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Thema: Syrien - der nächste Krieg durch Lügen?

  1. #1531
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    Israel Claims Iran Is Building A Missile Factory In Syria, Builds Excuses For Strike Against Assad

    The Israeli government is at it again. The Zionist settler state is currently laying the groundwork for a justification of military aggression against Syria over flimsy claims that Iran is building a scud missile factory in Lattakia.

    Israel claims that satellite photos allegedly taken by its EROS-B satellite show the construction of the Scud missile factory. The location is allegedly near Lattakia near the coastline.
    Israel claims the photo of the facility shows that the structure resembles a missile plant in Tehran.
    The Independent cites Channel 2’s experts who claim that the facility could not have been constructed without the help of Iran and Iranian experts allegedly operating in Syria. They say work began on the facility last year and that is has both production and underground storage capacity for long-range missiles. These missiles would thus be capable of striking Israel.
    These “experts” claim the facility will be completed by the end of 2017.

    weiter hier: http://www.activistpost.com/2017/08/...nst-assad.html
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  2. #1532
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    Nun wird es komisch!

    Flucht nach Syrien: Deutschland unterstützt rückkehrwillige Flüchtlinge nicht

    Noch immer ist die Flüchtlingskrise in aller Munde. Worüber jedoch wenig berichtet wird, sind die Syrer, die nun wieder in ihre Heimat zurückkehren wollen. Sie dürfen Deutschland nicht offiziell Richtung Syrien verlassen und geraten dadurch in die Fänge windiger „Rück-Schleuser“.

    Seit 2014 stellen Syrer, die vor dem internationalen Stellvertreterkrieg in ihrer Heimat geflohen sind, die größte Gruppe Schutzsuchender in Deutschland. Nach aktuellen Zahlen sind es rund 600.000 Syrer, die nach Deutschland geflohen sind. Viel wird seitdem auch auf höchster Regierungsebene darüber debattiert, welche Zukunftsperspektiven die Menschen in Deutschland haben und wie man der Flut an Flüchtlingen Herr werden kann.
    Auch über „Obergrenzen“ für die Aufnahme von Flüchtlingen wird kontrovers diskutiert, die Balkanroute wurde schon vor geraumer Zeit von der Türkei abgeriegelt. Auch die Debatte über eine schnellere Abschiebung von Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive erhitzt die Gemüter.
    Mehr lesen:Programmbeschwerde: ARD-aktuell unterdrückt UN-Informationen über Rückkehrerwelle nach Syrien

    Syrische Flüchtlinge wollen, aber dürfen Deutschland nicht verlassen
    Soweit so alltäglich. Doch das Flüchtlinge sich in Deutschland gefangen fühlen, ist eine ungewöhnliche Wendung der Geschichte. Immer mehr syrische Flüchtlinge wollen wieder in ihre Dörfer und Städte zurückkehren - die deutschen Behörden erlauben es ihnen jedoch nicht. Die Situation in Syrien sei zu gefährlich, heißt es.

    Begünstigt wird die anrollende Rückkehrwelle durch immer neue Geländegewinne der syrischen Regierungstruppen im Kampf gegen militante Islamisten. Durch russische Luftunterstützung gelang es den Einheiten, den sogenannten „moderaten Rebellen“ immer weitere Landesteile zu entreißen. Dort wo dies bisher gelang, herrscht größtenteils wieder Sicherheit, Geschäfte eröffnen wieder, und die Menschen hoffen auf einen Neuanfang.
    Syrische Flüchtlinge erhalten nur noch subsidiären Schutz
    Seit Anfang 2016 werden syrische Flüchtlinge vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht mehr generell als Kriegsflüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention behandelt. Durch das Anfang 2016 beschlossene Asylpaket II wird immer mehr syrischen Flüchtlingen nunmehr lediglich ein sogenannter „subsidiärer Schutz“ gewährt. In Zahlen äußert sich das wie folgt: Im Januar und Februar 2016 bekamen nur 0,1 Prozent der syrischen Asylbewerber subsidiären Schutz zuerkannt. Bereits im April 2016 lag der Anteil schon bei mehr als 16 Prozent und im Oktober gar bei mehr als 66 Prozent der Fälle. Die konkrete Folge: Die Flüchtlinge müssen sich wieder einer Einzelfallprüfung stellen, und der viel diskutierte Familiennachzug ist für einige Zeit ausgeschlossen.
    Was bedeutet subsidiärer Schutz? Diesen Schutz bekommen jene Asylsuchenden, die zwar nicht individuell verfolgt werden, aber denen in ihrem Herkunftsland die Todesstrafe, Folter oder ein ernsthafter Schaden droht. Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention wiederum erhält, wer in seinem Herkunftsland individuell verfolgt wird, unter anderem aufgrund politischer Betätigung, eines religiösen Bekenntnisses oder sexueller Orientierung. Flüchtlinge mit Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) erhalten Schutz für drei Jahre und können sich danach frei in Deutschland bewegen. Flüchtlinge, die subsidiären Schutz erhalten, dürfen nur ein Jahr lang in Deutschland bleiben. Dieser Zeitraum kann jedoch verlängert werden.
    Mehr zum Thema: Syrien: Je länger der Krieg, umso gravierender der Brain-Drain
    Für deutsche Gerichte ist Syrien nicht mehr gefährlich genug
    Etliche syrische Flüchtlinge klagten gegen die neue Praxis, doch das BAMF argumentierte unter anderem:
    (…) die aktuelle Bürgerkriegssituation in Syrien habe zu einem teilweisen Abzug von Kräften des sogenannten Islamischen Staates geführt, weshalb z. B. Kurden in bestimmten Gebieten keine Verfolgung fürchten müssen."
    Es gebe keine gesicherten Anhaltspunkte dafür, dass abgeschobenen Rückkehrern grundsätzlich und ungeachtet besonderer persönlicher Umstände Tätigkeit für die sogenannte Opposition unterstellt werde. Auch sei nicht bekannt, dass Befragungen bei der Rückkehr und damit einhergehende Misshandlungen in Anknüpfung an ein asylrechtliches Merkmal erfolgten. Das Oberverwaltungsgericht in Münster stützte die Einschätzung im Februar 2017. Demnach sei nicht davon auszugehen,
    dass zurückkehrende Asylbewerber allein wegen ihres Asylantrags, ihres Aufenthalts hier oder wegen illegalen Verlassens ihres Heimatlands vom syrischen Staat als politische Gegner verfolgt würden."
    Diese Wahrnehmung der Situation in Syrien stößt auf Kritik und führte zu zahlreichen Klagen. Gegenüber Syrern, die den umgekehrten Weg gehen und nach Syrien zurückkehren möchten, wird jedoch die Argumentation umgekehrt. Aufgrund des Krieges in Syrien sei die Situation zu gefährlich, um eine Rückkehr zu gestatten. Entsprechende Dokumente zur Ausreise in benachbarte Staaten wie den Libanon, die Türkei oder Jordanien erhalten die rückkehrwilligen syrischen Flüchtlinge daher nur über dubiose Mittelsmänner etwa im Internet.
    Trotz der nach wie vor in etlichen Landesteilen Syriens prekären Sicherheitslage drängt es viele Syrer wieder verstärkt in ihre Heimat. Für viele haben sich die Erwartungen, die sie an ihre Flucht nach Deutschland hatten, nicht erfüllt. Andere wollen ihr Eigentum in Syrien beschützen, wieder andere wollen erneut ein kleines Geschäft eröffnen oder einfach ihre Familie wieder sehen. Der syrische Präsident al-Assad ermunterte die Rückkehrwilligen zuletzt Mitte 2017:
    Mehr lesen:Wiederaufbau in Syrien: Massenrückkehr von Flüchtlingen macht politische Entscheidungen nötig

    Die Regierung wird ihr Möglichstes tun, um die Heimkehr von Flüchtlingen zu befördern", erklärte Assad der syrischen Nachrichtenagentur Sana am 11. Mai 2017.
    Behördern unterstützen Rückkehrer nicht - die Situation in Syrien sei nach wie vor zu gefährlich
    Für die freiwillige Rückkehr von Asylbewerbern, die viel billiger als eine Abschiebung ist, gibt es in Deutschland finanzielle Anreize vom Staat, so etwa für den Irak oder Afghanistan. Für Syrien gilt dies jedoch nicht. So auch im Fall des Syrers Feras Aldwiri. Aldwiri hatte seine Heimat verlassen, nachdem seine Wohnung samt Geschäft nahe Damaskus zerbombt wurde. Seine Betreuerin Birgit Merklein wandte sich schließlich an das BAMF, um die Möglichkeiten des Syrers zu erörtern, wieder in seine Heimat zurückkehren. Die Antwort der Behörde fiel jedoch negativ aus:
    Für syrische Staatsangehörige gibt es derzeit leider keine Möglichkeit, mit dem Programm REAG/GARP [ein Rückkehrprogramm für Flüchtlinge] zurückzukehren. Der Grund liegt darin, dass IOM [Internationale Organisation für Migration] keine Rückkehr in ein Kriegsgebiet durchführt."
    Doch für Syrer bestehe eventuell die Möglichkeit, über die Türkei auszureisen - bei Vorlage einer entsprechenden Einreiseerlaubnis. Demnach habe sich außerdem gezeigt,
    dass verschiedene Sozialämter noch vereinzelt Unterstützung gewähren."
    Mehr zum Thema: Russlands Verteidigungsminister bittet Hilfsorganisationen um mehr Engagement in Syrien
    Schlepper machen mit "Rückschleusungen" Geschäfte
    Was also tun? Um die entsprechende Reise in die Türkei oder andere Nachbarstaaten Syriens zu finanzieren, verkaufen etliche rückkehrwillige syrische Flüchtlinge ihre in Deutschland erhaltenen Ausweisdokumente. Anschließend buchen sie einen Flug, etwa nach Griechenland, und lassen sich dann über die griechisch-türkische Grenze schmuggeln.
    Ein florierender Schwarzmarkt für den illegalen Handel mit Ausweisdokumenten entsteht. Der Handel findet vorwiegend in den sozialen Netzwerken statt, beispielsweise bei Facebook. Nach Informationen eines öffentlich-rechtlichen Rechercheteams liegen die Preise für die Dokumente zwischen 300 und 2.000 Euro. Die sogenannten blauen Flüchtlingspässe (Ersatzdokumente für Geflüchtete) bringen etwa 1.600 Euro ein. Von der Türkei geht es für die verzweifelten Rückkehrer weiter nach Syrien.
    Das Phänomen der sogenannten „Rückschleusungen“ eröffnet dabei kriminellen Geschäftemachern neue Möglichkeiten. Diese nutzen die erhaltenen Gelder, um wiederum andere Menschen mit den erhaltenen Ausweisdokumenten nach Deutschland zu schleusen. Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen-Rechercheteam erklärte ein Rückkehrwilliger:
    Viele meiner Bekannten sind schon zurück, einige warten nur auf ihre deutschen Dokumente, um sie dann zu verkaufen und zurückzukehren“, so der Syrer.


    Die Inserate in den geschlossenen Facebook-Gruppen klingen wie folgt:
    Erhältlich: Deutsche Papiere für jemanden aus dem Jahrgang 1994."
    Eine andere Annonce lautet:
    Hallo, ich gehe nächsten Monat zurück in die Türkei, ich [sic.] biete die Reisepässe meiner Familie zum Verkauf an."
    Demnach werden bis zu acht Pässe täglich über den digitalen Vertriebsweg an Kaufwillige veräußert.
    Einer der Flüchtlinge, die es zurück nach Syrien zieht, zieht Bilanz seiner kuriosen Situation:
    Es fühlt sich echt bescheuert an, der Trip nach Deutschland war teuer und gefährlich, und jetzt mache ich mich auf den Rückweg. Muss mich wieder schmuggeln lassen."
    Vor Ort in Griechenland übernehmen Schleuser die Organisation der Weiterreise in die Türkei. Auch einheimische Griechen nutzen die Gelegenheit zum Geschäft mit der immer größer werdenden Anzahl an rückkehrwilligen Syrern. Lokale Sicherheitsbehörden sollen gegenüber den Schleusern regelmäßig ein Auge zudrücken, schließlich ist man ja auch froh, einige der auch vor Ort zahlreich gestrandeten Flüchtlinge wieder los zu werden. Ein örtlicher Bürgermeister, der anonym bleiben möchte, gewährt Einblicke in das Geschäft mit den Zurück-Flüchtenden:
    Mehr zum Thema: Polizei nimmt mehrere Schleuser in Griechenland fest
    Ich behaupte ja nicht, dass es keine Netzwerke auf unserer wie auf der anderen Seite gibt. Natürlich arbeiten sie zusammen, damit Flüchtlinge geschleust werden. Aber in der überwiegenden Mehrheit sind es nicht Einheimische, die beteiligt sind. Und sagen Sie mir, wo gibt es denn keine Verstrickungen?"
    Auf Facebook erklärt einer der Schleuser einem Rückkehrer, wie die Reise in die Türkei weitergeht:

    Mein Bruder, der Preis ist 200 Euro von Didimotichou bis nach Istanbul. Ich komme heute Nacht und hole dich ab. Es wird alles gut. Keine Angst. Bleib einfach im Hotel, warte auf meinen Anruf und bete zu Gott."
    Mehr lesen:Deutschlands Schuld an Syriens Tragödie: Deutsche UNIFIL-Mission als Schutzschild des Dschihad (II)

    Deutschland liefert keine Aufbauhilfe
    Darauf angesprochen, welche Aufbauhilfe die Bundesregierung in Syrien leistet und wie sie rückkehrwillige Syrer unterstützt, entgegnete der Sprecher des Auswärtigen Amts, Dr. Martin Schäfer, dass "die internationale Staatengemeinschaft" unter Führung Deutschlands und der Vereinigten Arabischen Emirate "seit vielen Jahren" einen "Hilfsfonds" betreibe. Aus Gebieten, die unter Kontrolle der sogenannten moderaten syrischen Opposition stehen, würden so Hilfsmaßnahmen durchgeführt. Schäfer meint damit den Syria Recovery Trust Fund. Der Fonds führt allerdings lediglich Hilfsmaßnahmen in Gebieten durch, die - wie die Provinz Idlib - nachweislich von Al-Kaida und ähnlichen islamistischen Terrorgruppen beherrscht werden.
    Das einst florierende Syrien liegt zu weiten Teilen in Trümmern. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt die Kosten für den Wiederaufbau in einer Studie auf 100 bis 200 Milliarden US-Dollar. Syrien wieder aufzubauen, sei demnach eine „monumentale Herausforderung“. Das Bruttoinlandsprodukt habe sich seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 halbiert. Dem IWF zufolge könnte es zwei Jahrzehnte dauern, bis das Vorkriegsniveau wieder erreicht ist. Die Weltbank wiederum geht von Wiederaufbaukosten in Höhe von 170 Milliarden US-Dollar aus.

    Quelle: https://deutsch.rt.com/inland/55972-...willige-syrer/

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  3. #1533
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    If Assad Is “Killing His Own People” Why Are They Rushing Back To Him?

    As the mainstream corporate press attempts to guilt Westerners over making Syrian refugees return home, Western outlets are, in fact, deconstructing their own propaganda narrative for all to see.
    For instance, according to the International Organization for Migration, more than 600,000 Syrians have returned home to Syria since the beginning of 2017, more than the number of returning refugees in the entire year of 2016.
    IOM reports that the majority of those Syrians going home were internally displaced people. After that, Turkey, Lebanon, Jordan, and Iraq followed respectively.
    The typically pro-imperialist NPR attempted to suggest that the return of the internally displaced to their homes are being forced to relocate back home by the Syrian government. That claim, while largely nonsensical, is also contradicted by reports from other mainstream agencies.
    IOM is worried that the “appropriate measures” to ensure safety to those Syrians returning home are not yet in place.

    weiter hier: http://www.activistpost.com/2017/08/...ck-to-him.html
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  4. #1534
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    Syrien: Widersprüchliche Äußerungen über Verbleib von US-Truppen nach Sieg über IS

    Kurdenvertreter erklärten jüngst, die USA planten ihre Truppen nach einem Sieg über den IS dauerhaft in Nordsyrien zu belassen. Das US-Außenministerium dementiert diese Behauptung. Demnach will das US-Militär nach der Niederlage des IS aus dem Land abziehen.
    Was wird aus den in Syrien stationierten US-Truppen, wenn der so genannte Islamische Staat (IS) besiegt ist? Diese Frage beschäftigt nicht nur die israelische Regierung, die befürchtet, dass der Iran die Lücke ausfüllen könnte, die der IS hinterlässt. Auch das Urgestein der US-Außenpolitik, Henry Kissinger, forderte den US-Präsidenten Donald Trump auf, dafür Sorge zu tragen, dass nicht Teheran das durch den Rückzug des IS entstehende Machtvakuum ausfüllt.
    Neue Nahrung haben die Spekulationen über den Verbleib der US-Truppen nach einem Sieg über den IS durch die Aussage des SDF-Sprechers Talal Silo bekommen. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind ein von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) dominiertes Bündnis, das die USA im Kampf gegen den IS unterstützen. Derzeit konzentrieren sich die SDF auf die Befreiung der Stadt Rakka, die vom IS zur provisorischen Hauptstadt seines Kalifats erhoben worden war. Neben Kurden kämpfen in dem Anti-IS-Bündnis auch arabische, assyrische und turkmenische Kräfte.
    Nordsyrien als Alternative zu Incirlik?

    Am Donnerstag hatte Reuters den SDF-Sprecher zitiert, wonach die USA auch nach einem Sieg über den IS ihre ohne erkennbare völkerrechtliche Grundlage in Syrien stationierten Kräfte nicht abziehen würden. "Sie verfolgen eine strategische Linie für die kommenden Jahrzehnte. Es wird auf lange Sicht militärische, wirtschaftliche und politische Abkommen zwischen der Führung in Nordsyrien und der US-Regierung geben", sagte Silo, der sich mit Nordsyrien auf die von den SDF kontrollierten Gebiete bezog.
    Das strategische Interesse der USA in Syrien sei nicht an das Ende des IS geknüpft, so Silo:
    Sie haben neulich über die Möglichkeit gesprochen, ein Gebiet zu sichern, um dort einen militärischen Luftstützpunkt zu errichten. Das ist nur der Anfang – sie unterstützen uns nicht, um dann einfach abzuziehen. Die USA leisten diese Unterstützung nicht umsonst.
    Nordsyrien könne künftig eine neue Basis für US-Kräfte in der Region werden. "Vielleicht könnte es eine Alternative zu ihren Stützpunkten in der Türkei werden", sagte er Anspielung auf den von den Vereinigten Staaten genutzten Luftwaffenstützpunkt im türkischen Incirlik.
    Pentagon: Kein zeitlicher Rahmen für Abzug der US-Truppen

    In den von der SDF kontrollierten Gebieten haben die USA nach kurdischen Angaben sieben – nach türkischen Angaben sogar zehn – Militärstützpunkte errichtet. Ankara wirft Washington vor, mit der Unterstützung der SDF Terrorismus zu fördern, da die YPG als Schwesterpartei der in der Türkei verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) gilt. Zwar stufen auch die USA die PKK als terroristisch ein, doch dem Kampf gegen den IS räumen sie Priorität ein und kooperieren daher eng mit den YPG beziehungswiese den von diesen dominierten SDF.
    Zu den Aussagen Silos erklärte der Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, Colonel Ryan Dillon, dass "noch viel Kämpfe bevorstehen, auch wenn der IS in Rakka besiegt wurde". Ohne die Aussage näher zu erläutern, sagte Dillon:
    Unsere Mission besteht darin, den IS in Syrien und im Irak zu besiegen und die Bedingungen für nachfolgende Operationen zur Stabilisierung der Region zu legen.
    Gegenüber Reuters erklärte der Pentagon-Sprecher Eric Pahon anlässlich der Einlassungen Silos:
    Das Verteidigungsministerium spricht nicht über den Zeitrahmen zukünftiger Operationen. Wir sind jedoch weiterhin der Vernichtung des IS und der Verhinderung seiner Rückkehr verpflichtet.
    US-Außenministerium: Abzug der US-Truppen nach Sieg über den IS

    Mehr lesen:Syrien: Russische Luftwaffe zerstört IS-Konvoi - mehr als 200 Terroristen getötet


    Während diese Aussage Spekulationen darüber Raum lässt, auf welchen Zeitrahmen sich eine solche nachhaltige Verhinderung einer Rückkehr des IS erstrecken möge, stellte die Sprecherin des US-Außenministeriums einen klaren Zusammenhang zwischen der Anwesenheit des US-Militärs und einer Niederlage des IS her. Auf die Aussagen Silos angesprochen, erklärte Heather Nauert am Wochenende:
    Ob im Irak oder in Syrien, unsere Absicht ist es allein, den IS zu besiegen. Wir wollen, dass Syrien von Syrern regiert wird, nicht von den Vereinigten Staaten oder von irgendeiner anderen Macht.
    Auf die explizite Nachfrage hinsichtlich möglicher Pläne über eine weitere Präsenz des US-Militärs nach einem Sieg über den IS sagte die Sprecherin: "Das ist nicht unser Plan. Unser Ziel ist es, den IS zu besiegen, und darauf konzentrieren wir uns."
    Für Verwirrung hatte zuvor auch eine Aussage gesorgt, die der britische Generalmajor Rupert Jones gemacht haben soll. Der stellvertretende Kommandant der Anti-IS-Koalition wurde am Donnerstag von Abdul Karim Omar, seines Zeichens so genannter Außenminister des kurdischen Kantons Rojava in Nordsyrien, folgendermaßen zitiert:
    Wir werden es den Kräften des syrischen Regimes nicht gestatten, den Euphrat zu überqueren. Diese Region ist eine Flugverbotszone.
    Die Aussage soll der Generalmajor während eines Treffens mit Vertretern der SDF in der syrischen Kleinstadt Ain Issa gemacht haben, bei dem über die Nachkriegsordnung in Rakka gesprochen wurde. Der Sonderbeauftragte der Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, soll dort zudem gesagt haben, dass man versuche, die Regierungstruppen in den Süden des Euphrats zu treiben.

    Gegenüber der Jerusalem Post teilte die Anti-IS-Koalition mit, dass diese Darstellung falsch sei. "Generalmajor Jones hat während des Treffens in Ain Issa nichts dergleichen gesagt", heißt es in einer Stellungnahme. Man führe keinen Kampf gegen die syrische Regierung oder ihre Verbündeten:
    Wir kämpfen gegen niemanden außer dem IS. Und wir werden keine Operationen unterstützen, die sich nicht gegen den IS richten.
    Mehr lesen:Medienbericht: Trump beendete CIA-Programm in Syrien nach Anblick eines Enthauptungs-Videos

    Assad zum Westen: Erst Verbindungen zum Terrorismus kappen
    Syriens Präsident Baschar al-Assad äußerte sich unterdessen zu den zukünftigen Beziehungen seines Landes zum Westen und dessen Verbündeten:
    Um es klar zu machen: Es wird keine Sicherheitskooperation, keine Eröffnung von Botschaften geben, solange diese Länder ihre Verbindungen zum Terrorismus nicht eindeutig kappen. Dann erst können wir über die Eröffnung von Botschaften reden.
    Laut Assad sei der Westen "wie eine Schlange, die sich häutet, wenn die Situation es erfordert". Zum Sturz des syrischen Präsidenten hatte die CIA ein milliardenschweres Programm zur Bewaffnung und Ausbildung von Regierungsgegnern aufgelegt.
    Nach Aussage eines von der Washington Post zitierten "sachkundigen Beamten" hätten die vom US-Auslandsgeheimdienst unterstützten Kämpfer innerhalb der letzten vier Jahre "100.000 syrische Soldaten und Verbündete getötet oder verwundet". US-Präsident Donald Trump hatte das unter seinem Amtsvorgänger Barack Obama initiierte Programm jüngst einstellen lassen.




    Quelle: https://deutsch.rt.com/der-nahe-oste...is-niederlage/
    https://deutsch.rt.com/international...n-unterbunden/

    Für "Lieferungen" nach Syrien dürfen nur die USA zuständig sein! Wo kommen wir denn dahin, wenn da jeder was liefert?


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    Geändert von AreWe? (In den letzten 4 Wochen um 07:24 Uhr)
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    Netanjahu warnt Putin: Iran muss aus Syrien abziehen oder wir werden uns "verteidigen"

    Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewarnt, dass sich Israel für eine Militärintervention in Syrien vorbereitet, um gegen den iranischen Einfluss vorzugehen. Moskau betrachtet Iran als Schlüsselpartner in Syrien.

    Bei dem Treffen zwischen beiden Staatsführern am Mittwoch im südrussischen Sotschi forderte Netanjahu, dass ein Friedensabkommen in Syrien den Abzug von iranischen oder pro-iranischen Truppen beinhalten muss.
    Mehr lesen:Israels Angst vor dem Iran: Tel Aviv will Sieg seiner Gegner im Syrien-Krieg nicht hinnehmen


    „Iran steht davor, den Irak sowie Jemen zu kontrollieren. Es übt zu weiten Teilen schon die Kontrolle im Libanon aus“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Netanjahu. „Wir können für keine Minute vergessen, dass der Iran jeden Tag droht, Israel zu vernichten. Israel stellt sich gegen die anhaltende Etablierung Irans in Syrien. Wir werden uns sicherlich mit allen Mitteln gegen diese und jede andere Bedrohung verteidigen.“
    Am Dienstag meldete sich der Vorsitzende des israelischen Geheimdienstes Mossad zu Wort. Yossi Cohen warnte laut dem arabischen Nachrichtenportal Asharq Al-Awsat, dass Iran im Nahen Osten von Tag zu Tag immer stärker wird.
    Iran unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Bürgerkrieg, der seit sechs Jahren im Land wütet. Israel betrachtet die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah als Handlanger Irans. Die Hisbollah soll Iran dabei helfen, Teherans Einfluss auf das Mittelmeer und die israelischen Grenzen auszuweiten.
    Netanjahu droht mit Krieg gegen Iran
    Israel sieht im Iran eine größere Gefahr für die Sicherheit des Landes als in den Aktivitäten der Terrormiliz „Islamischer Staat“. „Es ist nicht übertrieben zu denken, dass der Islamische Staat sein Territorium in Syrien bald verlieren wird“, äußerte der israelische Premierminister laut dem Nachrichtenportal Haaretz. „Ich machte Putin klar, dass die Festigung Irans in Syrien nicht zu Stabilität in der Region beitragen wird. Und ich sagte ihm, wir wollen einen künftigen Krieg verhindern und deshalb ist es wichtig, im Voraus zu warnen.“

    Mehr lesen:Geheimdiensterkenntnisse: 20 israelische Staatsbürger kämpfen auf Seiten des Islamischen Staates


    Israelische Beamte sind besonders über die iranische Präsenz in der Nähe der Golanhöhen besorgt, die teilweise von der israelischen Armee besetzt sind. Immer wieder kommt es in der Region zu Zusammenstößen. Zuletzt im Juli eröffneten die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) das Feuer auf syrische Positionen, nachdem zwei Geschosse auf der israelischen Seite der Golanhöhen gelandet sind.
    Die israelische Luftwaffe bombardierte seit Beginn des syrischen Konflikts wiederholt syrisches Territorium. Noch im Juli, als die Spannungen abermals hochkochten, wurde berichtet, dass Israel zahlreiche Luftschläge gegen Waffenkonvois der Hisbollah ausführte. Das bestätigte ebenso Premierminister Netanjahu bei einem Treffen mit den Premierministern von Ungarn, Tschechien, Polen und der Slowakei Ende Juli.
    Israel hält an Angriffen gegen Hisbollah in Syrien fest
    „Wir bauten eine Mauer, weil es Probleme mit dem Islamischen Staat und Iran gibt, die versuchen, eine Terrorfront in den Golanhöhen aufzubauen. Ich sagte Putin, wenn wir sehen, dass sie Waffen an die Hisbollah weitergeben, werden wir ihnen weh tun. Wir haben das schon dutzende Male getan“, warnte Netanjahu öffentlich und verwies auf ein früheres Treffen mit dem russischen Präsidenten.

    Im April berichtete Reuters, dass die israelische Luftwaffe ein „Waffenversorgungsdepot“ der Hisbollah in der Nähe von Damaskus zerstörte. Die Waffen wurden „von kommerziellen und militärischen Frachtflugzeugen“ aus dem Iran eingeflogen, heißt es.
    Mehr lesen:Voll im Trend: Israelische Firma bietet Anti-Terror-Kampf als Urlaubserlebnis

    Der israelische Geheimdienstminister Israel Katz kommentierte den Zwischenfall. Das Handeln Israels „geht komplett mit Israels Politik einher, Irans Schmuggel von fortschrittlichen Waffen über Syrien zur Hisbollah“ zu unterbinden.
    Im März zitierte die russische Regierung den israelischen Botschafter zu Moskau, Gary Koren, in das Außenministerium. Moskau verlangte eine Erklärung für die Luftangriffe Israels in der Nähe der zentralsyrischen Stadt Palmyra. Angeblich zerstörte es fortschrittliche Waffensystem, die an die Hisbollah gingen.
    Im Januar beschuldigte Damaskus die Regierung von Tel Aviv, dass es den Militärflughafen Mezzeh in der syrischen Hauptstadt bombardierte.
    Russland berücksichtigt Israels Interessen
    Der russische Präsident Putin äußerte sich in Sotschi nicht zu den Aussagen Netanjahus hinsichtlich Iran. Russland betrachtet Iran als Partner bei der Garantie von Deeskalationszonen in Syrien. Nichtsdestotrotz wandte der russische Botschafter zu Israel, Alexander Petrovitsch Shein, am Dienstag ein, dass Moskau die israelischen Interessen in Syrien berücksichtigen wird.
    „Wir berücksichtigen die israelischen Interessen in Syrien“, sagte Shein dem Fernsehsender Channel One. „Ginge es nach Russland, dann dürften keine ausländischen Truppen in Syrien bleiben.“
    Russland betonte immer wieder die Bedeutung der Rolle, die der Iran in Syrien spielt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow lobte besonders die trilaterale Zusammenarbeit zwischen Russland, Iran und der Türkei als den effektivsten Weg, um die syrische Krise zu lösten. Er bemerkte:
    Die Troika Russland-Iran-Türkei hat sich mit echten Taten bewährt.“
    Nach seinem Treffen mit Putin in Sotschi flog Netanjahu zurück nach Israel, wo er sich mit dem Schwiegersohn des US-Präsidenten Jared Kushner treffen wird, um die palästinensisch-israelischen Friedensprozess zu besprechen.



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    "Ich küsse die Erde dieses Landes": Langsam kommen Frieden und Flüchtlinge nach Syrien zurück

    In der Ortschaft Al Waer besucht Karin Leukefeld Menschen, die zurückgekehrt sind. Nachdem die bewaffneten Aufständischen abzogen oder die Waffen niederlegten, treffen die Rückkehrer auf jene, die dageblieben sind. Eine Reportage über Heimkinder, Christen, alte und junge Syrer am Ende des Bürgerkrieges.

    von Karin Leukefeld, Al Waer
    „Herzlich Willkommen, wir freuen uns, dass Sie über Al Waer berichten wollen.“ Der befehlshabende Major am Kontrollpunkt läßt es sich nicht nehmen, die ausländische Journalistin persönlich zu begrüßen. Al Waer liegt vor den Toren von Homs, nahe einer großen Erdölraffinerie und jenseits von Feldern und Gärten. Früher war hier ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung.
    Mehr lesen:Schlüsselsieg der syrischen Armee im Kampf gegen den IS bei Deir ez-Zor: Der Westen schweigt

    In den letzten 30 Jahren entstand um den ursprünglichen Ort Al Waer eine moderne Satellitenstadt, die auch „Homs Jedide“ genannt wird, Neu-Homs.
    „Hören Sie gut zu, was die Menschen zu berichten haben, beschreiben Sie, was Sie sehen“, fährt der Offizier fort, während er die Papiere und den Journalistenausweis prüft. Syrien respektiere die Deutschen und die deutsche Regierung: „Wir wünschen Ihnen, dass Sie nicht das erleben müssen, was uns hier geschehen ist.“
    In Homs und Umgebung versuchten bewaffnete Gruppen drei Mal die Kontrolle über die Stadt zu übernehmen. Anfang 2012 im Vorort Bab Amr, als es dort nicht klappte, zogen sie weiter in die Altstadt von Homs. Nachdem die Kämpfer im Rahmen eines Waffenstillstandes von dort abzogen, verlagerte sich die Front im Jahr 2014 nach Al Waer. Und immer bezahlte die Bevölkerung den Preis.

    Eine kurze Rundfahrt durch Al Waer zeigt das Ausmaß der Zerstörung. Die große Moschee, die Hoch- und Mehrfamilienhäuser stehen durchlöchert in der Abendsonne, ohne Fenster und mit Brandspuren. Auf der anderen Straßenseite gen Osten erstrecken sich die Gärten und Felder, in denen sich die „Homsis“, wie die Bewohner von Homs genannt werden, einst erholten. Ein Vergnügungspark liegt zerstört und verlassen, nur das Riesenrad ragt mit den bunten Gondeln stolz in den Abendhimmel.
    Quelle: RT © Karin Leukefeld

    Die große Mosche von Homs Al Waer war Stützpunkt der Kämpfer und damit Ziel von Angriffen. Große Teile der Stadt sind vollkommen zerstört, September 2017.


    Eine Frau in der schwarzen Tracht der Beduinen ist mit ihren Söhnen auf dem Nachhauseweg. Seit 28 Jahren arbeitet Thuraya Masood in der großen Bäckerei von Homs. Sie liegt am Ortsrand von Al Waer. Obwohl sie nicht zu den Kämpfern gehört hätten, seien ihre beiden Söhne im April mit den Bewaffneten und deren Familien nach Jarabulus im Norden, an der Grenze zur Türkei abgezogen.
    „Sie haben uns gezwungen“, erzählt der eine Sohn. „Sie sagten, der Staat werde uns einsperren oder töten, wenn wir blieben. Wir wussten nicht, was wir tun sollten.“
    Mehr lesen:Syrien: 500.000 Flüchtlinge kehren zurück - Russland vermittelt 2.000 lokale Feuerpausen

    In Jarabulus hätten sie in Zelten gelebt, seien von Hilfsorganisationen mit Essen versorgt worden und hätten nichts zu tun gehabt: „Wir wollten zurück.“ Durch russische Vermittlung mit der Türkei und der Freien Syrischen Armee habe man sich verständigt. Die syrische Regierung habe Busse geschickt, um diejenigen abzuholen, die wieder zurück wollten.

    Gut 650 Personen seien auf diese Art zurück nach Al Waer gekommen, etwa 1.000 hätten sich auf eigene Faust auf den Weg gemacht, erzählt der Mann. Als Fliesenleger haben sein Bruder und er wieder Arbeit gefunden, sagt der Mann und fügt hinzu:
    „Ich küsse die Erde dieses Landes, wir sind wieder zu Hause.“
    Die Geschichte der Waisenkinder von Al Waer

    Im November 2014 mussten die Waisenkinder aus Al Waer fliehen. Das private Waisenhaus, in dem auch eine staatlich anerkannte Schule integriert ist, wird von der Aoun Stiftung für Hilfe und Entwicklung unterstützt. Die Kinder sind Halb- oder Ganzweisen, manche stammen aus getrennten Familien, bei einigen sind keine Angehörigen bekannt.
    Die meisten der 200.000 Einwohner, die damals in Al Waer lebten, waren schon aus dem Ort geflohen, in die Innenstadt von Homs, nach Damaskus, in die christlichen Dörfer im Osten der Stadt oder auch in die Küstenregion. Doch für die Waisenkinder aus Al Waer fand sich kein anderer Ort, also blieben sie. Erst als Granaten in den Schlafräumen der Mädchen in der oberen Etage einschlugen, ordnete die Leiterin die Evakuierung der Kinder an.
    Quelle: RT © Karin Leukefeld

    Das Waisenhaus der Aoun Stiftung in Homs Al Wae: Die Ältesten haben Prüfungen und daher ein spätes Mittagessen, September 2017.


    Mit der Genehmigung des örtlichen Militärs wurden Busse geschickt, die die 240 Kinder abholten und ins Zentrum der Stadt brachten, in das Homs Kebir Hotel, das Große Hotel Homs. Hier traf die Autorin die Kinder aus dem Waisenhaus von Al Waer schon im Jahr 2014 zum ersten Mal. Es gab keinen Strom und der Aufzug funktionierte nicht. Mithilfe einer Taschenlampe ging es über die Treppen nach oben, wo die Jungen in der vierten Etage untergebracht waren, die Mädchen in der Dritten.
    Ratlos saßen die Kinder auf den großen Hotelbetten, fast alle ihre privaten Dinge hatten sie zurücklassen müssen. Die Betreuer und Betreuerinnen hatten alle Mühe, die Kinder zu beruhigen, sie zu ermuntern, sich mit Schulaufgaben zu beschäftigen. Die bescheidene Privatatmosphäre im Waisenhaus in Al Waer war der Anonymität von Hotelzimmern gewichen. Wochen später erst wurden die Kinder aus dem Hotel in eine andere sichere Unterkunft außerhalb der Stadt gebracht
    Fast drei Jahre dauerte es, bis sie zurückkehren konnten. Die Reparaturarbeiten gehen langsam voran, einige Räume wurden provisorisch neu eingerichtet. Wenn die ehemaligen Mädchenschlafräume wieder hergestellt sind, werden die Jungen umquartiert, die jünger als acht Jahre alt und derzeit bei den Mädchen untergebracht sind. Von insgesamt 240 Kindern kehrten im Juli 2017 lediglich 65 in die Einrichtung zurück.
    Manche Kinder wurden von Verwandten abgeholt und nach Jordanien, in den Libanon, in ein anderes arabisches Land oder nach Europa gebracht. Einige der älteren Mädchen haben geheiratet. Inzwischen sind nur noch 45 Kinder geblieben. Sie haben keine Angehörigen mehr.
    Quelle: RT © Karin Leukefeld

    Die Mädchen im Waisenhaus werden im muslimischen Glauben erzogen, September 2017.


    Zurückgekommen in einen leeren Raum

    Gegenüber des Waisenhauses an der Hauptzugangsstraße von Al Waer liegt eine Kirche. Der Bau sei von den Kämpfen unterbrochen worden, erzählt die 33-jährige Lama Toumeh. Darum sei die Kirche noch unverputzt. Etwa 300 christliche Familien hätten in Al Waer gelebt, erzählt die Lehrerin, die heute ihren Lebensunterhalt mit Privatunterricht verdient. Im Jahr 2015 musste sie mit ihrem Vater aus Al Waer fliehen.
    Nachbarn, die sich bewaffnet hatten und den Aufstand unterstützten, hätten den Journalisten bedroht, weil er für syrische Medien arbeitete. Vater und Tochter flohen nach Fairuze, einem christlichen Ort östlich von Homs. Die Mutter blieb mit ihrer Schwester bei den Großeltern in Al Waer, weil diese sich geweigert hatten, ihr Haus zu verlassen. Heute könne sie sich ein Leben in Al Waer nicht mehr vorstellen, sagt Lama.
    „Ich bin hier aufgewachsen, war im Schwimmverein und wurde professionelle Schwimmerin. Fahrradfahren war für mich selbstverständlich.“
    Sie studierte in Damaskus und kehrte als Lehrerin zurück nach Al Waer. Sie hatte viele Freunde, ging aus, habe viele Pläne gehabt.
    „Das Leben, das ich kannte, gibt es hier nicht mehr. Ich komme mir vor wie in einem leeren Raum, allein. Alle meine Freunde, meine Erfahrungen und Erinnerungen sind fort."
    Sie habe das Vertrauen in ihre Heimat verloren. Die Menschen um sie herum seien inzwischen 15 Jahre älter oder 15 Jahre jünger, stellt Lama fest. Häuser könne man wieder aufbauen, die Menschen zu heilen werde dauern.
    Gekommen, um zu bleiben

    Lamas‘ Großvater Tommi Abdullah Toumeh hatte vor 40 Jahren sein Haus in dem alten Viertel von Al Waer gekauft. Zur Straße hin mit schmucklosen Mauern geschützt, weist lediglich eine kleine Tafel neben der Eingangstür darauf hin, dass hier eine christliche Familie wohnt: „God bless our Home“ ist darauf zu lesen. Eine der Töchter hatte es vor Jahren einmal von einer Reise mitgebracht.
    Quelle: RT © Karin Leukefeld

    Lama Toumeh rechts neben ihrer Familie - Sie überstand den Krieg im eigenen Haus, September 2017.


    Nahezu alle Bilder, die an den Wänden hängen, stammten von ihrem Großvater, erzählt Enkelin Lama: Landschaften, Porträts, Stillleben und religiöse Motive. Die eingerahmten kunstvollen Gobelins, die Lampenschirme und Kissenhüllen hat die Großmutter gestickt. Auf Kommoden und Tischen liegen zierlich gehäkelte Decken, alles aus ihrer Hand.
    Der heute 93jährige Tommi Toumeh arbeitete als Ingenieur bei der Syrischen Staatlichen Ölgesellschaft. Viele Fortbildungen habe er in den Vereinigten Arabischen Emiraten und vor allem in England gemacht. Sein Hobby, die Malerei, habe er schon als 12-Jähriger in der Schule begonnen. Die Lehrer ermunterten ihn und so belegte er Fernkurse, um sein Können zu verfeinern. Das Bild, das seiner Frau besonders gut gefiel, ist eine Ikone der Mutter Gottes mit dem Jesuskind.

    Seine Frau habe geweint, als sie das Bild gesehen habe, erinnert sich der 93-Jährige und Tränen füllen seine Augen.
    „Sie starb nur zwei Wochen, nachdem die Bewaffneten aus Al Waer abgezogen waren.“
    Einige der Nachbarn hätten ihn mit vorgehaltener Waffe bedroht und aufgefordert, Al Waer zu verlassen. Drei Tage habe man ihm gegeben, um sein Haus zu räumen: „Sie wollten keine Christen als Nachbarn haben“, hätten die Männer gesagt. „Ich sagte ihnen, ich würde bleiben. Sie sollten mich in meinen Haus erschießen.“
    Quelle: RT © Karin Leukefeld

    Frau Toumeh starb zwei Wochen nach dem Abzug der Kämpfer, September 2017.


    Andere muslimische Nachbarn hätten sich dann schützend um die Familie und andere Christen in dem Viertel versammelt und dafür gesorgt, dass ihnen nichts geschehen konnte.
    „Sie brachten uns Brot und Lebensmittel, versorgten uns mit Informationen und hielten Wache.“
    Er glaube fest daran, dass die Syrer wieder miteinander leben und das Furchtbare, das geschehen sei, überwinden könnten, sagt Toumeh: „Für mich ist ein halbgefülltes Glas Wasser immer halb voll, nie halb leer.“

    Quelle: https://deutsch.rt.com/der-nahe-oste...andes-langsam/
    https://de.sputniknews.com/politik/2...iftgasattacke/

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  7. #1537
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    AW: Syrien - der nächste Krieg durch Lügen?

    Irakische Regierung: 90% des Landesgebietes vom IS befreit

    Die irakische Regierung hat laut dem Sprecher der irakischen Regierung Saad al-Hadisi die Kontrolle über 90 Prozent des von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, Daesh) belagerten Landesgebietes zurückgewonnen.

    Der Politiker betonte laut dem Pressedienst der irakischen Regierung: „Die Situation hat sich radikal geändert, als wir aus der Defensive von Bagdad und den südlichen Provinzen in die Offensive gegangen sind und die Städte und Gebiete nacheinander befreit haben. Im Vergleich mit den Zeiten der Regierungsbildung waren die Bewaffnungsmöglichkeiten begrenzt, aber trotzdem waren die irakischen Soldaten bereit, dem Terrorismus ein Ende zu setzen. Der endgültige Sieg ist nah“.


    Al-Hadisi zufolge hat die irakische Armee ein Drittel ihrer Technik und Bewaffnung nach dem IS-Angriff verloren. Insgesamt mehr als 2,2 Millionen Flüchtlinge seien in die befreiten Gebiete zurückgekehrt.


    Der irakische Premierminister Haidar al-Abadi hatte Ende August den vollständigen Sieg der irakischen Streitkräfte über die Terrormiliz „Islamischer Staat“ in der Stadt Tal Afar verkündet. Die Offensive auf die IS-Hochburg Tal Afar im Nordwesten des Irak hatte am 20. August begonnen.

    weiter: https://de.sputniknews.com/politik/2...mischer-staat/



    Syrien ruft USA zum Rückzug der Truppen auf - andernfalls gelten diese als feindliche Kräfte

    Das syrische Außenministerium hat die USA dazu aufgerufen, ihre Truppen aus Syrien zurückzuziehen. Andernfalls werde das Land diese als feindlich einstufen. Die vermeintliche Anti-IS-Koalition geriere sich immer mehr wie eine Koalition zur Zerstörung Syriens.
    Die USA sowie die von ihnen angeführte Koalition zerstören Syrien, indem sie durch Luftangriffe friedliche Bewohner töte und die wirtschaftliche Infrastruktur zerlege, so Faisal al-Miqdad, der stellvertretende Außenminister Syriens.


    Die US-amerikanische Anwesenheit in Syrien sei "illegal und inakzeptabel", da die syrische Regierung diese nie anerkannt hätte, erklärte Al-Miqdad am Sonntag in einem Interview dem TV-Sender Al Mayadeen. Die USA sollten ihre Truppen aus Syrien abziehen oder sie würden von der syrischen Armee als feindliche Kräfte betrachtet, fügte der Minister hinzu. weiter; https://deutsch.rt.com/international...en-abzuziehen/

  8. #1538
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    AW: Syrien - der nächste Krieg durch Lügen?

    Offensive gegen Islamisten in Syrien und Irak


    Syrische Truppen, irakische Regierungsarmee und Kurden befreien vom Daesh immer neue Gebiete






    Die letzten versuche der US-CIA-IS weiter Unruhe zu stiften sind gescheitert!

    ...jetzt dürfte der "US-Bürgerkrieg!" bald zu ende sein!

    LG

  9. #1539
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    Zufriedenheit erst nach Ende der Ära Assads: USA halten am Regime-Change fest



    Nikki Haley, US-Botschafterin der Vereinten Nationen, antwortete auf die Deeskalationsversuche in Syrien durch Russland, Iran und Türkei damit, dass die USA erst dann zufrieden seien, wenn das Ende der Regierung Assads herbeigeführt werde.

    weiter hier: https://deutsch.rt.com/der-nahe-oste...h-ende-assads/
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  10. #1540
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    Wiederaufbau in Syrien: Westen lehnt Beteiligung ab und hält an Regime-Change fest

    Der Westen will sich nicht am Wiederaufbau Syriens beteiligen, solange Präsident Assad im Amt bleibt. Nicht das Ende der Gewalt, sondern Assads Abtritt sei Voraussetzung für ein stabiles Syrien. Derweil schreitet der Wiederaufbau des Landes voran – auch ohne den Westen.

    weiter hier: https://deutsch.rt.com/der-nahe-oste...eteiligung-ab/
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