehe der Hahn kräht, wirst Du Dich drei Mal selbst verleugnen.

    Apropos freier Wille.
    Der kann manchmal ganz schön unfreiwillig sein. Nehmen wir das Experiment von Solomon Ash, einem Sozialpsychologen, der herausgefunden hat, dass die meisten Menschen sich keine freie Meinung bilden. Setzt man Menschen einem Gruppenideal oder Gruppenzwang aus, dann fügt sich der Einzelne diesem „Zwang der Gruppe“ und dies, obwohl er weiß, dass das, was er gerade mit Wahrheit beflockt oder mit Handlungen versiegelt, völliger Irrsinn ist. Der Zwang der Gruppe ist für den Einzelnen so stark, weil niemand sich ausgegrenzt fühlen will.

    Nehmen wir zwei weitere Wow-Auftritte und fragen uns, wieso der Wow-Effekt der Goldkanzlerin überhaupt möglich ist. Schauen wir uns also die andere Seite der Medaille noch ein bisschen genauer an.

    Stanley Milgrim schockte die Welt, als er feststellen musste, dass es kein Nazi-Gen gibt sondern, dass fast alle Menschen zu unbedingtem Gehorsam neigen, wenn man ihnen ihr Gewissen erleichtert. Menschen, denen man über eine Autorität vermittelt, dass das, was sie tun sollen, moralisch dadurch abgesichert ist, dass die Verantwortung für ihr Tun bei einer anderen Person liegt, sprechen sich von den Wirkungen ihres Tuns vollständig ab. Auch wenn sie dadurch anderen Menschen hohen Schaden oder die Tötung anderer Menschen vollziehen.

    Kadavergehorsam nannte man das früher. Hannah Arendt nannte das „die Banalität des Bösen“ und fordert daher ein Recht auf Ungehorsam. Noch einmal: Menschenmassen können also im Gewand einer für sie hochethischen Ideologie andere Menschen zu Unmenschen erklären und ihnen höchstmöglichen Schaden zufügen, gerade weil sie ihre eigene Moral bei einer Autorität abgegeben haben, die ihnen vorgaukelt, die gesamte Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Dies ist eine Metatheorie politischen Handelns. Ein bloßer Bestandteil unseres Menschseins, auf den wir immer Acht geben sollten, denn zu schnell kann er uns entgleiten und zu sehr wollen mächtige Menschen uns zu dessen Herausgabe verleiten.

    Heute ist Gehorsam derart subtil organisiert, dass Menschen im guten Glauben für eine gute Sache Freiheit und Frieden in Ketten legen und jeden sozial vernichten, der tatsächlich Frieden und Freiheit für alle will. Gehorsam ist der Boden auf dem Herrschaft wächst und gedeiht.

    Kommen wir zu einem erst in jüngster Zeit erkanntem Spektakel, dass- so sein Entdecker, der Psychologe Christopher Chabris- alle Erwartungen übertroffen hat. Zu Anfang war das Experiment nur ein Hirngespinst, dann aber fesselte es ganze Psychologengenerationen, bis heute.

    Zwei Gruppen werden gebildet. Beide Gruppen werfen sich in ihrer jeweiligen Gruppe Bälle zu. Die getestete Person soll sich merken, wie viele Pässe sich die eine Gruppe zuwirft. Nach ungefähr einer Minute wird der Zuschauer gefragt, wieviele Pässe er zählen konnte. Die Antwort ist fast immer richtig. Dann aber wird er gefragt, ob er denn den Gorilla, der durch das Spiel gelaufen ist, ob er ihn gesehen hat? Knapp die Hälfte der Zuschauer sieht den Gorilla, die andere Hälfte aber sieht ihn nicht.

    Es spielt keine Rolle, wie intelligent, wie gebildet oder aufgeklärt wir im Ganzen sind. Beim ersten Experiment, also der ersten Selbstverleugnung unseres freien Willens, passen wir uns anderen an, weil wir, und dass ist jetzt wichtig, Bedeutung in der Gruppe wollen.

    Selbstwichtigkeit ist die soziale Währung, mit der jeder sein Bedeutsamkeitskonto füllt. In diesem Sinn erscheint der freie Wille eher wie ein Virus, den es zu bekämpfen gilt; in einem selbst. Die Medikation „unfreier Wille“ erzeugt Konformität der Meinungen und grenzt all diejenigen Meinungen aus, die sich um ihren freien Willen tatsächlich bemühen. Irre, nicht wahr? So wird das Bilden eines freien Willens zur sozialen Krankheit, derer sich ein „gegen den freien Willen möglichst immun werden“ fast alle anschließen. Der freie Wille soll zu einer sozialen Krankheit stigmatisiert werden...(weiterlesen auf unserer Homepage www.kenfm.de)
    Liebe Grüße
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